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Trotz Griechenland-Krise: Deutsche Urlauber bleiben Hellas treu

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Auch nach Referendum  

Deutsche Urlauber bleiben Griechenland treu

08.07.2015, 14:59 Uhr | dpa

Trotz Griechenland-Krise: Deutsche Urlauber bleiben Hellas treu. Griechenland ist bei Urlaubern weiter beliebt - trotz Krise. (Quelle: dpa)

Griechenland ist bei Urlaubern weiter beliebt - trotz Krise. (Quelle: dpa)

Die griechischen Hoteliers und Restaurantbesitzer bangen um ihre Gäste angesichts der anhaltenden Krise. Doch an den deutschen Urlaubern liegt es nicht - sie halten Hellas die Treue.

"Der Schaden ist bereits entstanden", sagt Christos Pilatakis, Hoteldirektor auf Rhodos. Bereits nach der Ankündigung des Referendums seien vor allem Individualurlauber abgereist. Pauschalreisende seien bisher geblieben. Allerdings gebe es Stornierungen für die nächsten Monate.

Griechenland gehört zu beliebtesten Zielen der Deutschen

Deutsche Urlauber scheinen Hellas vorerst aber weiter treu zu bleiben. Es weise nichts auf  geänderte Reisepläne hin, erklärt der Deutsche Reiseverband DRV. Griechenland zähle in diesem Sommer erneut zu den beliebtesten Zielen der Deutschen.

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Das bestätigt auch der deutsche Branchenprimus TUI: Es gebe keine Anfragen der Kunden wegen Stornierungen oder Umbuchungen. Im vergangenen Jahr rangierte Hellas auf Rang sieben der zehn begehrtesten Ziele deutscher Urlauber.

Die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin wollen ihr Flugprogramm nach Griechenland beibehalten. "Die Deutschen und die Europäer werden auch weiterhin dorthin fliegen", sagt Air-Berlin-Chef Stefan Pichler. Die Lufthansa zeigt sich ebenfalls unbeeindruckt. Sie verkaufe trotz der Finanzkrise weiterhin Flugtickets, sagt ein Sprecher.

Tourismus entlastet griechische Wirtschaft

Für die angeschlagene griechische Wirtschaft ist der Tourismus ein Lichtblick. Er trägt mehr als 16 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Im vergangenen Jahr reisten 22 Millionen Sonnenhungrige aus aller Welt in das Land - ein Rekord. Allein rund 2,5 Millionen kamen aus Deutschland. Rund 13,4 Milliarden Euro spülten die Touristen in griechische Kassen.

Ein weiteres Rekordjahr scheint angesichts des Dauerdramas zwar wenig wahrscheinlich. Mit einem drastischen Rückgang der Urlauberzahlen rechnet Branchenexperte Ulf Sonntag vom Institut für Tourismus und Bäderforschung vorerst aber nicht. "Die Sommersaison ist schon weitgehend gebucht und auch für die Herbstsaison haben viele die Reise schon festgemacht."

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Einbruch bei einheimischen Urlaubern befürchtet

Pauschalreisen nach Griechenland lassen sich allein wegen der aktuellen politischen Diskussion ohnehin nicht kostenlos stornieren. Das dürfte so manchen Touristen von einer Änderung seiner Pläne abhalten. "Das Reiseverhalten ändert sich meist dann entscheidend, wenn das Urlaubserlebnis massiv beeinträchtigt wird, beispielsweise durch einen Generalstreik oder Naturkatastrophen", sagt Sonntag. "Derzeit sehe ich keinen Grund für Stornierungen."

Möglicherweise verzichtet der ein oder andere Individualreisende auf den Griechenland-Trip. In der Summe dürfte das Ulf Sonntag zufolge keine große Rolle spielen. Denn Pauschalurlaube machen mit 67 Prozent den größten Teil der Reisen aus.

Anders sieht es dagegen bei Touristen aus dem eigenen Land aus. Hotelier Dimitris Skalidis in der Nähe von Nafplion auf der Halbinsel Peloponnes spricht von einer Katastrophe. "Die meisten werden wohl diesen Sommer Ferien bei der Tante oder den Großeltern machen."

Last-Minute-Buchungen brechen ein

Ebenfalls einen Bogen scheinen Last-Minute-Urlauber um Griechenland zu machen. Die Zahl dieser Buchungen von Reisen nach Griechenland ist dramatisch eingebrochen. Sie sei seit der Ankündigung des inzwischen abgehaltenen Referendums vor anderthalb Wochen um 30 Prozent zurückgegangen, sagte der Chef des griechischen Tourismusverbands, Alexander Lamnidis. Für gewöhnlich handelt es sich bei etwa jeder fünften Urlaubsreise nach Griechenland um eine Last-Minute-Reise.

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