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Lederfesseln und Voodoo-Ärzte: Ein Hotelangestellter packt aus

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Lederfesseln und Voodoo-Ärzte: Ein Hotelangestellter packt aus

21.06.2013, 13:09 Uhr | dpa

Lederfesseln und Voodoo-Ärzte: Ein Hotelangestellter packt aus. Als Hotelangestellter erlebt man so einiges (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Als Hotelangestellter erlebt man so einiges (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Versehentliches Stören intimer Momente, sowie Wünsche nach Lederfesseln oder Voodoo-Ärzten. Das gehört zum Berufsrisiko eines Hotelangestellten, wenn man dem ehemaligen Luxushotel-Mitarbeiter Jacob Tomsky und seinem Buch glauben darf.

Luxushotel-Angestellter schreibt Erfahrungen nieder

Wenn Jacob Tomsky eine Tür öffnet, sind die Menschen dahinter oft peinlich berührt. Weil sie gerade nackt sind, hemmungslos weinen oder von ihm beim Seitensprung erwischt werden. Mehr als zehn Jahre lang arbeitete der Amerikaner in Luxushotels von New York bis New Orleans. Was er dort zu sehen bekam, würde so manchem wohl die Schamesröte ins Gesicht treiben. Jacob Tomsky hat ein Buch darüber geschrieben.

Offenlegung intimer Momente

"Manche Gäste warten nur darauf, dass jemand ihr Zimmer betritt. Andere wiederum empfinden allein schon den Gedanken daran als puren Horror", schreibt Tomsky in "Wer eincheckt, hat verloren" (Ullstein extra). Sein Buch erinnert vom Prinzip her an den Besteller einer Putzfrau, die von ihren Erlebnissen berichtet. Eines sei sicher, sagt Tomsky: "In jedem Zimmer, hinter jeder Tür, pulsiert das pralle Leben." Er habe Männer über ihre Scheidung weinen sehen, Gäste beim Stelldichein erwischt oder aus der Wand gerissene Handtuchhalter mit Lederfesseln im Hotelzimmer entdeckt. "Irgendwann war mir nichts mehr peinlich."

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Auch Flirt bringt kein Upgrade

Bis dahin war es für den heute 34-Jährigen allerdings ein weiter Weg: Er begann als Parkbursche, bis er irgendwann befördert wurde und blutige Handtücher ebenso in die Reinigung bringen musste wie Bettlaken, aus denen Kondome fielen. Schließlich arbeitete er sich zum Empfangschef hoch - und entschied, wer ein kostenloses Upgrade oder doch nur das Standardzimmer mit Blick auf den Hinterhof bekommt. "Als Mitglied einer Reisegruppe läuft man Gefahr, in Räumlichkeiten zweiter Klasse untergebracht zu werden", verrät Tomsky, der eigentlich Philosophie studiert hat. "Auch Gäste, die über einen Billiganbieter im Internet gebucht haben, brauchen sich keinen Illusionen hinzugeben." Frauen hätten mit ihm geflirtet, um ein Upgrade zu bekommen. Ohne Erfolg. "Was tatsächlich funktioniert, ist ein bisschen Großzügigkeit." Je höher das Trinkgeld, desto besser die Behandlung: Der Rezeptionist sei nämlich der einzige Hotelangestellte, der kein Trinkgeld bekomme.

Extrawünsche im Luxushotel

Extrawünsche hätten die Gäste sowieso genug: Vier Ganzkörperspiegel, fünf Mikrowellen, komplett abgedunkelte Zimmer, 20 Extra-Kissen oder seltsame Essgewohnheiten - alles Sonderwünsche prominenter Hotelbesucher. "Ich hatte einen berühmten Gast, der um einen Vodoo-Arzt bat, der auf der Stelle in sein Zimmer gebracht werden sollte", sagt Tomsky. Schief angeschaut wird dafür im Luxushotel niemand. "Alle dieser Anfragen wurden erfüllt."

Nationale Eigenheiten

Hinzu kämen die Eigenarten einzelner Nationalitäten: Während Engländern eine Badewanne besonders wichtig sei, verlangten Japaner häufig nach zwei Einzel- statt einem Doppelbett. Und die Deutschen? Scheinen pflegeleicht zu sein. Zumindest fallen Tomsky keine besonderen Vorlieben ein. "Außer vielleicht, dass sie Effizienz wertschätzen, wenn es ums Einchecken und den Service geht. Aber andererseits: Wer tut das nicht?" Für manche Gäste kommt der Extra-Service ohnehin zu spät. "Die Leute sterben viel öfter in Hotelzimmern als man denkt", sagt er. "Drogen, natürliche Umstände, Mord, Selbstmord. All das passiert in Hotelzimmern. Und das Personal muss darüber Stillschweigen waren."

Autor will zurück ins Hotel

Warum er selbst sogar ein Buch darüber geschrieben hat? "Hotel-Geheimnisse zu veröffentlichen, war nie mein Hauptziel", betont er. "Mein Fokus war es, Lesern die Arbeit von Hotelangestellten näher zu bringen und ihnen zu zeigen, dass wir alle nur Menschen sind, die unseren Job machen. Und es ist ein harter Job." Sein Roman ist in den USA bereits unter dem Titel "Heads in Beds" erschienen. Er habe eigentlich immer vom Schreiben leben wollen, erzählt er. Aber jetzt hat er Sehnsucht nach dem Fünf-Sterne-Wahnsinn: "Man wird süchtig danach, Menschen zu bedienen", sagt er. "Ich werde zurück in ein Hotel gehen, egal welches, wenn man mich dort haben will."

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