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"Forbidden Places": Verlassene und gruselige Sehenswürdigkeiten

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"Forbidden Places"  

Verlassene Orte und verbotene Sehenswürdigkeiten

07.12.2009, 09:36 Uhr | S. Ewald, t-online.de

"Forbidden Places": Verlassene und gruselige Sehenswürdigkeiten. Verlassenes Schwimmbad im ehemaligen Olympischen Dorf von 1936 bei Berlin (Foto: Forbidden-Places.net)

Verlassenes Schwimmbad im ehemaligen Olympischen Dorf von 1936 bei Berlin (Foto: Forbidden-Places.net)

Putz bröckelt von den Wänden und der Decke, der halb verrostete Sprungturm hat schon lange keine nackten, nassen Füße mehr gesehen. Darunter ist das Becken nicht mehr mit Wasser, sondern mit Staub und Dreck gefüllt. Auf eine morbide Art anziehend wirkt die ehemalige Schwimmhalle im Olympischen Dorf von 1936 bei Berlin. Vergessene Orte haben den französischen Fotografen Sylvain Margaine gelockt - er ist durch die ganze Welt gereist und hat die dem Verfall ausgelieferten ehemaligen Schönheiten aufgesucht und in einem Bildband (Titel: "Forbidden Places") festgehalten. Teilweise sind die geheimnisvollen Orte auch für Touristen zugänglich. Sehen Sie sich die vergessenen Stätten zumindest virtuell in unserer Foto-Serie an.

Verlassenes Olympisches Dorf bei Berlin

Das Olympische Dorf, in dem die Athleten während der Olympischen Spiele vom 1. bis zum 16. August 1936 untergebracht waren, liegt bei Döberitz in der Nähe von Berlin. Die gesamte Anlage war 540.000 Quadratmeter groß. Innerhalb von zwei Jahren entstanden Empfangs- und Wirtschaftsgebäude, Sportlerunterkünfte, ein Sportplatz mit Fußballfeld, Laufbahn sowie eine Sport- und eine Schwimmhalle. Nach den Olympischen Spielen diente das Gelände als Olympia-Lazarett Döberitz und bis 1945 als Heeres-Infanterieschule. Danach wurde das gesamte Areal bis 1992 von der sowjetischen beziehungsweise russischen Armee genutzt. Seit dem Abzug der Streitkräfte können das Gelände sowie einige Gebäude wieder besichtigt werden. Allein zum ersten "Tag der offenen Tür" am 12. September 1999 wurden über 12.000 Besucher gezählt.

Leerstehende Heilstätte als Filmmotiv

In der Stadt Beelitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) locken die Beelitz-Heilstätten nicht nur Neugierige, sondern auch jeden Menge Vandalen an. Die ehemalige Lungenheilstätte wurde zwischen 1898 und 1930 gebaut. 60 denkmalgeschützte Gebäude befinden sich auf dem 200 Hektar großen Areal. Ein technisches Denkmal ist das ehemalige Heizkraftwerk. Erhalten sind der Maschinensaal sowie der Wasserturm, die beide umfassend saniert wurden. Die Beelitz-Heilstätten dienten im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Lazarett und Sanatorium, in dem sich vom 9. Oktober bis zum 4. Dezember 1916 angeblich auch der Gefreite Adolf Hitler aufhielt. Im zweiten Weltkrieg wurden die Heilstätten stark beschädigt und mit Kriegsende von der Roten Armee übernommen und waren bis 1994 das größte Militärhospital der sowjetischen Armee außerhalb der Sowjetunion. Einige Gebäude wurden inzwischen saniert, aus,- und umgebaut, aber einem großen Teil droht der Verfall. Die ungewöhnliche Architektur sowie die Atmosphäre des alten Klinikgeländes haben schon zahlreiche Filmemacher inspiriert -so wurden auch Teile von Polańskis "Der Pianist", und "Operation Walküre" mit Tom Cruise in den Heilstätten gedreht.

Kloster zum Verkauf

Eine wenig heilvolle Geschichte hat das St. Josefsheim bei Hostert in Nordrhein-Westfalen, ein ehemaliges von Franziskanerbrüdern erbautes Kloster. Eine Kirche, mehrere Bürogebäude sowie eine Schule waren auf dem Gelände zu finden. Insgesamt lebten dort 600 geistig- und körperlich behinderte Menschen. Die Nationalsozialisten sorgten für das jähe Ende des Klosters - 1937 verließen es die letzten Bewohner. In den Kriegsjahren wurde die "Kinderfachabteilung Waldniel“ eingerichtet, in der geistig behinderte Kinder ermordet wurden. Nach dem Krieg wurde die Enteignung des Ordens der Franziskaner rückgängig gemacht, die das Gelände an den Bund verkauften, der es dann wiederum an die Engländer vermietete - 37 Jahre lang. Unter anderem wurden die Gebäude als britische Schule "Kent School Hostert" genutzt. Nach einer Zwangsversteigerung im November 2006 an den derzeitigen Eigentümer Elmar Janssen, steht das verlassene Gelände wieder zum Verkauf.

Weitere Informationen:

Buchtipp Forbidden Places von Sylvain und David Margaine, Verlag: Editions Jonglez, ISBN-10: 2915807817, ISBN-13: 978-2915807813, Im Internet: www.forbidden-places.net

Olympisches Dorf bei Berlin 1936 Führungen über das Gelände finden regelmäßig jeden ersten Samstag im Monat um 10 und 14 Uhr statt. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich: Telefon: 033234/86277, Fax 033 234 - 86279, E-Mail an: info@historia-elstal.de; nähere Informationen gibt der Verein Historia Elstal e.V., Ernst-Walter-Weg 40, 14627 Elstal

Heilstätten Beelitz www.heilstaetten.beelitz-online.de

St. Josefsheim bei Waldniel-Hostert www.waldniel-hostert.de

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