Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Skurrile Museen: Von der Kettensäge bis zum Penis

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Museen, die die Welt nicht braucht  

Von der Kettensäge bis zum Penis

25.04.2014, 12:22 Uhr | dpa, srt, afp, t-online.de

Skurrile Museen: Von der Kettensäge bis zum Penis . Im "Husqvarna Fabriksmuseum“ gibt es mehr als Kettensägen zu entdecken. (Quelle: Kindboms-Fotoatelje)

Im "Husqvarna Fabriksmuseum“ gibt es mehr als Kettensägen zu entdecken. (Quelle: Kindboms-Fotoatelje)

Menschen haben die unterschiedlichsten Bedürfnisse und für jedes scheint es ein eigenes Museum zu geben. Ob Kettensägen, Penisse, Schweine oder Slips - es gibt nichts, was es nicht gibt. Schauen Sie sich die skurrilen Museen auch in unserer Foto-Show an.

Schweden - Ruhe, wundervolle Natur und ein Kettensägenmuseum. Wie bitte? Ja, das gibt es in der Tat. Wer auf richtig schwere Maschinen steht, ist im "Husqvarna Fabriksmuseum“ genau richtig. Es soll zwar Leute geben, die Husqvarna für einen Badeort an der bulgarischen Schwarzmeerküste halten, versierte Hobbygärtner und Heimwerker wissen aber: Die zungenbrecherische Buchstabenfolge steht für einen schwedischen Maschinenbauer, der hochwertige Helfer für Haus und Hobby herstellt: von der Flinte bis zur Fräse, vom Außenbordmotor bis zur Akku-Säge, vom Mixer bis zum Mäh-Roboter. Und das seit 1689. Was die meisten aber nicht wissen, ist, dass es für die Firmengeschichte ein eigenes Technik-Museum gibt mit tausenden von Exponaten: Erfindungen, Prototypen, Rohrkrepierern und Ingenieurs-Meisterleistungen. Überraschend sicher auch, dass Husqvarna nach Royal Enfield die zweitälteste bis heute existierende Motorradfabrik der Welt ist.

Ein Motorrad namens "Grüner Elefant"

Sogar ein Janus ist da. Der knufflige Kleinwagen aus den Fünfzigern, in dem je zwei Personen in und zwei andere gegen die Fahrtrichtung blickend fuhren, ist natürlich einer der ganz großen Stars des Zündapp-Museums in Sigmaringen. Aber eigentlich fehlt nichts, was die "Zünder- und Apparatebaugesellschaft" zwischen 1917 und dem Konkurs 1984 auf die Straße gebracht hat. Und so ist das Museum der Brauerei Zoller-Hof heute das weltweit umfangreichste und größte Museum der ruhmreichen Moped- und Motorradmarke. Grundlage der 2008 eröffneten Ausstellung ist die Sammlung des Privatmanns Adolf Mattes, die der in 50 leidenschaftlichen Sammlerjahren zusammengetragen hatte. Doch irgendwann stellte er den größten Teil seiner Schätze der Brauerei Zoller-Hof zur Verfügung, deren Chef - natürlich - auch ein großer Zündapp-Fan ist. In der ehemaligen Flaschenabfüllung haben sie nun in zwei Stockwerken einen würdigen Platz gefunden: die Mofas, die Generationen 15-Jähriger glücklich machten, die Motorräder wie der "Grüne Elefant" und die 750-Kubikzentimeter-Wehrmachtsmaschine mit Beiwagen und Rückwärtsgang, die Bella-Roller und die Rasenmäher. Insgesamt sind es mehr als 100 Maschinen, bei deren Anblick auch heute noch viele Männerherzen schmelzen. Nach dem für viele Besucher nostalgischen Wiedersehen mit ihrem fahrbaren Stolz aus der Jugendzeit sind es nur weniger Schritte in die gläserne Produktion der Brauerei.

Willkommen im größten "Saustall" der Welt

Ausgerechnet im Alten Schlachthof Stuttgart öffnete das Schweinemuseum. Geschätzte 40.000 Exponate - von Kunst bis Kitsch, von Wissenschaft bis Mythos - lassen in dem 100 Jahre alten Jugendstilgebäude auf 600 Quadratmetern keine Lücke in der vielfältigen Geschichte rund ums Schwein. Korkenzieher, Feuerzeuge, Krawattennadeln, Puppen und natürlich jede Menge Sparschweine - zusammengetragen wurden die Exponate in den vergangenen 25 Jahren von der leidenschaftlichen Sammlerin Erika Wilhelmer. Nachdem ihr 1989 in Bad Wimpfen bei Heilbronn gegründetes "Glücksschweinemuseum" aus allen Nähten geplatzt war, suchte sie lange nach einem neuen Domizil. Sogar Hamburg, Köln und Dresden sollen Interesse gehabt haben. Die ungewöhnliche Herde, die als größte Schweine-Sammlung auch einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde fand, wurde auf 25 Themenräume verteilt. Dem Wildschwein ist ein eigener Raum gewidmet, der Jagd, dem Metzger und sogar der Religion. Für die Sparschweine wurde ein Tresor gestaltet, die Ahnengalerie zeichnet die Entwicklung der rund 150 Rassen nach.

