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Architektur: Die schönsten Bahnhöfe der Welt

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Architektur  

Die schönsten Bahnhöfe der Welt

26.05.2010, 10:52 Uhr | Brigitte von Imhof/srt, srt

Architektur: Die schönsten Bahnhöfe der Welt. Der Bahnhof von Kuala Lumpur (Foto: imago)

Der Bahnhof von Kuala Lumpur (Foto: imago)

Bahnhöfe sind heute oft nur Durchgangsstationen. Dabei gibt es sie noch, die Bahnhofshallen voller Prunk mit Flair und großer Vergangenheit. An diesen Orten wird Warten garantiert zum Genuss: Wir stellen die prunkvollsten Bahnhöfe der Welt vor, auch in unserer Foto-Serie.

Lichtwunder im Leipziger Bahnhof

Der Leipziger Hauptbahnhof ist der größte Kopfbahnhof im Land und er war der schönste des deutschen Kaiserreichs, als er 1915 eröffnet wurde. Weil hier zwei Staatsbahnen zusammenliefen, die preußische und die sächsische, mussten auch zwei Bahnhöfe her. Sie wurden durch eine riesige Querbahnsteighalle verbunden. "Wahrheit, Klarheit, Licht und Luft" hieß das Motto des Architekturwettbewerbs, welcher der verbindenden Mittelhalle ungewöhnliche Lichtnuancen durch großflächige Deckenfenster einbrachte.

Prunkvoll tafeln in Paris

Der Gare de Lyon im 12. Pariser Arrondissement gehört zu den bedeutendsten Bahnhöfen Europas und gleichzeitig zu den größten Sehenswürdigkeiten von Paris. Das Gebäude des Architekten Marius Toudoire wurde zur Weltausstellung im Jahre 1900 gebaut, jedoch erst 1902 endgültig fertig gestellt. Die üppig verzierte Fassade hat eine Länge von rund 100 Metern, der darin eingebaute Turm ist 64 Meter hoch. Heute werden hier unter anderem die TGV-Schnellzüge abgefertigt, die nach Paris fahren. Das zu literarischen Ehren gekommene Restaurant "Le Train Bleu", das mit seiner protzigen Architektur die Reisenden zur Weltausstellung 1900 empfangen sollte, existiert ebenfalls noch. Zwei Marmortreppen führen in den prunkvollen Speisesaal, in dem mehr als 40 Gemälde von 30 Künstlern hängen.

High-Tech-Kathedrale in Mailand

Ihrer Zeit weit voraus waren die über Jahre miteinander konkurrierenden Designer der Stazione Centrale in Mailand. Sie schufen ein futuristisches Fantasiereich, eine Kathedrale des technischen Fortschritts. König Vittorio Emanuele III. legte den Grundstein 1906, noch bevor ein genauer Bauplan vorlag. Wegen der durch den ersten Weltkrieg ausgelösten Wirtschaftskrise in Italien schritten die Bauarbeiten jedoch nur langsam voran. Fertig gestellt wurde das Gebäude erst im Jahr 1931. Die 213 Meter lange Bahnsteighalle vereint zeitlose Ästhetik zwischen Art Nouveau und schlichter Geometrie, zwischen italienischem Chic und weltoffener Großzügigkeit. Heute hat der Kopfbahnhof 24 Gleise, jeden Tag nutzen ihn 320.000 Passagiere.

Restaurierter Prunk-Bahnhof in Budapest

Kein Geringerer als Gustave Eiffel entwarf 1870 das neobarocke Prunkgebäude des Budapester Westbahnhofs Nyugati Páyaudvar. Die Besonderheit des Bahnhofs ist die große Glasfassade mit den drei weit ausladenden Eingangstüren. Dahinter befindet sich die sehr helle und offene Mittelhalle aus Stahl und Glas. Eiffel griff auf die von einem französischen Eisenbahningenieur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten Polonceau-Träger zurück. Dieser spezielle Trägertyp eignet sich hervorragend für weit gespannte Bahnhofshallen und wurde für viele berühmte Bahnhöfe wie den Gare du Nord in Paris eingesetzt. Als die Budapester Ende 1980 feststellen mussten, dass die elegante Konstruktion aus Eisen und Glas bald zusammenbrechen würde, wurde eine Fast-Food-Kette als Sponsor für die aufwändige Restaurierung gefunden. Heute erstrahlt die Bahnhofshalle wieder in altem Glanz.

