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Passagierdaten sollen fünf Jahre gespeichert werden

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Der gläserne Passagier  

Passagierdaten sollen fünf Jahre gespeichert werden

19.02.2015, 14:27 Uhr | Marc Reisner, srt

Passagierdaten sollen fünf Jahre gespeichert werden. Mit jedem Flug könnten künftig die Daten der Passagiere über Jahre gespeichert werden. (Quelle: imago)

Mit jedem Flug könnten künftig die Daten der Passagiere über Jahre gespeichert werden. (Quelle: imago)

Wer von Europa in die USA reist, der gehört längst zu den gläsernen Bürgern. Seit Jahren lassen sich die amerikanischen Behörden - meist von den Airlines - 35 verschiedene Informationen übermitteln. Das reicht vom Buchungscode über die Zahlungsart bis zum Sitzplatzstatus. Doch Politiker verschiedenster Couleur wollen die Datenflut nun auch bei Flügen innerhalb Europas auffangen.

"Wenn wir es erlauben, dass wir Daten von den Europäern den Amerikanern geben, dann finde ich es eigentlich ganz normal, dass wir solche Daten auch zwischen Europäern austauschen", erklärte etwa Bundesinnenminister Thomas de Maizière, CDU.

Neue Initiative nach Anschlägen in Paris

Die EU-Kommission hatte nach den Terroranschlägen in Paris eine neue Initiative gestartet, die zum Ziel hat, über jeden Fluggast gleich 42 Daten abzufragen, unter anderem Bestellungen für besondere Speisen. Das Kalkül der Politiker: Wer auf Halal-Menüs besteht, bar zahlt und zum Beispiel aus Syrien nach Europa fliegt, der könnte Dschihadist sein.

UMFRAGE
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Das Problem: Allein im ersten Halbjahr 2014 (neuere Zahlen lagen bis Redaktionsschluss nicht vor) transportierten die in der Association of European Airlines zusammengeschlossenen Fluggesellschaften 176 Millionen Passagiere. Da die Fluggastdaten zudem bis zu fünf Jahre lang gehortet werden sollen, kommt ein unglaublicher Datenberg zusammen.

Riesige Datenmengen

Diese "anlasslose Vorratsdatenspeicherung" stößt verbreitet auf Kritik. Datenschützer fürchten Missbrauch, Polizei und Geheimdienste weisen darauf hin, dass diese Datenmenge kaum sinnvoll zu durchforsten sei. Tatsächlich speichert Frankreich die Daten von Fluggästen über zwölf Monate hinweg; die Pariser Anschläge konnte das dennoch nicht verhindern, obwohl die Behörden an der Seine versuchen, die Daten gezielt zu analysieren.

Trotzdem: Der Austausch von Fluggastdaten dürfte schnell Realität werden. Zwar war ein entsprechender Vorstoß im Frühjahr 2011 am Widerstand des Europäischen Parlaments gescheitert. Nun jedoch machen die Geschehnisse in Frankreich einen Kompromiss wahrscheinlich. Fest steht allerdings auch: Eine 100-prozentige Sicherheit wird es nicht geben.

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