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Die Rückkehr der Schlagbäume sorgt für Staus

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Grenzkontrollen  

Die Rückkehr der Schlagbäume

07.03.2016, 11:42 Uhr | Hans-Werner Rodrian/srt

Die Rückkehr der Schlagbäume sorgt für Staus. Es gibt immer wieder Staus an den Grenzen. (Quelle: SRT-Archiv/Neushorn)

Es gibt immer wieder Staus an den Grenzen. (Quelle: SRT-Archiv/Neushorn)

"70 Minuten Wartezeit auf der Autobahn Salzburg-München vor dem Grenzübertritt bei Bad Reichenhall." Vor ein paar Monaten hätte man solche Verkehrsdurchsagen für einen schlechten Scherz gehalten. Seit im Zuge der Flüchtlingskrise wieder Grenzen überwacht werden, sind die Verkehrsdurchsagen wieder da und die Staus auch. Was tun?

Nadelöhr ist derzeit die Grenze bei Salzburg. Wartezeiten ab einer Stunde sind dort die Regel. Wo der Verkehr früher dreispurig floss, hat die Polizei auf eine Spur verengt. Nicht viel besser sieht es auf der Inntalautobahn (A93) bei Kiefersfelden und der A3 vor Passau aus. Regelmäßiger Verkehrsfunkstar ist zudem die Landstraße zwischen Salzburg und Freilassing. Es staut sich stets bei der Einreise nach Deutschland. Bei der Ausreise kann der deutsche Urlauber also den Stau schon mal besichtigen... 

Stau darf nicht länger als fünf Kilometer werden

Da ist dann zum Beispiel gut zu sehen, dass nicht direkt an der Grenze kontrolliert wird, sondern stets etwas landeinwärts an der ersten Autobahnausfahrt oder Raststätte. Grundsätzlich soll sich der Verkehr nicht länger als fünf Kilometer zurückstauen, so ein Polizeisprecher. Falls doch, wird die Kontrollstelle kurzzeitig geöffnet, der Verkehr durchgewunken. Nicht nur Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber spricht deshalb von "reiner Symbolpolitik". 

Staus befürchten Fachleute bald auch für weitere Grenzen. Österreich hat angekündigt, zwölf Grenzübergänge zu kontrollieren. Darunter ist die Tauernautobahn mit ihren Zufahrten von Italien (bei Arnoldstein) und Slowenien (Karawankentunnel). Kontrolliert werden soll auch am Reschenpass und vor allem am Brennerpass, dem wichtigsten österreichischen Alpenübergang. Wann die Kontrollen beginnen, ist unklar. 

Europa voller Schlagbäume

Deutschland und Österreich sind nicht die einzigen Grenzkontrolleure. Ganz Europa ist wieder voller Schlagbäume. Das Schengener Abkommen steht zwar seit 30 Jahren für die Abschaffung der Personenkontrollen an den Binnengrenzen und damit für ein "Europa ohne Schranken". Im Zug der Flüchtlingskrise kontrollieren aber immer mehr Staaten wieder: Ungarn gehört ebenso dazu wie Slowenien, Schweden und Dänemark. Die Urlaubsreise mit dem Auto wird zum Hindernislauf.

Auf Behinderungen einstellen müssen sich vor allem Fahrer von Vans und Wohnwagen, weiß ADAC-Sprecher Johannes Boos: "Im Fokus der Kontrollen stehen alle Fahrzeuge, die bauartbedingt dazu geeignet sind, "blinde Passagiere" zu befördern." Beeinträchtigungen gibt es allerdings sogar, wenn man gar nicht Auto fährt. Denn auch der Bahn-, Fähr- und Flugverkehr sind betroffen. Da kontrollieren die Grenzer allerdings meist nicht selbst, sondern der Staat delegiert: Die Verkehrsunternehmen werden verpflichtet, bereits im Ausland die Papiere zu kontrollieren. Wer dann bei der Einreise keinen Ausweis vorweisen kann, wird auf Kosten der Airline oder Fährgesellschaft zurückgeschickt. 

Bahn sieht keine Auswirkungen

Aktuell sieht die Bahn zwar "keine spürbaren Auswirkungen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr", so Bahn-Sprecher Holger Bajohra. Sowohl Züge aus Österreich als auch nach Dänemark "erreichen ihre Ziele in aller Regel pünktlich". Ähnlich äußert sich der Ferienflieger Condor für die Zugangskontrollen an den Flughäfen. Doch die Lage kann sich sehr schnell wieder ändern, wie das Bahnchaos im vergangenen September zwischen Österreich und Deutschland gezeigt hat. 

Vor allem fürchten die Verkehrsträger eins: die allgemeine Wiedereinführung der Grenzkontrollen in Europa. Dann wäre das Chaos perfekt, warnt der deutsche Flughafenverband ADV. An den bislang in Schengen- und Non-Schengen-Bereiche unterteilten Airports würde es "zu extremen Wartezeiten kommen". Mindestens jeder zehnte Flug würde ausfallen. 

Weit und breit kein Kontrolleur

Noch ist es nicht so weit. Ganz im Gegenteil. Selbst der Autofahrer sieht auf den meisten Nebenstreckengrenzen weit und breit keinen Kontrolleur. Am Autobahnübergang Salzburg zeigt die Polizei Präsenz; unmittelbar daneben am Bundesstraßenübergang ist keine Uniform zu sehen. Da kommt mancher natürlich auf die Idee, dem Stau ein Schnippchen zu schlagen. Dabei gilt es abzuwägen, ob sich das Ausweichen rentiert. Denn die Nebenstrecken sind rasch überlastet. Die Folge: Man wartet in einem anderen Stau. 

Als hilfreich erweist sich dabei die moderne Technik. Immer mehr Urlauber schalten den guten alten Verkehrsfunk ab und informieren sich stattdessen via Smartphone über "Google Maps" (maps.google.de, Menü "Verkehrslage"). Die App markiert Staus praktisch in Echtzeit, denn der Internetriese Google wertet dazu die Positionsdaten von Millionen Handys aus.

Einfach am Stau vorbei

Mancher spart sich aber auch all die neumodischen Tricks und plant gleich anders: Er fährt runter von der Autobahn und auf landschaftlich reizvollem Weg am Stau vorbei. Da lässt sich zwar in der Regel keine Zeit sparen, aber Stress vermeiden und mehr aus dem Urlaub machen. Eine aussichtsreiche Alternative zur Salzburger Autobahn ist die Deutsche Alpenstraße (Gröding, Berchtesgaden, Schneizlreuth, Inzell, Siegsdorf). Oder man fährt gleich ganz großräumig über die Felbertauernstrecke, im Sommer auch die Großglockner-Hochalpenstraße oder (als Alternative zu Brenner und Reschenpass) übers Timmelsjoch. Das ist garantiert deutlich langsamer als über die Autobahn mit Stau, dafür sind prächtige Blicke garantiert. 

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