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Die coolsten unterirdischen Sehenswürdigkeiten

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Faszination Unterwelt  

Die coolsten unterirdischen Sehenswürdigkeiten

03.07.2009, 10:40 Uhr

Größter unterirdischer See Europas: See St-Léonard (Foto: Schweiz Tourismus)Größter unterirdischer See Europas: See St-Léonard (Foto: Schweiz Tourismus)

Moscheen, Höhlen, Seen, Friedhöfe oder Kaufhäuser... Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele gibt es viele, aber nur wenige befinden sich im Untergrund. Wir zeigen Ihnen die coolsten unterirdischen Sehenswürdigkeiten der Welt: von den gruseligen Katakomben in Paris über das Tunnelsystem von Peking bis zur größten Höhle der Welt - auch in unserer Foto-Serie.

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Peking von unten

Aus Angst vor einem drohenden Atomkrieg ließ Mao Zedong (chinesischer Diktator) 1969 unter den Straßen von Peking ein atombombensicheres Tunnelsystem graben. "Die unterirdische Stadt" wie das Tunnelsystem auch genannt wird, kann teilweise besichtigt werden. Sogar ein Kino und ein Krankenhaus befinden sich unter der Erde. Die meisten Gänge wurden acht Meter unter der Oberfläche angelegt, die Wände sind teilweise mit alten Bildern von Mao geschmückt.

Polens unterirdische Touristenattraktion

Vor der Begegnung mit einem Stück Weltkulturerbe stehen 378 Stufen. Jedes Jahr steigen um die eine Million Besucher die hölzerne Treppe abwärts zur Ebene eins des Salzbergwerks Wieliczka in der Nähe von Krakau. Seit 1978 ist es auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, doch schon länger ist es eine der beliebtesten Touristenattraktionen Polens. Die Höhlen und Bergwerkskammern stehen für mehr als 700 Jahre Bergbaugeschichte. Damit ist Wieliczka eines der ältesten Salzbergwerke Europas. In den unterirdischen Kammern können Besucher unter anderem eine fast 1000 Quadratmeter große Kapelle und lebensgroße Salzfiguren bewundern. Zum Bergwerk gehören 2350 Kammern, 240 Kilometer Gänge, 26 Oberflächen und 180 Verbindungsschächte. Zur 2,2 Kilometer langen Touristenroute zählen zwar "nur" 40 Kammern, doch sie ermöglichen den Besuchern eine Reise in die Vergangenheit des Salzbergbaus. Wer bei der Grubentour hungrig oder durstig geworden ist, muss nicht auf den Fahrstuhl zur Erdoberfläche warten. In der Witold-Budrzk-Kammer, 123 Meter unter Tage, befindet sich eine urige Kneipe im südpolnisch-rustikalen Stil.

Der längste unterirdische Fluss

Im "Puerto Princesa Subterranean River National Park" ist es möglich, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der philippinischen Insel Palawan, den St. Pauls Underground River, zu befahren. Mit einer Länge von über acht Kilometern ist er der längste unterirdische Fluss der Welt, wurde 1999 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und verspricht ein einmaliges Erlebnis für jeden Besucher. Zu finden ist er an der Nordwestküste der Insel. In einem faszinierenden Höhlenkomplex schlängelt sich das unterirdische Gewässer durch das Kalksteingebirge. Der unterirdische Fluss schafft ein Naturschauspiel mit eindrucksvollen Tropfsteinen bevor er ins Chinesische Meer mündet. Umrundet wird er von einer sehr steinigen "Karstlandschaft" und einem komplexen Ökosystem. Neben seiner Schönheit ist seine optimale Zugänglichkeit eine Besonderheit. Mit kleinen Booten und Kanus können Touristen erleben, wie sich der Fluss durch ein System von Höhlen windet und dabei außergewöhnliche Felsformationen, versteckte Grotten und riesige Hallen und Kammern von bis zu 120 Metern Höhe geschaffen hat.


