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Reiseziel Unterwelt: Geheimnisvolle Orte im Erdinnern

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Reiseziel Unterwelt  

Geheimnisvolle Orte im Erdinnern

03.01.2014, 15:48 Uhr | Sybille Boolakee, srt

Reiseziel Unterwelt: Geheimnisvolle Orte im Erdinnern. Früher Regierungsbunker, heute für Besucher geöffnet: die "Dokumentationsstätte Regierungsbunker" in Bad Neuenahr-Ahrweiler. (Quelle: Sascha Kelschenbach /SRT)

Früher Regierungsbunker, heute für Besucher geöffnet: die "Dokumentationsstätte Regierungsbunker" in Bad Neuenahr-Ahrweiler. (Quelle: Sascha Kelschenbach /SRT)

Wenn die ersten Herbststürme übers Land fegen, ist die beste Zeit, sich tief unter die Erde zurückzuziehen. Aber nicht für einen Winterschlaf, sondern um im Erdinnern geheimnisvolle, spannende und skurrile Orte aufzusuchen, die garantiert keinen Herbstblues aufkommen lassen. Sehen Sie diese unterirdischen Orte auch in unserer Foto-Show.

Für Spione: Des Kanzlers geheimer Bunker

Was vor ein paar Jahren noch streng geheim war, wird Besuchern heute bereitwillig präsentiert. Durch die "Dokumentationsstätte Regierungsbunker" in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die zum "Museum des Kalten Kriegs" ausgebaut wurde, führen heute ehemalige Mitarbeiter. Während des Kalten Kriegs entstand zwischen 1962 und 1971 in zwei Eisenbahntunneln der "Ausweichsitz der Verfassungsorgane". In dem etwa 17 Kilometer langen Tunnelsystem sollten im Falle eines Angriffs mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen rund 3000 Menschen Schutz finden und 30 Tage überleben können. Ausgestattet mit der Kommandozentrale für Bundeskanzler und Bundespräsident, Büros, Schlafräumen, einer Krankenstation, Zahnarztpraxis, Kantinen und sogar einem Friseursalon war der Bunker jahrzehntelang das bestgehütete Geheimnis der Bundesrepublik Deutschland (www.regbu.de).

Für Schlafmützen: Im Nachthemd durch die Unterwelt

Stille - kein Laut, kein Pieps dringt bis in die Grubensuite im historischen Sala-Silberbergwerk in Schweden. Das wohl unterirdischste Hotelzimmer der Welt liegt abgeschieden in 155 Meter Tiefe etwa 120 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Wer dort in der mit Kristalllüster und viel silberglänzendem Interieur ausgestatteten Suite übernachtet, erhält außerdem eine Führung durch das Bergwerk sowie Abendessen und Frühstück. Empfehlenswert ist allerdings die Mitnahme von dicken Socken und Pullover. Die Suite hat nur etwa 18 Grad, die Toilette ist 50 Meter entfernt, eine warme Dusche gibt es nur über Tage, und Handys haben unter Tage Sendepause (www.salasilvergruva.se).

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Für Wasserratten: Im Ruderboot durch die Höhle

Geheimnisvoll spiegeln sich die Höhlenwände im grün-türkisfarbenen See, gemächlich gleitet das Boot über den größten natürlichen unterirdischen See Europas. In der Schweiz, im Herzen des Wallis unter Weinbergen verborgen, versteckt sich in St. Léonard der 300 Meter lange unterirdische Lac Souterrain. Baden ist verboten, allerdings bei konstanten 11 Grad auch nicht sehr verlockend. Den Einheimischen war die Grotte schon lange bekannt. Den See aber entdeckte der berühmte Höhlenforscher Jean-Jacques Pittard erst 1943. Der See fasziniert aber nicht nur während einer meditativen Bootstour, sondern auch bei Konzerten, die dort regelmäßig stattfinden (www.lac-souterrain.com).

