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Entspannen am Ort der letzten Ruhe: Die schönsten Friedhöfe

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Sehenswürdigkeiten  

Entspannen am Ort der letzten Ruhe

11.07.2011, 11:43 Uhr | A.Jäger/H.W. Rodrian/srt, srt, aja

Entspannen am Ort der letzten Ruhe: Die schönsten Friedhöfe. An einem sonnigen Tag lohnt ein Spaziergang über den Friedhof. Im Bild: der Zentralfriedhof Wien. (Foto: REUTERS/Lisi Niesner)

An einem sonnigen Tag lohnt ein Spaziergang über den Friedhof. Im Bild: der Zentralfriedhof Wien. (Foto: REUTERS/Lisi Niesner)

Friedhöfe sind - wie der Name schon sagt - Orte der Ruhe und des Friedens. Warum also nicht die zum Teil großzügigen Friedhofsanlagen für einen gemütlichen Spaziergang entlang der Gräber und Gruften nutzen. Wir zeigen Ihnen die schönsten Friedhöfe auch in unserer Foto-Show.

Seenlandschaft auf 175 Hektar

Der Mount Ubern Cemetery in Cambridge, Massachusetts, ist einer der schönsten Friedhöfe der Vereinigten Staaten. Auf der historischen Landschaft wachsen über 5000 Bäume 630 verschiedener Gattungen. 175 Hektar Land laden zum Spazieren und Besichtigen der Hügel, Täler, Seen, Wälder und Lichtungen ein. Von viktorianisch gehaltenen Teilen bis hin zu zeitgenössischen Gärten, ist hier fast für jeden Geschmack etwas dabei.

Reichtum auch nach dem Tod

Der Friedhof La Recoleta liegt im gleichnamigen Stadtteil von Buenos Aires, in dem vor allem teure Wohnungen und Geschäfte zu finden sind. Und auch der Friedhof protzt nur so vor Reichtum, denn wohlhabende Familien ließen hier für ihre Verstorbenen prächtige Mausoleen errichten, die in Gräberalleen aneinander gereiht stehen. Reichlich Bäume säumen die Wege, auf denen ein Spaziergang lohnt. Das Besondere: Auf den Gräbern ist lediglich das Sterbedatum, nicht aber das Geburtsdatum notiert. Zu den berühmtesten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben gehört unter anderem Evita Perón, die ehemalige First Lady Argentiniens.

Picknick auf dem Friedhof

Moskaus Neujungfrauen-Kloster mit seinen weißroten Kirchenkuppeln lässt sich kaum ein Besucher der russischen Hauptstadt entgehen. Gleich hinter den Klostermauern breitet sich der Nowodewitschi-Friedhof aus. Hier liegt Russlands Prominenz begraben: die Flugzeugkonstrukteure Iljuschin und Tupulew ebenso wie Stalins Außenminister Molotow und Künstler wie Tschechow, Gogol oder Schostakowitsch. Viele Moskauer schert dass wenig; sie pilgern hier jeden Sonntag zu den Totenstätten ihrer Ahnen und veranstalten ganz ohne falsche Pietät ein Picknick.

Paris: Totenstadt in Parkidylle

Ob Einheimischer oder Tourist: Wer im Trubel der Großstadt Paris einen Platz der Stille sucht, der landet unweigerlich auf den Cimetiére du Père Lachaise. Er gehörte im 17. Jahrhundert Père de la Chaise, dem Beichtvater von Louis XIV. Auf einem Hügel oberhalb der Stadt gelegen, gleicht die mystische Totenstadt einem idyllischen Park; kleine Kapellen mit Säulen und lebensgroßem Grabschmuck reihen sich aneinander. Berühmtheiten wie der Schriftsteller Oscar Wilde, der Komponist Frédéric Chopin und die Sängerin Edith Piaf sind hier begraben. Und wer ein echter Doors-Fan ist, der lässt natürlich auch das Grab von Jim Morrison nicht aus. Eine Million Menschen fanden auf dem Friedhof Père Lachaise ihre letzte Ruhestätte, und zweimal so viele besuchen ihn Jahr für Jahr.

Grabsteine und Natur sind miteinander verschmolzen

Der Highgate Cemetery in London ist denkmalgeschützt und bietet einer Fülle von Pflanzen und Tieren Platz zum Leben. Während der vergangenen 150 Jahre sind die Grabstätten, an denen der Zahn der Zeit nagt, und ihre natürliche Umgebung geradezu miteinander verschmolzen. An den Grabsteinen wachsen Efeuranken entlang, in den Fugen Moos. Eine öffentliche Straße teilt die Ruhestätte in West- und Ostpark. Das berühmteste Grabmal des Highgate Cemetery ist das von Philosoph und Ökonom Karl Marx.

Säulen an der Ehrenhalle in Mailand

Der Haupteingang des Cimitiero Monumentale liegt an dem nach ihm benannten Piazzale in Mailand. Passiert man den Ehrenhof gelangt man zum Friedhofsportal. Gleich danach gelangen Besucher zu dem eigentlichen Gräberfeld, auf dem die Reichen Italiens ihr Vermögen zur Schau stellen, indem sie für ihre Verstorbenen prächtige Grabstätten haben bauen lassen. Der Höhepunkt des Friedhofs ist der Sarg des italienischen Dichters und Schriftstellers Alessandro Manzoni in der säulengesäumten Ehrenhalle.

