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Baumhaushotels weltweit: Viel Holz vor der Hütte

09.09.2010, 13:56 Uhr | Anika Kreller, Spiegel Online

Baumhaushotels weltweit: Viel Holz vor der Hütte. Baumhaushotels: Die "Free Spirit Spheres" hängen auf dem kanadischen Vancouver Island an Seilen von den Bäumen. (Foto: Free Spirit Spheres)

Baumhaushotels: Die "Free Spirit Spheres" hängen auf dem kanadischen Vancouver Island an Seilen von den Bäumen. (Foto: Free Spirit Spheres)

Esoterische Riesenaugen, bewohnbare Flugzeuge und überdimensionale Vogelnester: Wer sich den Kindheitstraum einer Nacht im Baumhaus erfüllen will, hat die Auswahl zwischen rustikaler Holzklasse und ausgetüfteltem Designer-Chic. SPIEGEL ONLINE stellt Hotels für Wipfelstürmer vor. Sehen Sie die Baumhaushotels auch in unserer Foto-Serie.

Erstes Baumhaushotel Deutschlands

Knallbunt und windschief lugen Modelpfutzens Wipfelgipfel und Thor Alfsons Astpalast zwischen den Zweigen hervor. Tritt man vor die Tür der "Wipfelhäuser", steht man in knapp zehn Meter Höhe inmitten rauschender Äste und Vogelgezwitscher. Die beiden Hütten gehören zusammen mit sechs anderen zum ersten Baumhaushotel Deutschlands. "Wir haben sie so gebaut, wie Kinder es tun würden: verwinkelt, bunt, phantasievoll", sagt Hotelbetreiber Jürgen Bergmann. Dabei kommen längst nicht nur Familien in den Freizeitpark "Kulturinsel Einsiedel" nahe Görlitz. Eine Übernachtung zwischen den Wipfeln ist auch ein beliebtes Geschenk zum 40. oder 50. Geburtstag. "Ein Baumhaus ist ein lebenslanger Männertraum", ist sich Bergmann sicher.

Traum vom eigenen Baumhaus

Der Traum von der eigenen Hütte im Baum lässt sich mittlerweile problemlos erfüllen - zumindest zeitweise: Immer mehr Hotels bieten Übernachtungen in luftiger Höhe an. Nicht nur in Deutschland, auch in den Dschungeln Südamerikas, in Afrika, Australien und sogar in Polarkreisnähe schießen Baumhaushotels aus dem Boden - oder vielmehr in die Wipfel. Längst sind es nicht nur einfache Bretterbuden, die zwischen den Zweigen hängen. Einige bieten wahren Luxus, Kamin und Whirlpool inklusive. Und andere haben mit dem klassischen Baumhaus nur noch die Position im Geäst gemeinsam.

Rustikal in Bergmanns Baumhaushotel

In Bergmanns 2005 eröffnetem Baumhaushotel geht es noch rustikal zu: Die Toiletten sind richtige Donnerbalken und die "Schockdusche" im Freien - natürlich nur mit kaltem Wasser - ist sicher nicht jedermanns Sache. Besucher schreckt das nicht ab: Die Auslastung könnte nicht besser sein, sagt Bergmann. Es sei "das Baumhausgefühl als solches", was die Leute anlockt. "Wir nehmen sie mit auf eine Reise in die Kindheit", sagt der 54-Jährige mit dem langen weißen Zopf. "Es ist ein Ort für die Seele: gemütlich, romantisch, man fühlt sich einfach sauwohl."

Baumhaus-Puristen und gigantische Augäpfel

Trotz seiner schrägen Häuschen mit den schrägen Namen ist Bergmann fast schon Purist unter den Baumhaus-Bauern. Auf Vancouver Island in Kanada schweben vier Meter über dem Boden zwischen den Nadelbäumen drei orangefarbene Kugeln, die etwa die Größe eines kleinen Wohnwagens haben. Mit den kreisrunden Fenstern an der Seite sehen sie aus wie gigantische Augäpfel.

