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Griechenland-Krise: Was Urlauber jetzt wissen müssen

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Griechenland-Krise  

Was Urlauber jetzt wissen müssen

16.07.2015, 11:15 Uhr | AFP, dpa, ADAC

Griechenland-Krise: Was Urlauber jetzt wissen müssen. Griechenland: Als Urlaubsland wunderschön, aber die Lage verunsichert Besucher. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Griechenland: Als Urlaubsland wunderschön, aber die Lage verunsichert Besucher. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Lage in Griechenland ist weiter ungewiss. Das verunsichert auch Griechenland-Urlauber. Kostenlos stornieren können sie aus Sicht von Experten aber nicht. Was Urlauber jetzt wissen müssen.

Ausreichend Bargeld mitnehmen

Die griechischen Banken bleiben geschlossen, einige Geldautomaten sind leer. Für ausländische EC- und Kreditkarten gilt das Auszahlungslimit von 60 Euro pro Tag zwar nicht, von einem leeren Geldautomaten bekommen allerdings Urlauber trotzdem kein Geld. Wie sich die Situation weiter entwickelt, ist schwer vorhersehbar. Weil inzwischen auch die Geschäftsbanken geschlossen sind, kann es laut Auwärtigem Amt häufiger zu Engpässen in der Bargeldversorgung kommen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt, ausreichend Bargeld mitzunehmen. Auch Travellerschecks können eine Alternative sein. Vor Ort sollte mitgebrachtes Bargeld sicher verwahrt werden, also im Hotelsafe oder gut verteilt im Gepäck. Um sich vor Taschendieben zu schützen, sollten Urlauber während des Tages nur die Geldmenge mitnehmen, die sie unbedingt brauchen. Das empfiehlt der ADAC.

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In Geschäften können Urlauber zwar in der Theorie weiter mit EC- oder Kreditkarten zahlen. Wer das so häufig wie möglich macht, spart sich seine Barreserven für die Ausnahmen. Der ADAC hält es für möglich, dass viele Geschäfte, Hotels und sonstige Dienstleister auf Bargeldzahlung bestehen.

Keine kostenlose Stornierung

Wer nun kurzfristig seinen Griechenland-Urlaub absagen möchte, wird um Stornogebühren nicht herumkommen. Der drohende "Grexit" und einige leere Geldautomaten sind momentan noch kein Grund, auf die Reise zu verzichten. Die Situation sieht laut Reiserechtler Paul Degott anders aus, wenn in den kommenden Tagen oder Wochen eine Art Dominoeffekt einsetzt. Wenn zum Beispiel Benzin für die Ausflugsbusse fehlt oder es in den Hotels kein Essen mehr gibt, kann der Urlauber den Vertrag mit dem Veranstalter kündigen.

Er wäre dann verpflichtet, die Reisenden nach Hause zu befördern. Alternativ können sich Urlauber vor Ort beim Reiseleiter beschweren und eine Minderung des Reisepreises verlangen. Momentan bleibt Urlaubern, die ihre geplante Griechenland-Reise nicht antreten möchten, nur die Hoffnung auf Kulanz des Veranstalters oder die reguläre Stornierung samt entsprechender Gebühren.

Reisemängel dem Veranstalter melden

Der Reiserechtler Ernst Führich hat mögliche Szenarien an Reisemängeln zusammengestellt. Er erklärt zudem, wie Urlauber reagieren sollten. Dabei führt der Weg immer über den Veranstalter der Reise. Dieser ist dafür zuständig, dass ein Mangel beseitigt wird - muss aber auch Gelegenheit haben, es zu versuchen. Einfach stillhalten und im Nachhinein Geld zurückzufordern funktioniert also normalerweise nicht. Allerdings ist es unerheblich, welcher Umstand den Mangel verursacht hat. Der Veranstalter ist in der Pflicht, für Besserung zu sorgen.