Penisse in allen Varianten

Zartbesaiteten Naturen dürfte das Isländische Phallusmuseum die Schamesröte ins Gesicht treiben. Mehr als 200 Penisse, unterschiedlich gut erhalten, fast aller isländischer Land- und Meeressäugetiere finden sich in den Räumen des Phallusmuseums. Darunter die "besten Stücke" von 17 unterschiedlichen Walarten, 7 Robben- und Walrossarten und von 20 Arten verschiedener Landsäugetiere. Auch vier menschliche Spender will das Museum bereits gewonnen haben, die sich testamentarisch verbürgt haben, nach ihrem Ableben ihr Gemächt zur Verfügung zu stellen.

Unterwäsche der Politiker

Der belgische Aktionskünstler Jan Bucquoy hat in Brüssel ein Slip-Museum eröffnet. Sein wertvollstes Ausstellungsstück: Die Unterhose des belgischen Finanzministers Didier Reynders, verwaschene blaue Boxershorts mit weißen Streifen. "Das Zertifikat beweist: Der Slip ist echt", sagt der selbsternannte Museumsdirektor Bucquoy. Mit geschwungener Unterschrift bestätigt Finanzminister Reynders auf einem Zettel, seine Unterhose gespendet zu haben. Für Lacher sorgt auch, dass neben den Boxershorts des Finanzministers ein G-String des früheren französischen Pornostars Brigitte Lahaie auf einer weiblichen Büste drapiert ist. Neben rund einem Dutzend Promi-Unterhosen stellt Bucquoy auch eigene Werke der vergangenen 25 Jahre aus, auf welche die Bezeichnung "Slip-Art" am besten passt. Der frühere US-Präsident John F. Kennedy oder die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher tragen umgedrehte Unterhosen auf dem Kopf, die wie bunte Hüte wirken.

Berlin - Hauptstadt der Currywurst

Dass es in Deutschland in Sachen Imbiss traditionell um die Wurst geht, weiß man natürlich auch in Berlin. Dort eröffnete im August 2009 das "Deutschen Currywurst Museum". Schließlich ist die Currywurst für den Berliner das, was für den Thüringer die Bratwurst ist. Fünf Millionen Euro wurden in 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche und 30 Dauerarbeitsplätze investiert. Mit 350.000 Besuchern jährlich wird gerechnet.

Hier geht's um die Wurst

Im thüringischen Holzhausen geht es ebenso um die Wurst. Das einzige Bratwurstmuseum Deutschlands eröffnete 2006. Die Ausstellung zeigt alles Wissenswerte rund um die Thüringer Spezialität: uralte Gerätschaften zur Schlachtung oder zur Wursterzeugung, Dokumente, Anekdoten und Geschichten rund um die Bratwurst. Die älteste Bratwurstrechnung der Welt stammt aus dem benachbarten Arnstadt - ausgestellt im Jahre 1404.

Alles Käse

Wer es nicht so mit den Würsten hat, für den ist vielleicht ein edler Käse genau das Richtige. Aber nicht irgendeiner: der Würchwitzer Milbenkäse füllt ein ganzes Museum. Dort erfährt man allerlei Interessantes über diesen außergewöhnlichen Käse und über eben jene Milben, die ihn so einzigartig machen. Die heißen biologisch korrekt Tyroglyphus casei und sind nur 0,3 Millimeter klein. Mit einem Elektronenmikroskop kann man sie aber in vielfacher Vergrößerung sehen. Auch Fotos eines Milbenkäses, der im Jahr 2004 zur Internationalen Raumstation ISS geschickt wurde, sind zu sehen.

Anti-Museen

Ob im Würchwitzer Museum Mäusefallen stehen, um die kleinen Nager von den käsigen Leckerbissen fernzuhalten? Im "Mauseum" benannten Mäusemuseum im nordrhein-westfälischen Glessen gibt es sie. Als Ausstellungsstücke. Neben allerlei Kunst, Kitsch und Wissenswertem. Das "ersten und bedeutendsten Mäusemuseum nördlich des Südpols" versteht sich dabei als Persiflage auf "normale" Museen. Ein Attribut, das auch auf das Lügenmuseum in Gantikow zutrifft. Dort, nahe Pritzwalk, 80 Kilometer nördlich von Berlin, blubbern aus einem alten Radio die "Originaltöne vom Untergang der Titanic" und es gibt einen Weihnachtsbaum aus dem Jahr 1989, "nur einmal gebraucht". Der Künstler Reinhard Zapka hat hier ein begehbares und bildendes Kunstwerk geschaffen. Tausend und ein Objekt werden in zehn Räumen mit Licht- und Klanginstallationen in Szene gesetzt.