Baumhäuser aus Holz und Fiberglas

Tom Chudleigh, Erfinder und Erbauer der drei bewohnbaren "Free Spirit Spheres" aus Holz und Fiberglas, gibt sich geheimnisvoll über den Ursprung seiner ungewöhnlichen Gästezimmer: Die Idee dazu sei zu ihm aus dem "spirit realm", dem Seelenreich, gekommen. "Architektur kann die Umgebung formen. Die Spheres drücken durch ihre Form ein Gefühl von Einheit mit der Umwelt aus", sagt Chudleigh. "Sie schweben in der Luft zwischen Bäumen und machen diesen magischen Raum zugänglich." Chudleigh will, dass seine Besucher eine Verbindung zur Natur spüren, wenn sie bei ihm übernachten. Die Kugeln hängen an langen Seilen von den Bäumen und schwingen leicht im Wind mit. Das Konzept kommt gut an. Eve, Eryn und Melody, wie ihr Erbauer sie genannt hat, sind fast das ganze Jahr über ausgebucht. In den letzten Jahren habe das Interesse stark zugenommen, sagt Chudleigh. Er hat die Kugelzimmer von den Holzrahmen bis zu den Möbeln selbst gebaut. Nur die Plastikhüllen und Fenster lässt er anfertigen. Sein Traum ist es, einmal 40 miteinander verbundene Schlafkugeln zu haben - ein ganzes Resort in den Baumwipfeln.

Baumhaus-Hoteliers eint Vision und Verrücktheit

Eine Vision und ein Quäntchen Verrücktheit - das scheint viele der Baumhaus-Hoteliers zu einen. Allan Templeton hat gleich ein komplettes Flugzeug zwischen die Wipfel verfrachtet. Über den Klippen der Pazifikküste von Costa Rica ragt das rot und silber glänzende Ungetüm aus dem dichten tropischen Wald heraus - als wäre es gerade notgelandet. Beim Blick ins Innere der Suite des Hotels Costa Verde wird jedoch schnell klar, dass hier niemand in Gefahr ist: Der Innenraum ist mit lokalem Teakholz verkleidet, und auf der Tragfläche prangt eine Terrasse mit Schaukelstühlen und Traumblick aufs Meer.

Sushirolle im Baum

"Es ist eine Art Recycling-Projekt", sagt Templeton. Er sah die ausrangierte Boeing aus den Sechzigern auf dem Flughafen der Hauptstadt San José vor sich hin rosten und erinnerte sich an einen Artikel über Flugzeuge, die zu Häusern umgebaut wurden. Genau so etwas wollte der gebürtige Amerikaner und Sohn eines B-17-Bomberpiloten auch für sein Hotel. Nach umfangreichen Restaurationsarbeiten und einem abenteuerlichen Manöver mit einem 90-Tonnen-Kran landete die Boeing schließlich zwischen den Bäumen. Seit Ende 2008 ist die Suite für Besucher offen. Unter den Gästen sind neben Familien auch immer mal wieder Piloten. "Vielleicht kommen die hier auf besonders romantische Gedanken", lacht Templeton.

Baumhaushotel mit verspiegelten Wänden

Auch beim jüngsten Neuzugang der weltweiten Baumhaus-Familie sucht man vergeblich nach Bretterhütten. Stattdessen hängen in der Nähe des schwedischen Dörfchens Harads ein verspiegelter Würfel, ein überdimensioniertes Vogelnest und eine Art viereckige Sushirolle zwischen den Kieferstämmen. Jedes Zimmer in den Zweigen wurde von einem anderen schwedischen Architekten entworfen, insgesamt 24 sollen es werden. Im Juli erst hat Familie Lindvall das Hotel eröffnet. Wie Tom Chudleigh mit seinen Spheres wollen die Betreiber Unterkünfte anbieten, die in Harmonie mit ihrer Umwelt stehen. "Respekt für die Natur ist uns wichtig", sagt Sofia Lindvall, die das Hotel zusammen mit ihren Eltern führt. "Bei uns verletzt keine Schraube den Baum. Die Zimmer sind aufgehängt oder auf Stelzen." Das Interesse an den Baumhäusern ist so groß, dass Familie Lindvall inzwischen jeden Tag Touren für diejenigen anbietet, die kein freies Bett mehr ergattern konnten. "Viele merken erst hier, wie hoch zehn Meter über den Boden eigentlich sind", sagt Lindvall. "Manche bekommen schon Angst." Denn egal wie durchdesignt das Baumhaus ist - schwindelfrei sollte man wohl sein.

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