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Reiserecht: Fluglinie muss Ersatzcrew bereithalten

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Reiserecht  

Fluglinie muss bei schlechtem Wetter Ersatzcrew bereithalten

07.11.2014, 11:00 Uhr | t-online.de, dpa

Reiserecht: Fluglinie muss Ersatzcrew bereithalten. Winterwetter kann den Flugverkehr beeinflussen (Quelle: dpa)

Winterwetter kann den Flugverkehr beeinflussen (Quelle: dpa)

Bei schlechtem Wetter ist es einer Airline zumutbar, eine Ersatzcrew bereit zu halten. Verzögert sich wegen eines solchen Falles der Flug, kann das Unternehmen sich nicht auf "außergewöhnliche Umstände" berufen. Den Passagieren steht eine Ausgleichszahlung laut der EU-Richtlinien zu. Das entschied das Amtsgericht Frankfurt.

Bei widrigem Winterwetter muss eine Fluggesellschaft Ersatzpersonal vorhalten, um witterungsbedingte Ausfälle aufzufangen. Verspätet sich eine Maschine deutlich, weil ein Crewmitglied fehlt, steht Kunden eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung zu. Die Airline kann in diesem Fall keine "außergewöhnlichen Umstände" geltend machen. Das entschied das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 32 C 1488/13(41)), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet.

Schnee entschuldigt nicht Verspätung des Piloten

In dem verhandelten Fall verlangte der Kläger von der Airline 600 Euro Entschädigung wegen eines verspäteten Fluges. Die Verzögerung war maßgeblich darauf zurückzuführen, dass der Co-Pilot nicht rechtzeitig einsatzbereit war. Die Fluggesellschaft argumentierte, aufgrund des Schnees hätten außerordentliche Umstände vorgelegen. Dieser Einschätzung schloss sich das Gericht nicht an: Eine Airline habe alle personellen, materiellen und finanziellen Mittel auszuschöpfen, um einen Flug wie geplant durchzuführen. Bei Winterwetter eine Ersatzcrew am Flughafen vorzuhalten, sei eine durchaus zumutbare Maßnahme.

Ein anderer Fall liegt vor, wenn das Flugzeug wegen Winterwetters nicht starten kann - etwa, weil die Flugsicherung die Erlaubnis verweigert. Dann kann die Airline sich auf außergewöhnliche Umstände berufen. Das geht aus einem anderen Urteil des Amtsgerichts Frankfurt hervor.

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