Museum im Untergrund

Kunst vom Feinsten, antike Schätze und Lichtorgien - in manchen Städten ist U-Bahn fahren weit mehr als eine bequeme Art, von A nach B zu kommen. Da lohnt sich der Gang in den Untergrund umso mehr. In einigen Reiseführern werden sie sogar als Besichtigungstipp aufgelistet. Zum Beispiel die "Tunnelbanan" in Stockholm. Sie ist vermutlich die längste Kunstausstellung der Welt. Hunderte von Künstler der unterschiedlichsten Stilrichtungen haben 90 der 100 U-Bahnhöfe mit Skulpturen, Gemälden, Mosaiken, Gravuren, Reliefs, Grotten, grünen Gärten, Seerosenteichen und Höhlen derart verschönert, dass einen nichts nach oben ins Sonnenlicht drängt. Besonders zu empfehlen: die "Blaue Linie". Auch in Athen lohnt das Abtauchen in den Untergrund. In der Station Akropolis sind auf drei Ebenen über 90 antike Exponate aus der Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert vor Christus zu bewundern, die bei den Bauarbeiten der Metro entdeckt wurden. Viele bezeichnen die Metro in Moskau als die schönste der Welt. 44 der 150 Stationen präsentieren sich den Fahrgästen als architektonische Kunstwerke, verschwenderisch ausgestattet mit Marmor und Granit, Mosaiken und Skulpturen.

Paris: Reise in das "Reich der Toten"

Stickige Luft, ein dunkler verschlungener Gang, knirschender Kies in der Stille und dann ein Schild mit der Aufschrift "Arrête! C'est ici l'Empire de la mort" (Halt! Hier beginnt das Reich der Toten!). Im Gänsemarsch trappelt die Touristenhorde vorbei an Wänden aus Skeletten: eine Schicht sauber aufgereihter Knochen, dann eine Reihe Totenköpfe, wieder eine Schicht Knochen - und das bis unter die niedrige Decke. Die Überreste von sechs Millionen Menschen liegen hier in den Pariser Katakomben, 20 Meter unter der französischen Hauptstadt. Totenköpfe, Moder und der Gruselfaktor lassen die Touristen Schlange stehen. 250.000 Menschen pro Jahr wagen sich tief in die Erde, um das Gebeinhaus in den ehemaligen Steinbrüchen aus römischer Zeit zu entdecken. Bei dem Andrang sind Staus in den engen Gängen keine Seltenheit. Bevor sich die Besucher der Pariser Unterwelt die 130 Stufen in den Bauch der Stadt hinunter wagen, bekommen sie vom Kartenabreißer noch eine Warnung mit auf dem Weg: "Wenn sie Platzangst haben, dann lassen sie das lieber sein!"

Die größte Höhle der Welt

Die Mammut Höhle im US-Bundesstaat Kentucky ist mit einer kartierten Gesamtlänge von offiziell 587 Kilometern weitläufiger als jedes andere bekannte Höhlensystem - und noch immer sind nicht alle Gänge erschlossen. Der Mammoth Cave National Park, zu dem die Höhle gehört, ist seit 1981 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und seit 1990 gehört er zum Biosphärenreservat, das Landschaften schützt. Doch was es in der Mammut-Höhle nie gegeben hat, sind Mammuts. Der Name stammt von weißen Siedlern, die Anfang des 19. Jahrhunderts von den riesigen Ausmaßen der Höhle beeindruckt waren.

Eines der größten Geheimnisse Deutschlands

In unmittelbarer Nähe des Rotweinwanderwegs im Ahrtal, befindet sich die "Dokumentationsstätte Regierungsbunker". Zwischen 1960 und 1972 war im Ahrtal vor den Toren Bonns ein einzigartiges, 19 Kilometer langes Tunnelsystem entstanden. 3000 Menschen des öffentlichen Lebens sollten dort Schutz vor einem Angriff mit atomaren, biologischen und chemischen Waffen finden und 30 Tage überleben können - was glücklicherweise nie ausprobiert werden musste. Das unterirdische Gebäude, in dem 895 Büros, 936 Schlafräume, fünf Kantinen und Kommandozentralen, eine Zahnarztpraxis, eine Krankenstation sowie ein Friseursalon untergebracht waren, war jahrzehntelang das bestgehütete Bauwerk der Bundesrepublik Deutschland. Nun entsteht in einem 200 Meter langen Teilstück der Anlage ein "Museum des Kalten Krieges". Ehemalige Mitarbeiter führen durch die engen Gänge des kühlen Bunkers und tragen mit ihren Schilderungen dazu bei, dass die Besucher nach ihrem Rundgang einen bleibenden Eindruck vom Szenario "Kalter Krieg" mit nach Hause nehmen.