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Einige denkbare Reisemängel:

  • Das Essen in den Hotels wird knapp: Die Verpflegung im Hotel ist bei einer Pauschalreise eine gebuchte Leistung. Bei mangelhafter Verpflegung kann der Gast den Reisepreis um maximal 5 bis 10 Prozent mindern. Zum Beispiel, wenn das Hotel den Speiseplan deutlich ausdünnt.
  • Das Hotelpersonal wird nicht mehr bezahlt: Wenn der Zahlungsverkehr in Griechenland weiter eingeschränkt bleibt, könnten Hotels Probleme bekommen, ihre Mitarbeiter zu bezahlen. Treten diese nicht mehr zu Arbeit an, kann sich auch daraus ein Mangel ergeben: "Bei Service- und Komfortproblemen ist eine Minderung des Reisepreises von bis zu 20 Prozent angemessen", erklärt Führich.
  • Das öffentliche Leben steht still: Spitzt sich die Krise weiter zu, ist ein Stillstand des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens denkbar. Dann läge unter Umständen ein erheblicher Reisemangel vor, der den Kunden zu einer kostenlosen Kündigung berechtigt, erläutert Führich. Der Urlauber könnte dann zurückreisen und bekäme die nicht verbrauchten Reiseleistungen erstattet. Er darf in einem solchen Fall aber nicht einfach abreisen, sondern muss der Reiseleitung vor Ort wieder eine Frist setzen, innerhalb derer sie den Mangel beseitigen kann. "Diese Frist hängt von der Dauer der Reise ab. Bei einem Urlaub von 14 Tagen sind 3 Tage angemessen", so Führich. Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, als käme das öffentliche Leben in Griechenland vollständig zum Erliegen.

Mietwagen von Deutschland aus buchen

Beim Mietwagen ist man auf Nummer sicher, wenn er vorab in Deutschland gebucht wurde, sagt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. Dann habe man bereits gezahlt und außerdem den Vorteil, die Angebote vorab vergleichen zu können.

Entscheidet man sich spontan vor Ort dazu, einen Wagen zu mieten, geschehe dies aber nach wie vor meist über die Kreditkarte. "Es ist und bleibt ein Kreditkartengeschäft." Der ein oder andere lokale Anbieter kann das Geld zwar unter Umständen in bar haben wollen. Bislang seien aber keine Probleme bei der Mietwagen-Buchung und -Bezahlung bekannt.

Der ADAC weist jedoch darauf hin, dass Benzin im Land bei einer Staatspleite bald knapp werden könnte, da Griechenland Rohöl nahezu vollständig importiert. Dann könnte es Engpässe an den Zapfsäulen geben. Falls es soweit kommt, sollten Urlauber jede Gelegenheit zu nutzen, das Auto vollzutanken, rät Müllenbach-Schlimme. Wird es richtig eng, bleibt nur noch eine Möglichkeit: keinen Wagen zu mieten und auf andere Transportmittel umzusteigen.

Was ist mit Flügen, Fähren, Sehenswürdigkeiten?

Im Falle einer Staatspleite könnte die griechische Regierung wohl keine Gehälter mehr zahlen. Wenn Mitarbeiter an Flughäfen, von Airlines oder Fährgesellschaften ihre Arbeit niederlegen, kommt es zu Verzögerungen und Ausfällen. Ob das allerdings wirklich eintritt und wie groß das Ausmaß sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen.

Das Gleiche gilt etwa für Sehenswürdigkeiten, die vom Staat betrieben werden. Archäologische Stätten sowie staatliche Museen und Hotels könnten bis aus Weiteres schließen, wenn das Land zahlungsunfähig ist.

Ist die medizinische Versorgung gesichert?

Viele niedergelassene Ärzte behandeln Patienten bereits jetzt nur noch gegen Barzahlung, meldet der ADAC. Dieser Effekt dürfte sich im Falle einer Staatspleite verstärken. Reisende sollten daher unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen, um sich so zum Privatpatienten zu machen. Auch wenn ein Arzt auf Bargeldzahlung besteht, zahlt die Versicherung in der Regel das Geld zurück.

Laut Auswärtigem Amt gebe es zudem Hinweis, dass es bei einzelnen Medikamenten zu Engpässen kommen kann. Urlauber sollten die Medikamente mitnehmen, die sie aller Voraussicht nach brauchen.

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