Folter- und Gullimuseum

Installationen ganz anderer Art gibt es in Rüdesheim am Rhein zu sehen. Im dortigen "Mittelalterlichen Foltermuseum" stehen 120 Werkzeuge für öffentliche Demütigungen, Folter und Exekution wie Galgen, Streckbank und Kopfpresse. Sie legen Zeugnis über die Rechtsgeschichte jener Zeit und ihre Methoden ab. Sicherlich nichts für zart besaitete Besucher. Deutlich harmloser ist da das Gullimuseum von Hans Gerd Pfister. Dutzende Gullideckel aus aller Welt sind dort zu bestaunen. Weil aber so ein gusseiserner Deckel a: sehr schwer und b: dessen Entwendung strafbar ist, gibt es die Gullis als Fotos auf seiner Website gulliversum.de. So muss man für diese Museumsbesichtigung nicht einmal seine Wohnung verlassen. Der Besuch eines begehbaren Museums, wie etwa dem neueröffneten Bratwurstmuseum, hat dafür wieder ganz andere Vorteile. Wer da Appetit auf eines der Ausstellungsstücke bekommt, für den wird eine echte Thüringer auf den Grill geworfen. So wird Kultur erlebbar!

Weitere Informationen

Bratwurstmuseum Holzhausen Hinter dem Gute 2, 99310 Wachsenburg Gemeinde, Ortsteil Holzhausen, Tel.: 036 28 / 60 44 12, info@bratwurstmuseum.net, www.bratwurstmuseum.net
Currywurstmuseum Berlin info@currywurstmuseum.com, www.currywurstmuseum.com
Foltermuseum Oberstrasse 49-51, 65385 Rüdesheim am Rhein, Tel.: 067 22 / 4 75 10, www.foltermuseum.com
Gullimuseum www.gulliversum.de
Kloßmuseum Hauptstraße 3, 99439 Heichelheim, Tel.: 03643/9000-15, E-Mail: klossmuseum@t-online.de, www.klossmuseum.de
Knopfmuseum Tachauer Str. 2, 95671 Bärnau, Tel.: 09635/1830
Lügenmuseum Am Anger 1, 16866 Kyritz, Tel.: 033971/54782, Fax: 033971-30084, E-Mail: info@luegenmuseum.de, www.luegenmuseum.de
Mauseum Sommerhaus 41, 50129 Bergheim-Glessen, Tel. 02238/ 4 22 77, www.mauseum.de
Nummernschildmuseum Grünauer Str. 3, 09432 Großolbersdorf , Tel.: 03 73 69/ 8 74 48, Fax: 03 73 69/ 8 74 49, E-Mail: nummernschilder@proverdi.de, www.nummernschildmuseum.de
Penismuseum Héðinsbraut 3a, 640 Húsavík, Island, Tel.: 00354/5668668, E-Mail: phallus@phallus.is, www.phallus.is
Schnarchmuseum Warnetalstraße 10, 31061 Alfeld / Leine, Ortsteil Langenholzen, Tel: 05181 / 829187, www.schnarchmuseum.de
Spielkartenmuseum Schönbuchstraße 32 (Schönbuchschule), 70771 Leinfelden-Echterdingen, Telefon: +49 (711) 7 56 01 20 Telefax: +49 (711) 7 56 01 21, E-Mail: spielkartenmuseum@le-mail.de, www.spielkartenmuseum.de
Würchwitzer Milbenkäsemuseum Sporarer Str. 8, 06712 Würchwitz, Humus-der-Erste@web.de, www.milbenkäse.de
Berliner Museum für Kommunikation www.mfk-berlin.de
Slip-Museum Rue des Renards 36, 1000 Brüssel, Öffnungszeiten: Jedes Wochenende von 10.30 bis 17.00 Uhr
Schweinemuseum Im alten Schlachthof Stuttgart, Schlachthofstraße 2a, 70188 Stuttgart, Tel:  +49 711 66419 600, saugut@schweinemuseum.de, www.schweinemuseum.de
Zündappmuseum Leopold Str. 40, Sigmaringen, Tel. 07571/7210, www.zuendappmuseum.de
Husqvarna Fabriksmuseum www.husqvarnamuseum.se

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal