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Urlaub 2016: Betten in Spanien werden knapp

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Wohin im Urlaub 2016?  

Spaniens Betten werden knapp

19.02.2016, 15:37 Uhr | Hans-Werner Rodrian/srt

Urlaub 2016: Betten in Spanien werden knapp. Auf Gran Canaria wird es voll. (Quelle: dpa)

Auf Gran Canaria wird es voll. (Quelle: dpa)

Angesichts von Flüchtlingskatastrophen und Terrorwarnungen entscheiden sich immer mehr Urlauber für Bewährtes: Mallorca und die Kanarischen Inseln sind gefragt wie nie. Die Nachfrage zieht  an wie verrückt, weiß Manuel Butler, Chef des spanischen Fremdenverkehrsamts in Berlin. 

Während es in den Ländern des östlichen Mittelmeers kriselt, kann sich Spanien vor Urlaubern kaum retten. Die Reiseveranstalter freut's, es macht ihnen aber auch Probleme. Denn die Betten gehen langsam aus. So überbieten sich Tui, Neckermann & Co. gegenseitig mit Garantieverträgen und Vorauszahlungen an die örtlichen Hoteliers. Viele setzen auf Exklusivvereinbarungen und nehmen komplette Hotels unter Vertrag.

Es gibt immer mehr Flüge

Gleichzeitig wird das Flugangebot kräftig aufgestockt. Ferienflieger Condor hat gerade angekündigt, 30 Prozent seiner Türkeiverbindunge in Richtung Spanien umzurouten. Tui und Alltours haben Zusatzflügen auf die spanischen Inseln bereits zu den Osterferien aufgelegt. Und Hotelketten wie Allsun und Viva Hotels starten früher als geplant in die Saison - teilweise bereits Ende Februar.

Denn schon jetzt gibt es Buchungsengpässe. Wer innerhalb Spaniens flexibel ist, findet zwar noch ausreichend Angebote. Aber Trendziele wie Mallorca, Gran Canaria und Fuerteventura "laufen zu", wie die Fachleute sagen. Wo das nicht der Fall ist, verzeichnen Reisebüros und Buchungswebseiten erhebliche Preissprünge. Das sprengt dann bei vielen das Budget - vor allem bei Familien.

Spanien gewinnt in der Krise

Natürlich profitiert Spanien von der angespannten Situation in Ägypten, Tunesien und der Türkei. Dort tun sich gerade gewaltige Löcher im Gästeaufkommen auf. Für den kommenden Sommer hat zum Beispiel die Tui erst 60 Prozent der üblichen Türkeivorausbuchungen im Kasten. Bei den Reiseunternehmen jagt eine Krisensitzung die andere. Längst wurden Frühbucherermäßigungen für die betroffenen Regionen verlängert und Extra-"Kindergelder" ausgelobt. Für Spanien dagegen sind die Frühbucherkontingente längst weg, die tagesaktuellen Preise erreichen schwindelerregende Höhen. Auch Portugal und Italien, Kroatien und Bulgarien profitieren von der Türkeischwäche. Aber nirgendwo ballt es sich so wie in Spanien.

Der Vorteil könnte sich allerdings bald umdrehen, befürchten zahlreiche Veranstalter. Denn Spanien ist nun mal nicht so billig wie die Türkei oder gar Ägypten. Viel weniger Hotels stehen in der ersten Reihe hinterm Strand. Wo das der Fall ist, lassen sie sich das in Gold aufwiegen. Wer ein Fünfsterne-All-inclusive-Hotel am Roten Meer mit Heerscharen von Kellnern gewohnt ist, der wird sich auf Mallorca oder den Kanarischen Inseln erst mal umsehen. Bereits jetzt häufen sich auf den Hotelbewertungsportalen die Einträge vom Preisleistungsverhältnis auf den Kanaren erschrockener, ehemaliger Ägyptenstammgäste. Ganz zu schweigen von den Nebenkosten vor Ort. Kenner erwarten, dass die in der Hochsaison noch mal anziehen werden.

Allerdings zeigen sich auch unerwartete Vorteile

In einer Branche, in der bislang nur der Preis zählte, kommen plötzlich andere Werte zum Tragen. Gäste, die im vergangenen Jahr noch wegen 50 Euro Preisunterschied das Ferienland gewechselt haben, entdecken auf einmal den Reiz der Europäischen Union samt ihrer relativ hohen Sicherheit und der guten Infrastruktur, vom Verbraucherschutz bis zur Deckelung der Handytarife. Anders als in Ägypten darf man auf Mallorca auch dem Zimmermädchen gegenüber ein gutes Gewissen haben: Denn Spanien ist ein Land mit Mindestlohn. Ein Unterschied, der sich natürlich auch im Reisepreis niederschlägt. 

Spaniens Tourismuswerber hoffen zudem, dass die Urlauber aus dem Norden nicht mehr automatisch nur an die Inseln denken. Verkehrsamtschef Manuel Butler: "Es wäre schön, wenn wieder mehr Deutsche unser schönes spanisches Festland entdeckten."

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