Für Kellerkinder: Stadt unter der Stadt

Das "Stapelrecht" bescherte der Altstadt von Oppenheim das einzigartige Kellerlabyrinth. In Oppenheim kreuzten sich im Mittelalter bedeutende Handelsstraßen nach Frankfurt, Speyer, Straßburg, Paris und Prag. Kaufleute und Händler, die in der engen Stadt keinen Lagerplatz fanden, buddelten aufgrund der Verpflichtung, ihre Waren zu stapeln, weitverzweigte, unterirdische Lagerkeller in den Untergrund. So entstanden viele Keller zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert. In Krisenzeiten bewährten sich die Kellerlabyrinthe als Geheimgänge: wer die Wege kannte, erreichte ungesehen andere Gebäude. Auf zwei unterschiedlichen Touren erleben Besucher heute die wechselvolle und spannende Geschichte der Oppenheimer Kellerlabyrinthe (www.stadt-oppenheim.de).

Für Sportler: Adrenalinstoß unter der Erde

Wie echte Bergleute sausen die Besucher des Erlebnisbergwerks Merkers in Thüringen im Förderkorb in 90 Sekunden 500 Meter unter die Erde. Durch das unterirdische Schächte-Labyrinth des einstigen Kalibergbaus geht die Fahrt in Sightseeing-Lastern zum Museum der Geschichte des Bergwerks, zum Großbunker mit Lasershow und zur spektakulären Kristallgrotte in 800 Metern Tiefe. Wer noch mehr Action sucht, der findet im Großbunker in 500 Metern Tiefe bei "Down Under" einen Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Auf der "Lückenbrücke" in luftiger Höhe, dem "Pamper Pole", einem wackeligen Klettermast, oder beim Klettern im Hochseilgarten unter Tage warten spannende Mutproben (www.erlebnisbergwerk.de, www.down-under500.de).

Für Naturliebhaber: Kaiser Barbarossa und der Höhlenbär

Vor rund 30.000 Jahren suchten Höhlenbären in der Teufelshöhle bei Pottenstein Schutz. Heute trifft man in der Tropfsteinhöhle mitten im Naturpark "Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" vor allem Fledermäuse und Besucher. Mit etwa 3000 Meter Länge gehört die Höhle zu den größten Tropfsteinhöhlen Deutschlands, gut die Hälfte wurde für Führungen begehbar gemacht. Während der etwa 45-minütigen Tour steigen Besucher über mehr als 400 Stufen hinab in die fränkische Unterwelt. Besonders sehenswert sind die Kristallgrotte und der Barbarossadom mit seinem markanten Stalagmit "Kaiser Barbarossa" sowie der Zaubergarten mit einer Vielzahl von imposanten Tropfsteinkegeln (www.teufelshoehle.de).

Für Cineasten und Weintrinker: Geheimnisvolle Klosterkeller

Dicke Mauern, schummerige Gewölbe, flackernde Kerzen - ein wohliges Schaudern umfängt die Besucher in den verwinkelten Weinkellern im mehr als 800 Jahre alten Kloster Eberbach in Eltville im Rheingau. Im historischen Cabinet-Keller und im ehemaligen Hospital lagern die Weine der Zisterzienser-Mönche, die man im Rahmen von Führungen auch probieren kann. Über 80 Stufen gelangen Besucher noch tiefer unter die Erde in den neuen, modernen Steinberg-Keller. Weltruhm erlangten das kreuzgewölbte Dormitorium und die Basilika als geheimnisumwitterte Kulissen im Kino-Bestseller "Im Namen der Rose" (www.kloster-eberbach.de).

