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Sex on the beach: So teuer kann Liebe machen sein

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Sex on the beach: So teuer kann Liebe machen sein

02.08.2011, 13:30 Uhr | Christian Haas/srt

Sex on the beach: So teuer kann Liebe machen sein. Sex am Strand kann teuer werden. (Symbolbild imago)

Sex am Strand kann teuer werden. (Symbolbild imago)

Sonne, Strand und Sex - so sieht für viele der perfekte Urlaubsdreiklang aus. Und wenn sich diese Komponenten auch noch kombinieren lassen, umso besser. Unbestritten ist das Liebesspiel im Sand eine romantische Angelegenheit - allerdings sollte man sich vorab überlegen, ob man sich nicht lieber einen anderen Thrill überlegt. Denn so schön die Sache ist, der Strand ist in aller Regel ein öffentlicher Platz, und an einem solchen erregt das Schäferstündchen unter Umständen nicht nur die privaten Gemüter der Liebhaber, sondern auch öffentlichen Ärger. Denn offiziell erlaubt ist Sex am Strand so gut wie nirgends. Es wird nur unterschiedlich darauf regiert. Und das kann unter Umständen teuer werden.

Bis zu 75.000 Euro Strafe in Spanien

Zum Beispiel in Spanien, wo Anfang Juni das an der Costa Brava gelegene Urlauber-Seebad Tossa de Mar das sofortige Inkrafttreten einer Verordnung vermeldete, in der ausdrücklich Sex am Strand verboten wird. Wer dennoch erwischt wird, der muss mit Geldstrafen bis zu 75.000 Euro rechnen. Im Rahmen der Moral-Offensive wurde auch das Trinken von Alkohol auf der Straße verboten. Ein Einzelfall? Mitnichten. Im vergangenen Jahr hat schon die Urlauberhochburg Benidorm ganz ähnliche Gesetze verhängt und auch anderswo in Spanien sieht man sexuelle Handlungen im Freien gar nicht gerne.

Knast für Sex in Dänemark

In anderen Ländern fallen die Sanktionen noch heftiger aus. Auch in Staaten, denen man es gar nicht zutraut. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass in Dänemark auf Outdoor-Sex bis zu vier Jahre Gefängnis drohen? In Rumänien sind es sogar bis zu sieben Jahre. Allerdings, und das gilt in so gut wie allen Fällen, nur, wenn tatsächlich jemand Anzeige erstattet. In muslimischen Ländern (zu denen übrigens auch die Malediven gehören) dürften für aufgeklärte Reisende lange Gefängnisstrafen nicht so verwunderlich sein. Eher schon die Tatsache, dass etwa in Ägypten sogar FKK und Oben-ohne-Baden gesetzlich verboten sind. Selbst Bikinis können bereits als anstößig empfunden werden (allerdings nicht in den Touristenzentren Hurghada und Sharm-el-Sheikh). Geahndet wird dieses Fehlverhalten aber in der Regel nicht.

Umarmung illegal in Dubai

Ganz anders sieht es beim Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit aus. In Dubai etwa gelten zur Schau gestellte Küsse, Umarmungen und Streicheleinheiten als illegal - unbeachtet der Tatsache, dass ein enorm hoher Touristenanteil aus westlichen Ländern kommt. Besonders bei unverheirateten und erst recht bei homosexuellen Paaren ist schnell Schluss mit der Weltoffenheit. Und dass die Gesetze keine leeren Drohungen sind, mussten erst vor einiger Zeit eine 36-jährige Bulgarin und eine 30-jährige Libanesin erfahren, die in Dubai zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt wurden, weil sie sich am Strand geküsst und "unanständig" verhalten haben sollen. In einem anderen Fall wurden zwei Briten zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie angeblich Sex am Strand gehabt hatten - was die Freundin des Briten bestreitet. Das juristische Hinundher ging vor drei Jahren durch sämtliche Medien.