Falcos letzte Ruhestätte

Ähnliche Popularität genießt der Wiener Zentralfriedhof. Die weite Anlage mit luxuriösen Gruftanlagen und kleinen Tempeln ist längst eine Sehenswürdigkeit für sich. Engel mit gewaltigen Flügeln und geheimnisvolle Sphinxen bewachen die Gräber. Fast drei Millionen Tote unterschiedlichster Konfessionen ruhen inzwischen auf dem zweieinhalb Quadratkilometer großen Gelände. Vom Haupteingang am Tor II führt der Weg geradewegs auf den katholischen Teil, wo sich rund um die Präsidentengruft über 500 Ehrengräber befinden. Auf der einen Seite liegen Komponisten wie Beethoven, Brahms und Schubert begraben, auf der anderen Seite Schauspieler und Künstler wie Curd Jürgens, Hans Moser und Falco. Eine andere Welt betritt, wer durch Tor I auf den jüdischen Teil des Friedhofs gelangt. Statt gepflegter Ehrengräber spaziert der Besucher zwischen verwitterten, teilweise verfallenen Tempeln und Grabsteinen. Schmale Wege führen wie Schneisen durchs wild wuchernde Unterholz.

Der größte Friedhof der Welt

Naturgenuss, Melancholie und Stadtleben: Das ist der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. 17 Kilometer Wege und zwei Buslinien führen durch den 1877 angelegten Parkfriedhof. Mit 405 Hektar Fläche ist er der größte der Welt. Zwischen alten Bäumen und verträumten Teichen weist ein Faltblatt der Friedhofsverwaltung den Weg zu den Grabstätten prominenter Hamburger: Hans Albers, Heinz Erhardt, Richard Ohnesorg. Tierparkgründer Carl Hagenbeck bewacht sein in Bronze gegossener Lieblingslöwe Triest. Im Garten der Frauen beim Wasserturm stehen alte Grabsteine bedeutender Frauen inmitten von Rhododendronbüschen. Die Gedenkstätte wird von einem Verein unterhalten, der die Erinnerung an Frauen bewahren will, die Hamburgs Geschichte mitgeprägt haben.

Naturschutzgebiet in der Innenstadt Münchens

Südlich des Sendlinger Tors liegt der Alte Südfriedhof, die älteste Grünfläche Münchens. Vor rund 450 Jahren wurde er ursprünglich angelegt, um die vielen Menschen, die der Pest zum Opfer gefallen sind, zu begraben. 2004 bis 2007 ist der Friedhof samt Stephanskirche saniert worden, so dass er ein kunst- und kulturhistorisches Denkmal wurde und heute viele Spaziergänger einlädt. Er ist sozusagen ein Naturschutzgebiet inmitten der schnelllebigen Innenstadt.

Weitere Informationen:

Highgate Cemetery London: Unter der Woche öffnet der Friedhof um 10 Uhr, am Wochenende erst um 11. Die Tore schließen sich während der Sommerzeit um 17 Uhr, im Winter um 16 Uhr. Erwachsene zahlen 3 Pfund Eintritt. www.highgate-cemetery.org
Mount Auburn Cemetery, Cambridge, USA: Von Oktober bis bis April jeden Tag von 8 bis 17 Uhr geöffnet, von Mai bis August sogar bis 19 Uhr. 580 Mount Auburn Street, Cambridge, Massachusetts 02138, USA, www.mountauburn.org
Alter Südfriedhof München: Von Oktober bis Februar ist der Friedhof von 8 bis 17 Uhr geöffnet, im März und September von 8 bis 18 Uhr, April bis August von 8 bis 19 Uhr und während der Sommerzeit noch eine Stunde länger. www.muenchen.de
La Recoleta Friedhof, Buenos Aires: Täglich zwischen 7 Uhr und 17.45 Uhr geöffnet. Junín 1790, Ciudad Autónoma de Buenos Aires, Capital Federal, Argentinien, www.cementeriorecoleta.com.ar
Cimitiero Monumentale, Mailand: P.le Cimitero Monumentale, Geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 8 bis 18 Uhr, an Feiertagen verkürzt. Infos dazu unter: www.monumentale.net
Hamburg, Friedhof Ohlsdorf: Öffnungszeiten: Mo.-Do. 9-16 Uhr, Fr. 9-15 Uhr geöffnet, Fuhlsbüttler Str. 756, 22337 Hamburg, Tel. 040/59388-0, Fax 59388-777, E-Mail: ohlsdorf@friedhof-hamburg.de, Internet: www.friedhof-hamburg.de;
Paris, Friedhof Père Lachaise: im Winter Mo.-Fr. 8-17.30 Uhr geöffnet, Sa. 8.30-17.30 Uhr, So. 9-17.30 Uhr. Friedhofspläne erhält man auf Anfrage gratis an den Eingangspforten. Führungen Sa., 14.30 Uhr, Anmeldung: Tel. 0033/155258210. Metrostationen Père Lachaise, Alexandre Dumas;
Wien, Zentralfriedhof: November bis Februar tägl. 8-17 Uhr, Oktober 7-18 Uhr. Auskunft zu Friedhofsführungen unter Tel. 0043/1/4894263, www.wienguide.at. Adresse: Simmeringer Hauptstr. 234, Wien. Friedhofseigene Autobuslinie täglich im Halbstundentakt von 9-15.30 Uhr, Sa. zusätzlich 16 und 16.30 Uhr. Ein genauer Plan des Zentralfriedhofs ist beim Aufseher am 2. Tor erhältlich;
Moskau, Friedhof des Neujungfrauen-Klosters: täglich außer Di. 10-17h, Führungen auf Anfrage beim Friedhof, dort gibt es auch einen Friedhofsplan. Adresse: Frunsenski Wal 50, Moskau, Metro: Station Sportiwnaja

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