Für Unerschrockene: Gruseln im Reich der Toten

Die Luft ist stickig, es riecht muffig, die schmalen Gänge sind verschlungen - dennoch drängeln sich schaudernd Touristen aus aller Welt durch die Katakomben von Paris. Fein säuberlich sortiert stapeln sich dort 20 Meter unter der Erde Knochen und Schädel bis unter die niedrige Decke. Viele der durch Seuchen und Hungersnöte überfüllten Friedhöfe wurden Ende des 18. Jahrhunderts in die ehemals unterirdischen Steinbrüche aus römischen Zeiten überführt. Von welchen Friedhöfen die dekorativ aufgereihten Gebeine stammen, lässt sich noch heute an den Gedenktafeln ablesen. Für Besucher ist nur ein kleiner Teil der Katakomben zugänglich. Manche der unterirdischen Anlagen sind jedoch geheime Treffpunkte der "Cataphiles", der "Katakombenliebhaber", für illegale Partys und angeblich auch schwarze Messen. In einem Trakt der Katakomben soll sogar der Goldschatz der französischen Nationalbank lagern (www.catacombes.paris.fr).

Weitere Informationen:

Grubensuite im Sala Silberbergwerk: 73301 Sala, Västmanland, Tel. 0046/224/677260, www.salasilvergruva.se; Übernachtungen ganzjährig ab etwa 460 Euro für zwei Personen inklusive Führung, Abendessen und Frühstück;
Lac Souterrain: Case postale 75, Rue du Lac 21, CH-1958 St-Léonard, Tel. 0041/27/2032266, www.lac-souterrain.com. Täglich geöffnet vom 19. März bis 1. November, Eintrittspreise/Führung 10 CHF für Erwachsene, 6 CHR für Kinder von fünf bis 16 Jahre, Dauer 30 Minuten.
Oppenheimer Kellerlabyrinthe: Touristinformation Oppenheim, Merianstr. 2 a, 55276 Oppenheim, Tel. 06133/4909-19, www.stadt-oppenheim.de. Geöffnet von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 11 bis 14 Uhr, Sonntag von 11 bis 16 Uhr (während der Winterzeit), Führungen samstags und sonntags, Eintrittspreise Erwachsene 7,50 Euro, Kinder von fünf bis 16 Jahre 4 Euro, Dauer etwa 60 Minuten.
Dokumentationsstätte Regierungsbunker: Am Silberberg 0, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Tel. 02641/9117053, www.regbu.de. Führungen für Einzelbesucher mittwochs, samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 16.30 Uhr, Eintrittspreise Erwachsene 8 Euro, Schüler, Studenten 5 Euro, Kinder zwölf bis 16 Jahre 3,50 Euro. Die diesjährige Winterpause beginnt am 11. November.
Erlebnisbergwerk Merkers: Zufahrtstr. 1, 36460 Merkers, Tel. 03695/614101, www.erlebnisbergwerk.de; Führungen ganzjährig außer Montag, Eintrittspreise Erwachsene ab 23 Euro, Kinder ab 15 Euro. Kinder unter zehn Jahren dürfen an der Grubenfahrt nicht teilnehmen;
Hochseilgarten Down Under: Zufahrtstr. 1, 36460 Merkers, Tel. 036963/23404, www.down-under500.de; ganzjährig geöffnet außer Montag, Eintrittspreise für mindestens acht Personen ab 37 Euro pro Person. Mindestalter 13 Jahre, Mindestgröße 1,50 Meter.
Teufelshöhle Pottenstein: Zweckverband Teufelshöhle, Pegnitzer Str. 100, 91278 Pottenstein, Tel. 09243/208, www.teufelshoehle.de; Eintrittspreis/Führung Erwachsene 4,50 Euro, Kinder vier bis 15 Jahre 2,50 Euro, Familien 12 Euro, Dauer 45 Minuten.
Stiftung Kloster Eberbach: 65346 Eltville im Rheingau, Tel. 06723/9178-100, www.kloster-eberbach.de; verschiedene Führungen durch Kloster und Weinkeller mit und ohne Verkostung.
Katakomben von Paris: 1, Avenue du Colonel Henri Rol-Tanguy (Place Denfert-Rochereau), F-75014 Paris, Tel. 0033/1/43224763, www.catacombes.paris.fr; geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Eintrittspreis/Führung Erwachsene 8 Euro, Kinder und Jugendliche von 14 bis 26 Jahre 4 Euro, Dauer 45 Minuten.

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