Kunstwerk aus Kacheln im Bahnhof in Porto

Der Grundstein für einen der schönsten Bahnhöfe Europas wurde am 22. Oktober 1900 gelegt. Der U-förmige Bahnhof ging jedoch erst nach 16 Jahren Bauzeit im Oktober 1916 in Betrieb. Das Gebäude, das eine Fläche von 551 Quadratmetern aufweist, wurde von dem aus Porto stammenden Architekten José Marques da Silva entworfen. Doch nicht die monumentale Größe der Eingangshalle stellt den Superlativ der Estação de São Bento in Porto dar, sondern ihr Schmuck. Das bedeutendste Werk der portugiesischen Zeichenkunst auf Kacheln (arte azulejar) ziert die Halle ringsum und zwingt den Besucher zu atemlosem Staunen. Der Künstler Jorge Colaço hat zehn Jahre bis zur Vollendung gebraucht. Auf einem der schönsten Friese stellt er die Entwicklung des Verkehrs von der Antike bis zur Ankunft der ersten Eisenbahn dar. Seit 1997 ist die Bahnhofshalle denkmalgeschützt.

Kuss-Empore in New York

Das New Yorker Grand Central Terminal wurde 1913 als Kopfbahnhof eingeweiht und ist seitdem der größte Bahnhof der Welt. Er verfügt über 44 Bahnsteige mit insgesamt 67 Gleisen. Die riesige Halle im Jugendstil wurde schnell zu einem der bekanntesten Plätze New Yorks. Mehr als 500.000 Menschen frequentieren den Bahnhof täglich und machen ihn dadurch zum meistbesuchten Gebäude der Stadt. Die monumentale Halle wurde mit Marmor aus Tennessee verkleidet und wie die großen Bäder Roms durch Rundbogenfenster sinnlich beleuchtet. An der Decke findet sich eine Darstellung des Nachthimmels mit Glühbirnen für die Sterne. Und über allem schwebt die ebenfalls von den Römern abgekupferte "Kuss-Empore", auf der man der Ankunft seiner Lieben entgegen fiebern kann.

Zwiebelturm-Exotik in Kuala Lumpur

Die riesige Halle, die die Gleise wie ein Tempeldach überspannt, macht den Kopfbahnhof in Malaysias Hauptstadt zur wunderlichen Synthese zwischen fernöstlicher Philosophie und westlicher Zweckorientierung. Mit sieben Minaretten und den 30 Meter hohen Zwiebelkuppeln huldigt der Architekt den islamischen Werten. Der mehrstöckige Gebäudekomplex wurde 2001 eröffnet. Fast jede Ebene in dem gigantischen Bau hat eine andere Funktion. Die unterste wird von Bussen angefahren, die zweite Ebene befahren die KTM Komuter-Züge, auf der dritten Ebene befinden sich die Bahnsteige des Fernverkehrs der KTM. Auf der vierten Ebene reiht sich ein Geschäft an das andere. Von dort gelangen die Passagiere auch zur Haltestelle der führerlosen, automatischen Stadtbahn, der Kelana Jaya Line.

Weitere Informationen:

Bahnhof Leipzig: www.leipzig-online.de, www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de

Paris, Gare de Lyon: www.paris-touristoffice.com

Mailand, Stazione Centrale: www.milano24ore.de, www.grandistazioni.it

Budapest, Nyugati Páyaudvar: www.budapest-tourist-guide.com

Porto, Estação de São Bento: www.gooporto.com

New York, Grand Central Terminal: www.grandcentralterminal.com

Bahnhof Kuala Lumpur: www.tourism.gov.my

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