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Feiner Trödel auf Europas Flohmärkten

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Europas Trödelmärkte  

Feiner Trödel auf Europas Flohmärkten

04.12.2012, 15:12 Uhr | srt / M. Reisner, srt

Amsterdam: Waterloo Market (Foto: srt)Amsterdam: Waterloo Market (Foto: srt)

Links hinten im Wohnzimmer von Vanessa Damm ist Paris, in der Küche findet man sich in Barcelona wieder, und im Bad gleich rechts spürt man den Charme des alten Budapest. Die 38-jährige Grafikerin hat eine Leidenschaft: Flohmärkte. Daher verbindet die Lüneburgerin Städtereisen stets mit einem frühmorgendlichen Bummel über die Märkte - und wurde so nach und nach zu einer Expertin für feinen Trödel.

Kennen Sie gute Flohmärkte im In- oder Ausland? Dann verraten Sie uns diese in der Kommentarfunktion am Ende des Artikels.

Paris: Paradies für Trödelfans

Ihr Lieblingsflohmarkt ist der Marché aux puces de Clignancourt in Paris. Von dort hat sie nicht nur das schlichte Sideboard, sondern auch das elegante Vorlegebesteck und die rustikalen Weingläser. "Wenn ich in Paris bin, plane ich extra viel Zeit für meine Schatzsuche ein", erzählt Vanessa Damm. Und das nicht nur, weil der Markt in Clignancourt zu den größten Europas zählt, sondern auch, weil sie noch einen Abstecher zu Les Puces de la Porte de Montreuil machen kann. Dort stehen die Händler nur samstags und sonntags und bieten vor allem Gebrauchsartikel günstig an. Übrigens: "In Clignancourt setzen die Händler am Wochenende die Preise oft höher an, weil sie auf die Kauflust der Touristen setzen", weiß Vanessa Damm.

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In Rom und Barcelona zahlt sich Feilschen aus

Die bunte Glaslampe, die im Kinderbad hängt, hat sie in Rom erstanden. Der Mercato delle Pulci zieht sich von der Porta Portese bis zum Viale Trastevere. Die Händler kommen aus ganz Italien und bieten von Antiquitäten bis zu Markenimitaten die ganze Flohmarktpalette. Fast dreißig Prozent weniger bezahlte sie, weil sie auch leidenschaftlich gern feilscht. "In Barcelona kommt man ums Feilschen gar nicht herum", erzählt sie weiter und zeigt auf den großmütterlichen Küchenschrank mit Malereien und die Milchkanne aus strahlend gelbem Emaille mit blauem Rand. Der Mercat Dels Encants bei der Plaza de les Glories Catalanes ist zum Teil überdacht und bietet ebenso alte wie neue Sachen.

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Wunschliste der Flohmarkt-Expertin

Die Wohnzimmerleuchte stammt aber nicht aus Rom: In Perugia findet jeden vierten Sonntag im Monat auf dem Platz vor dem Hotel Buffani ein Flohmarkt statt - hinterher lockt ein Bummel durch die engen Gassen der Altstadt. Den Markt in Arezzo hat Vanessa noch auf ihrer Wunschliste stehen: Unter den mittelalterlichen Kolonnaden der toskanischen Stadt soll es feines Tafelgeschirr und Gemälde zum Schnäppchenpreis geben.

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Auf dem Flohmarkt aufs Geld aufpassen

Vergangenen Herbst war erst einmal der Campo de Santa Clara in Lissabon dran. Ein Wochenende Sonne tanken und am Samstag im Altstadtviertel Alfama die Runden drehen auf der Feira da Ladra - dem Markt der Diebin. Seinen Namen bekam er, weil dort einst Diebesgut verhökert wurde. Heute sollte man, wie übrigens auf allen Flohmärkten eher aufpassen, dass einem nicht selbst etwas wegkommt. In Madrid ist Vanessa tatsächlich schon einmal der Geldbeutel abhanden gekommen. Seitdem geht sie nur noch mit gut gesichertem Bargeld auf Streifzug. Allerdings nicht ohne Frühstück. In der spanischen Hauptstadt etwa beginnt sie den Tag an der Plaza Mayor mit einem Kaffee und einem Hörnchen, bevor sie sich ins Getümmel des Rastro, des größten Flohmarktes Spaniens, stürzt.