Vorsicht auch in Thailand und der Türkei

Auch in Thailand - immer noch weltweites Sextourismusziel Nummer eins - versteht man in puncto öffentliches Liebessspiel gar keinen Spaß. Nacktbaden, Baden ohne Bikinioberteil sowie sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit sind per Gesetz streng verboten und werden bestraft. Wer mit 500 Euro davon kommt, ist noch gut bedient. Kroatien mag lange Zeit das FKK-Paradies gewesen sein: In Sachen körperaktiver Freizügigkeit ist es das nicht. Neben einer Geldstrafe von 150 Euro drohen sogar bis 30 Tage Haft, wenn man beim Liebesspiel am Strand oder an einem anderen öffentlichen Ort erwischt wird. Die Türkei verschärft das Ganze: Bis zu 200 Euro und bis zu zwei Monaten Haft - so lauten die Gesetze. Paragraph 218 des österreichischen Strafgesetzbuchs verbietet öffentliche sexuelle Handlungen und sieht bei Zuwiderhandlung Freiheitsentzug bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 360 Tagessätzen vor. Portugal wiederum setzt eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen an, Frankreich Geldstrafen bis zu 15.000 Euro und im Extremfall sogar ein Jahr Gefängnis.

Auch Deutschland bestraft Outdoor-Sex

Haftstrafen kennt übrigens auch der deutsche Strafkatalog: Zwar sind bei Outdoor-Sex keine Geldbußen vorgesehen, aber falls es zum Äußerten kommt, kann ein Jahr Freiheitsentzug verhängt werden. Überraschend, dass diese Bußen von einem Land getoppt werden, von dem man es nicht unbedingt erwartet hätte: Italien, das (angebliche) Land der freizügigen Liebhaber. Für Sex am Strand drohen, ähnlich wie in Griechenland, offiziell zwei Jahre Gefängnis. Allerdings ist es so, dass die Gefängnisse vor liebeshungrigen Gigolos nicht gerade überquellen. In der Praxis kommen Verurteilungen nämlich so gut wie nicht vor. Was vor allem an dem Umstand liegt: Wo kein Richter, da kein Henker.

Die USA - jeder Staat hat seine Regel

Aber man kann eben nie wissen, wer einen beim Liebesspiel beobachtet. Und gerade in den USA schwankt das sexuelle Rechtsempfinden extrem zwischen liberal und ultrakonservativ. Mögen haufenweise Bilder von ausgelassenen Springbreak-Partys mit wet-t-shirt-tragenden US-Girls über die Mattscheiben der Privatsender flimmern, kann es allein für ein bisschen zu viel Fummeln im nächsten Bundesstaat schon ordentlich Ärger geben. Für öffentlichen Sex sowieso. Und in Arizona geht das Gesetzbuch sogar noch weiter: Drei Jahre Haft können selbst bei sexuellen Handlungen in Privaträumen verhängt werden - nämlich wenn es sich um vorehelichen Sex handelt.

Liberale Skandinavier

Geradezu tiefenentspannt geben sich da die Skandinavier. Sex in der schwedischen Natur wird mit läppischen 50 Euro geahndet. Gar kein Bußgeld, lediglich Verwarnungen, haben die Nachbarn aus Norwegen und Finnland sowie die Kanadier vorgesehen. Auch Bulgarien und das karibische Jamaika geben sich großzügig und lassen es mit einer Verwarnung gut sein. Allerdings ist man auf der Reggae-und-Rum-Insel bei einer anderen Sache alles andere als locker: bei Homosexualität. Die ist hier gesetzlich verboten und strafbar. Das gilt auch in Kenia, Marokko und auf den Malediven. Malaysia schießt in diesem Punkt übrigens den Vogel ab: Bei homosexuellen Handlungen - erst recht öffentlich am Strand - drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis und Stockschläge. Da kann man nur zur absoluten Vorsicht raten. Und im Zweifelsfall zu Enthaltsamkeit. Oder zu einer anderen Variante des "Sex on the Beach" - dem berühmten Cocktail-Klassiker.

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