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Was verbirgt sich eigentlich hinter X-Veranstaltern?

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Virtuelle Reiseanbieter  

Urlaub buchen beim X-Veranstalter

15.03.2016, 12:48 Uhr | Tinga Horny/srt

Was verbirgt sich eigentlich hinter X-Veranstaltern?. Viele Menschen buchen ihren Urlaub online. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Menschen buchen ihren Urlaub online. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fast jede zweite online gebuchte Reise stammt heute von einem sogenannten X-Veranstalter. Die Preise sind günstig, aber die Nachteile stehen nicht nur im Kleingedruckten. Wir geben einen Überblick.

In der Regel fällt es Verbrauchern gar nicht auf. Wenn sie bei Opodo, Expedia, Holidaycheck und anderen Reiseportalen nach Schnäppchen suchen, haben preisgünstigste Offerten oft ein "X" vor den Angeboten von Tui, Neckermann & Co. X-Veranstalter sind eine relativ junge Spezies. Das Internet und die damit verbundene Entwicklung von miteinander vernetzten Datenbanken haben sie erst möglich gemacht. Heutzutage ist es kein Problem mehr, in Sekundenschnelle online nach dem günstigsten Flug zu suchen und diesen dann mit dem Hotel eines Veranstalters zu einem Reisepaket zusammenzuschnüren. Dynamic Packaging nennt das die Reisebranche und zeichnet auf diese Weise zustande gekommene Pauschalreisen mit einem "X" aus. 

Ob nun allerdings ein "X" vor dem Buchungscode steht oder nicht, ob der Urlaub online oder im Reisebüro gekauft wurde: Das Produkt ändert sich damit nicht. "Der Kunde bekommt eine Pauschalreise wie jeder andere auch", heißt es bei Thomas Cook. Er erhält also immer die Leistungen einer klassischen Pauschalreise aus dem Katalog. 

Ein virtueller Wühltisch

Für Airlines und Veranstalter ist dieser elektronische Marktplatz ein idealer Wühltisch, um auf einen Klick den noch unverkauften Flugsitz mit dem freien Bett in der Sonne zu kombinieren und zu verkaufen. Der Vorteil für die Kundschaft ist ein großes Pauschalangebot zu den tagesaktuellen niedrigsten Preisen. Alle bekannten Reiseveranstalter mischen mittlerweile in diesem Markt mit. X-Alltours, XTui, XFTI, XNec (für Neckermann), XL'tur heißen sie, Jahn Reisen und ITS scheren aus und nennen ihr X-Angebot Jahn Reisen Indi bezwiehungsweise ITS Indi. 

Aber nicht nur die etablierten Reisefirmen agieren auf dieser Resterampe, auch junge Veranstalter, die nur über das Internet verkaufen, sind auf diese Weise entstanden. Der Pionier heißt V-tours. Das Unternehmen stellte bereits 2004 als virtuelles Reiseportal in Echtzeit Flug, Betten und Transfer zu Pauschalreisen zusammen. JT Touristik heißt ein anderer namhafter X-Veranstalter. 

X-Reisen lohnen sich nicht immer

Während sich Dynamic Packaging für die Reisebranche zum einträglichen Geschäft entwickelt hat, lohnen sich X-Reisen nicht immer für Verbraucher. Der Teufel steckt nicht nur im Kleingedruckten. Da haben die Richter bereits 2014 das größte Ärgernis abgeschafft: Überzogene Anzahlungen und Stornierungen mit einem Eingangsstaffelsatz von 40 Prozent sind seitdem unzulässig. Ein Staffelsatz, der mit 20 Prozent wie auch bei den Katalogangeboten beginnt, ist nun üblich. Reiseveranstalter wie Tui, FTI oder Alltours variieren zwar leicht in den Stornosätzen, behandeln aber X-Reisen nicht anders als ihre Katalogreisen. Ordentlich hingelangt wird allerdings noch beispielsweise bei JT Touristik und XL'tur, ab dem zweiten beziehungsweise dritten Tag vor Reiseantritt werden bei einem Rücktritt 95 Prozent des Reisepreises einbehalten. 

Verdienen sich die X-Veranstalter damit eine goldene Nase? Mitnichten. Stattdessen geben sie nur die hohen Stornogebühren der Airlines weiter. Denn bei X-Reisen sind die Reiseunternehmen selbst die Schnäppchenjäger, die nach dem billigsten Flug in der Datenbank forsten. Die Flüge müssen sofort bezahlt werden und bei einem Reiserücktritt gelten die Stornostaffeln der jeweiligen Fluggesellschaft. Virtuelle Veranstalter gehen ein noch größeres Risiko ein. "In der Regel kaufen wir Flug und Hotel im Moment der Buchung ein. Dadurch haben auch wir als Veranstalter sofort Stornokosten gegenüber den Leistungsträgern, wenn ein Kunde die Reise nicht antritt", erklärt Jasmin Taylor, Geschäftsführerin von JT Touristik. 

Preise ändern sich schnell

Damit begründet sie zugleich einen Umstand, der zwar viele ärgert, aber auch nichts in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu suchen hat, weil er in der Natur der Sache liegt. Die Preise von X-Angeboten können sich schnell ändern. Wer also eine Reise zu einem sensationellen Preis im Internet gesehen hat, muss damit rechnen, dass sie Minuten später vergriffen ist. Selbst wenn er sofort buchen sollte, ist nicht immer garantiert, dass er die Offerte noch bekommt. Das ist Dynamic Packaging in Echtzeit. Unverbindlich reservieren geht natürlich auch nicht, genauso wenig wie Extrawünsche beachtet werden können. 

X-Offerten lohnen also nur für Bucher, die keine Sonderwünsche haben, spontan entscheiden können und nicht auf ein bestimmtes Urlaubsziel festgelegt sind. Denn ähnlich wie bei Last-Minute-Reisen sind natürlich die Ziele am preisgünstigsten, wo noch jede Menge leerer Flugsitze und Betten vorhanden sind. In diesem Jahr werden das Ägypten und die Türkei sein. 

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