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Geld abheben im Ausland: Wer Euro wählt, zahlt immer drauf

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Geld abheben im Ausland  

Wer Euro wählt, zahlt immer drauf

26.02.2015, 09:25 Uhr | Hans-Werner Rodrian, srt

Geld abheben im Ausland: Wer Euro wählt, zahlt immer drauf. Vorsicht beim Geldabheben im Ausland. (Quelle: Reuters)

Vorsicht beim Geldabheben im Ausland. (Quelle: Reuters)

Beim Zahlen oder Geldabheben außerhalb der Eurozone lassen sich Urlauber oft von lokalen Banken über den Tisch ziehen. Denn die fremden Banken jubeln ihnen am Geldautomaten einen für den Touristen schlechten Wechselkurs unter. Und sie machen das so geschickt, dass viele es nicht bemerken. Wer aufmerksam bleibt, vermeidet die Abzocke.

So funktioniert der Bankentrick

Beim Geldabheben zum Beispiel in England, Polen, Dänemark oder den USA bekommt man Pfund, Zloty, Kronen oder Dollar ausbezahlt. Vom eigenen Konto werden aber natürlich Euro abgezogen. Genauso ist es, wenn man mit der Karte das Hotel oder das gerade gefundene Schnäppchen bezahlt. Irgendwo "unterwegs" müssen die erhaltenen tschechischen Kronen oder kroatischen Kuna in Euro gewechselt worden sein. Aber wer führt die Umrechnung durch? Und zu welchem Kurs?

Genau darum wird hinter den Kulissen gerangelt. Der Automatenbetreiber in Prag oder Antalya ist meist eine lokale Firma, die mit der Bank des Urlaubers nicht mehr zu tun hat als der Hotelier oder die Fluggesellschaft. Alle drei holen sich das Geld des Urlaubers von dessen Hausbank. Klassischerweise geschieht das in lokaler Währung.

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Immer häufiger versuchen die Automatenaufsteller aber, den Kunden zu überreden, dass sie selbst den Geldwechsler spielen dürfen: Sie müssen zwar beide Varianten anbieten, die für den Kunden ungünstigere ist aber vorausgewählt. "Dynamic Currency Conversion" (DCC) nennt sich diese moderne Form der Geldbeutelschneiderei. Wer intuitiv das vertraut klingende "Bezahlen in Euro" wählt, der schenkt dem lokalen Zahlungsabwickler gern mal 50 Euro und mehr.

Irreführende Darstellung am Automaten

Die Lockbegriffe am Display tragen Namen wie "sofortige Umrechnung" und "garantierter Wechselkurs". Oder es wird ganz harmlos gefragt: "Wollen Sie in Euro zahlen?" Wer darauf eingeht, der hat schon verloren. Zwischen vier und zehn Prozent Preisnachteil stellte schon im vergangenen Jahr ein Testteam der Stiftung Warentest fest.

Mittlerweile melden Verbraucherverbände noch deutlich dreistere Abrechnungen: So rechnen Outlet-Stores in den USA gern mal Dollar zu Euro 1:1 um. Und eine polnische Bank genehmigte sich per DCC fast 40 Prozent Währungsvorteil. Doppelt teuer wird die Sache nach Auskunft der Stiftung Wartenest in Tschechien, Polen und Großbritannien. Dort rechnen die Betreiber nicht nur ungünstig um, sondern genehmigen sich gern auch noch eine saftige "Servicegebühr".

Der Urlauber wird zur teuren Variante gedrängt

Besser ist der Urlauber stets dran, wenn er die klassische Auszahlung in Landeswährung ohne Abrechnung in Euro wählt. Dann nämlich bleibt dem Automatenbetreiber nichts anderes übrig, als den lokalen Auszahlungsbetrag an die Bank des Kunden zu melden. Erst die rechnet ihn dann - zu einem deutlich faireren Wechselkurs - in Euro um und belastet damit das heimische Kundenkonto.

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Besonders trickreich: Die Darstellung am Automaten ist oft so, dass der Urlauber zur teureren Variante gedrängt wird. So berichtet die Stiftung Warentest von Automaten in Prag, bei denen die preiswertere Auszahlung ohne Umrechnung in warnend roter Schrift "Kein garantierter Wechselkurs" und die teure Variante in grüner oder weißer Schrift "Garantierter Wechselkurs" angezeigt wurde.

Währungskurs im Ausland prüfen - am einfachsten per App

Die meisten Urlauber bekommen von den Wechselkurstricksereien übrigens nicht mal etwas mit. Wer hat schon Summe und genauen Wechselkurs im Kopf, wenn er Wochen später daheim auf dem Kontoauszug nur noch einen Euro-Betrag abgebucht sieht? Und selbst wenn der Urlauber die Übertölpelung bemerkt, dann ist es doch in jedem Fall zu spät. Bei seiner Hausbank kann er sich jedenfalls nicht beschweren. Denn für den ungünstigen Kurs war allein der Automatenbetreiber im Ferienland zuständig.

Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, im Ausland außerhalb der Eurozone immer den angebotenen Währungskurs zu prüfen. Am einfachsten funktioniert das heute per Smartphone: etwa mit der Gratis-App "Reise + Geld" des Bundesverbands deutscher Banken. Die rechnet im Handumdrehen 160 Währungen um - und stellt dabei die Nepper bloß.

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