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Die letzten Ruhestätten der Stars

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Pilgerstätte Friedhof  

Die letzten Ruhestätten der Stars

14.01.2010, 17:23 Uhr | srt/H.W. Rodrian

Elvis Presley's Grab auf dem Anwesen Graceland in Memphis, USA (Foto: Reuters)Elvis Presley's Grab auf dem Anwesen Graceland in Memphis, USA (Foto: Reuters)

Eigentlich sind Friedhöfe Orte der Ruhe und nicht Anziehungspunkt für unzählige Touristen. Doch wer schon einmal zu Besuch an Jim Morrisons Grab auf dem Pariser Friedhof "Père Lachaise" oder an Elvis Presley's letzter Ruhestätte in Memphis war, der hat eine Ahnung was im Laufe der Jahre auf die Grabstätte von Michael Jackson zukommen könnte: Massen von Fans, die ihrem Idol die letzte Ehre erweisen wollen. Wenn die letzte Ruhestätte zum Pilgerziel wird - sehen Sie sich die Friedhöfe und Grabsteine bekannter Persönlichkeiten in unserer Foto-Serie an.

Würden Sie Michael Jacksons Grab besuchen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion am Ende des Artikels.

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Der größte Friedhof der Welt

Ein Wechselspiel aus Naturgenuss, Melancholie und Stadtleben: Das ist der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Er gibt sich weltoffen, 17 Kilometer Wege und zwei Buslinien führen durch den 1877 angelegten Parkfriedhof. Mit 405 Hektar Fläche ist er der Größte der Erde. Zwischen alten Bäumen und verträumten Teichen weist ein Faltblatt der Friedhofsverwaltung den Weg zu den Grabstätten prominenter Hamburger: Hans Albers, Heinz Erhardt, Richard Ohnesorg. Eine Stelle auf dem Gedächtnisfriedhof ziert das Grab von Philipp Otto Runge, dem Begründer der Malerei der deutschen Romantik; ein schlichter Grabstein erinnert an den Schriftsteller Wolfgang Borchert. Auf dem Grab von Gustaf Gründgens liegt oft eine einzelne Rose. Tierparkgründer Carl Hagenbeck bewacht sein in Bronze gegossener Lieblingslöwe Triest. Im Garten der Frauen beim Wasserturm stehen alte Grabsteine bedeutender Frauen inmitten von Rhododendronbüschen. Die Gedenkstätte wird von einem Verein unterhalten, der die Erinnerung an Frauen bewahren will, die Hamburgs Geschichte mitgeprägt haben.

Paris: Totenstadt in Parkidylle

Ob Einheimischer oder Tourist: Wer im Trubel der Großstadt Paris einen Platz der Stille sucht, der landet unweigerlich auf den Cimetiére du Père Lachaise. Er gehörte im 17. Jahrhundert Père de la Chaise, dem Beichtvater von Louis XIV. Auf einem Hügel oberhalb der Stadt gelegen, gleicht die riesige, mystische Totenstadt einem idyllischen Park; kleine Kapellen mit Säulen und lebensgroßem Grabschmuck reihen sich aneinander. Berühmtheiten wie die Schriftsteller Honoré de Balzac und Oscar Wilde, der Komponist Frédéric Chopin und die Sängerin Edith Piaf sind hier begraben. Und wer ein echter Doors-Fan ist, der lässt natürlich auch das Grab von Jim Morrison nicht aus. Eine Million Menschen fanden auf dem Friedhof Père Lachaise ihre letzte Ruhestätte, und zweimal so viele besuchen ihn Jahr für Jahr.


Falcos letzte Ruhestätte

Ähnliche Popularität genießt der Wiener Zentralfriedhof. Die weite Anlage mit luxuriösen Gruftanlagen und kleinen Tempeln ist längst eine Sehenswürdigkeit für sich. Engel mit gewaltigen Flügeln und geheimnisvolle Sphinxen bewachen die Gräber. Fast drei Millionen Tote unterschiedlichster Konfessionen ruhen inzwischen auf dem zweieinhalb Quadratkilometer großen Gelände. Vom Haupteingang am Tor II führt der Weg geradewegs auf den katholischen Teil, wo sich rund um die Präsidentengruft über 500 Ehrengräber befinden. Auf der einen Seite liegen Komponisten wie Beethoven, Brahms und Schubert begraben, auf der anderen Seite Schauspieler und Künstler wie Curd Jürgens, Hans Moser und Falco. Eine andere Welt betritt, wer durch Tor I auf den jüdischen Teil des Friedhofs gelangt. Statt gepflegter Ehrengräber spaziert der Besucher zwischen verwitterten, teilweise verfallenen Tempeln und Grabsteinen. Schmale Wege führen wie Schneisen durchs wild wuchernde Unterholz.