Ägypten - Stadt der Toten

Einige der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Alexandrias liegen buchstäblich im Dunkeln: Wie zum Beispiel die unterirdische Stadt der Toten, Kom El-Shoqafa. 20 Meter unter der Hafenmetropole verläuft über drei Stockwerke ein weit verzweigtes Höhlensystem, in dem die Bewohner der Stadt ihre Verstorbenen beerdigten. Entdeckt wurden die Katakomben zufällig: Kein Pechvogel, aber ein unglückseliger Esel brach durch die Decke und stürzte in die Tiefe. Die Höhlen gelten in ihrer Anlage und Dekoration als einzigartig und machen eindrucksvoll die kulturellen Verbindungen der alten Ägypter, Griechen und Römer deutlich

Unterirdischer See St-Léonard

In der Schweiz, im Herzen des Wallis, inmitten der Reben und der Sonne, befindet sich der größte natürliche unterirdische See Europas. Entdeckt wurde der unterirdische See in der Schweiz 1943 und seit 1949 ist er für das Publikum geöffnet. Mit 300 Metern Länge, 20 Metern Breite und 10 Metern Tiefe ist der unterirdische See von St-Léonard der größte Europas. Besichtigungen können per Boot mit maximal 40 Personen unternommen werden. Eine Gartenwirtschaft am Höhleneingang lädt zu Erfrischungen ein.

Weitere Informationen:

Regierungsbunker Dokumentationsstätte Regierungsbunker, geöffnet für Einzelbesucher ab März 2008, Mi., Sa., So. und an gesetzlichen Feiertagen von 10 - 17 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung. Infos bei Ahrtal-Tourismus, Blankartshof 1, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Tel. 02641/917165, Fax 917161, E-Mail: regierungsbunker@alt-ahrweiler.de, Internet: www.alt-ahrweiler.de.
Unterirdischer See St-Léonard Öffnungszeiten: 15.03-01.11.09 März, April, Mai und Oktober.: 10:00 - 17:00 Uhr, Juni, Juli, August und Sept.: 09:00 - 17:30 Uhr, Eintrittspreise: Erwachsene: CHF 10.- (6,50 Euro), Kinder (5-16 Jahre): CHF 5.- (3,30 Euro), Gruppen Erwachsene (20 Pers.): CHF 9.- (5,90 Euro)
Katakomben von Paris 1, Avenue Colonel Henri Rol-Tanguy, 75014 Paris, Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr
Kellerlabyrinth Oppenheim Führungen: samstags: 12 und 13:30 Uhr, sonntags und feiertags: 11:30, 13:30, 14:30 und 15:45 Uhr, Eintrittsgebühr: 6,- Euro, Kinder von 5-14 Jahren: 2,50 Euro
Kinder bis 4 Jahre: Eintritt frei, Dauer: circa 60 Minuten
Pekings unterirdische Stadt U-Bahn: Chongwenmen, Eintritt 20 Yuan, Öffnungszeiten 08:30 bis 18 Uhr.
Salzbergwerk Wieliczka Kopalnia Soli "Wieliczka" (Salzbergwerk Wieliczka) ul. Danilowicza 10, 32-020 Wieliczka, Polen, Auskunft und Reservierung: Tel. +48 12 278 73 02, Tel. +48 12 278 73 66, Fax: +48 12 278 73 33, E-Mail: turystyka@kopalnia.pl, www.kopalnia.pl (auch auf deutscher Sprache)


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