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Harmonium aus Brüssel, Klamotten aus Amsterdam und London

Während der Sommermonate reist Vanessa Damm nicht ganz so weit. Im Juli vor zwei Jahren ergatterte sie ein hübsch bemaltes Harmonium auf dem Flohmarkt Place du Jeu de Balle im Brüsseler Marollen-Viertel. Jeden Vormittag legen die Händler dort zwischen den Patrizier- und Jugendstilhäusern ihre Waren aus, "und mittags gab's belgische Pommes und ein kaltes Bier." Auch originelle Klamotten ersteht Vanessa gern, das aber am liebsten auf einem der größten Flohmärkte Amsterdams: Auf dem Waterlooplein findet sich wirklich alles. Er begann als jüdischer Markt im 18. Jahrhundert. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wandelte er sich mehr und mehr zum Flohmarkt. Die besten Klamotten aber würden sich in London finden, weiß die Sammlerin. Natürlich samstags und sonntags auf dem Portobello Road Market in Notting Hill.

Kleinode aus Österreich und Osteuropa

Ein weiteres Paradies für Trödelfans ist der Flohmarkt neben dem Wiener Naschmarkt, an dem Samstag für Samstag die sogenannten Fetzentandler Bücher, Porzellan und alte Möbel verkaufen und Ramsch verticken. Von dort kommt übrigens der prächtige Kristalllüster auf der Gästetoilette, der ganz hervorragend zu dem Spiegel passt, der wiederum vom Viysocany-Markt in Prag stammt. Er liegt im Nordosten der Goldenen Stadt auf dem ehemaligen Gelände einer Maschinenfabrik. Jedes Wochenende lassen sich hier günstig Antiquitäten, Trödel und alte Gebrauchsgegenstände erstehen. Und das breite Steinwaschbecken im Bad? "Das stand mir vor drei Jahren auf dem Budapester Ecseri-Flohmarkt im Weg", lacht Vanessa. Kein Wunder: Der Markt ist so groß wie zwei Fußballfelder, aber wer etwas zu verkaufen hat, reiht sich dicht gedrängt mit der Konkurrenz in die schmalen Gassen aus Tapeziertischen und Ständen. Es gibt außerdem viele professionelle Händler, die täglich Altes und Neues, Schmuck, Militaria und Möbel verkaufen.

Highlights in Deutschland: Bremen, Berlin, Dresden

Und in Deutschland? Als absolute Trödelliebhaberin gerät Vanessa Damm ins Schwärmen: "Da darf ich gar nicht erst anfangen!" Sonntags geht's hin und wieder nach Bremen auf die Bürgerweide. "Hier der Kerzenständer und der Füllfederhalter", zeigt Vanessa, "ich kann gar nicht sagen, was ich alles von dort habe. Am liebsten gehe ich eigentlich dorthin, wenn es regnet - dann ist nicht so viel los, und der Flohmarkt findet im überdachten Hansa Carée statt." Landschaftlich findet sie den Dresdner Flohmarkt an der Albertbrücke am schönsten: Der bietet - wenn man denn noch einen Blick dafür findet - einen herrlichen Blick auf die Schiffe, die auf der Elbe vorüberziehen. Und ein absolutes Muss ist natürlich der Kiez-Flohmarkt auf dem Arkonaplatz in Berlin. "Ich pflege zwar keinen Ossi-Kult", so Vanessa, "aber da findet man unheimlich viele Sachen aus der DDR-Zeit, die sind einfach witzig oder schräg." Ein flippiges Gemälde hat sie allerdings kürzlich stehen lassen - der Händler wollte nicht feilschen.

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