Picknick auf dem Friedhof

Moskaus Neujungfrauen-Kloster mit seinen weißroten Kirchenkuppeln lässt sich kaum ein Besucher der russischen Hauptstadt entgehen. Gleich hinter den Klostermauern breitet sich der Nowodewitschi-Friedhof aus. Hier liegt Russlands Prominenz begraben: die Flugzeugkonstrukteure Iljuschin und Tupulew ebenso wie Stalins Außenminister Molotow und Künstler wie Tschechow, Gogol oder Schostakowitsch. Viele Moskauer schert dass wenig; sie pilgern hier jeden Sonntag zu den Totenstätten ihrer Ahnen und veranstalten ganz ohne falsche Pietät ein Picknick. Manche gleich neben dem schwarzweißen Grab von Nikita Chruschtschow; seinetwegen war der Friedhof zehn Jahre lang bis 1987 nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch Raissa Gorbatschowa, Ehefrau des letzten sowjetischen Staatsoberhaupts, fand 1999 ihre letzte Ruhe auf diesem Friedhof.


"Hier liegt Johannes Weindl. Er lebte wie ein Schweindl"

Ein Friedhof der ganz anderen Art liegt im Tiroler Ferienort Kramsach. Hier gibt es keine Toten, und manchmal lachen die Besucher laut los. Der Kunstschmiedemeister Hans Guggenberger sammelt seit mehr als 30 Jahren schmiedeeiserne Grabkreuze. Allesamt sind sie mit Grabsprüchen versehen, die viel von der Tiroler Mentalität zeigen: ehrlich, mit augenzwinkerndem Humor, und alles gewürzt mit einer guten Portion Lebensfreude. "Hier liegt der Holzmüller, zwei Spitzbuam nebnbei, Gott sei eahm gnädig, gstohln hams alle 3" steht dort frei heraus über den Verstorbenen zu lesen. Oder: "Hier liegt Johannes Weindl. Er lebte wie ein Schweindl, gesoffen hat er wie eine Kuh. Der Herr geb' ihm ew'ge Ruh." Der respektlose Umgang mit dem Tod mag wundern. In den Bergen gehörte und gehört vielerorts noch heute der Tod zum Alltag wie die Geburt. Friedhöfe sind Orte der Erinnerung an die Verstorbenen - und zwar so wie sie waren. Die Sprüche beschreiben die Menschen mit ihren Lastern und Schwächen. Auch Ehegatten haben reichlich uncharmant Abschied genommen: "Hier liegt mein Weib. Gott sei's gedankt, oft hat sie mit mir gezankt. Oh, lieber Wanderer - geh gleich fort von hier, sonst steht sie auf und zankt mit Dir."


Weitere Informationen:
Hamburg, Friedhof Ohlsdorf: Öffnungszeiten: Mo.-Do. 9-16 Uhr, Fr. 9-15 Uhr geöffnet, Fuhlsbüttler Str. 756, 22337 Hamburg, Tel. 040/59388-0, Fax 59388-777, E-Mail: ohlsdorf@friedhof-hamburg.de, Internet: www.friedhof-hamburg.de;
Paris, Friedhof Père Lachaise: im Winter Mo.-Fr. 8-17.30 Uhr geöffnet, Sa. 8.30-17.30 Uhr, So. 9-17.30 Uhr. Friedhofspläne erhält man auf Anfrage gratis an den Eingangspforten. Führungen Sa., 14.30 Uhr, Anmeldung: Tel. 0033/155258210. Metrostationen Père Lachaise, Alexandre Dumas;
Wien, Zentralfriedhof: November bis Februar tägl. 8-17 Uhr, Oktober 7-18 Uhr. Auskunft zu Friedhofsführungen unter Tel. 0043/1/4894263, www.wienguide.at. Adresse: Simmeringer Hauptstr. 234, Wien. Friedhofseigene Autobuslinie täglich im Halbstundentakt von 9-15.30 Uhr, Sa. zusätzlich 16 und 16.30 Uhr. Ein genauer Plan des Zentralfriedhofs ist beim Aufseher am 2. Tor erhältlich;
Moskau, Friedhof des Neujungfrauen-Klosters: täglich außer Di. 10-17h, Führungen auf Anfrage beim Friedhof, dort gibt es auch einen Friedhofsplan. Adresse: Frunsenski Wal 50, Moskau, Metro: Station Sportiwnaja
Kramsach, Lustiger Friedhof: tägl. 9-18 Uhr zu besichtigen, freier Eintritt. Informationen erhältlich über Tourismusverband Alpbachtal & Tiroler Seenland, Informationsbüro Kramsach, Rathaus, A-6233 Kramsach, Tel. 0043/5336/600615, Fax 600618, E-Mail: kramsach@alpbachtal-seenland.at, Internet: www.kramsach.info


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