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Weiße Geister am Berghang

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Papua-Neuguinea  

Weiße Geister am Berghang

23.12.2013, 14:50 Uhr | Rasso Knoller/srt

Weiße Geister am Berghang  . Nebel im Hochland. (Quelle: Rasso Knoller/srt)

Nebel im Hochland. (Quelle: Rasso Knoller/srt)

Als vor 80 Jahren australische Goldsucher ins Hochland von Papua-Neuguinea kamen, glaubten die Einheimischen, ihre Ahnen kehrten zurück. Der Stammesälteste Terima erinnert sich. Schauen Sie sich die Welt der Einheimischen auch in unserer Foto-Show an.

Terima begrüßt mich im Lendenschurz. Rund um den Vollbart ist sein Gesicht schwarz bemalt, die Finger umklammern eine Steinaxt. Auf dem Kopf trägt er den traditionellen Federschmuck seines Stammes. Der Halsschmuck - er reicht Terima fast bis zum Schritt - besteht aus mehr als hundert kleinen Knochenstäbchen. Jedes davon symbolisiert zehn geschlachtete Schweine. Bei den Papuas sind Schweine Nahrung, Tauschobjekt und Statussymbol in einem. Mehr Schwein, mehr Macht - so einfach ist die Gleichung.

Zwanzig Kinder von fünf Frauen

Terima ist ein sehr mächtiger Mann. Er ist der Stammesälteste der Paigona, eines Stammes im Hochland. Terima hat mit fünf Frauen zwanzig Kinder gezeugt. Achtzig Jahre sei er alt, sagt er - "zumindest ungefähr". Wie alt er genau ist, weiß er nicht. Als Terima geboren wurde, hat niemand das Geburtsdatum dokumentiert. Aber er weiß, dass er ein kleiner Junge war, als die Weißen kamen. Erst in den 1930er-Jahren bekamen die damals noch in einer steinzeitlichen Kultur lebenden Papuas des Hochlands die ersten Menschen, die von jenseits der Berge kamen, zu Gesicht. Australische Goldsucher hatten sich damals den Weg über die Berge gebahnt und stiegen durch das Wahgital hinunter ins Hochland.


In Papua Neuguinea versuchten in den 1920er-Jahren viele Goldsucher aus Australien ihr Glück. Doch bald waren die Goldvorräte erschöpft und die meisten Abenteurer kehrten in ihre Heimat zurück. Die Brüder Mick, Dan und James Leahy aber blieben. Mit der Hilfe von 14 einheimischen Trägern machten sie sich auf den Weg ins Landesinnere. Kilometer um Kilometer arbeiteten sie sich durch den dichten Dschungel vorwärts. Sie überstiegen Bergkette um Bergkette und legten Hunderte Kilometer zu Fuß zurück. Ein halbes Jahr waren sie schon unterwegs, als sie im April 1933 den letzten hohen Bergkamm überstiegen und ins Hochland hinabblickten. Zu ihrer Überraschung fanden sie aber kein menschenleeres Gebiet vor, sondern eine fruchtbare Hochebene. Und auf der lebten schon damals fast eine Million Menschen.

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"Wir haben uns alle gefürchtet"

"Hier kamen die Weißen damals den Berghang hinab", sagt Terima und deutet vage Richtung Süden. "Wir haben uns alle gefürchtet." Kein Wunder: In der Mythologie seines Stammes haben die Geister der Verstorbenen eine helle Haut. Man glaubte, die Fremden seien Ahnen, die aus dem Jenseits zurückkehrten. Terima, der damals noch ein kleines Kind war, dachte aber, dass die Goldsucher Teufel waren. "Noch nie hatte ich ein Wesen mit weißer Haut gesehen", sagt er. Doch recht schnell habe man herausbekommen, dass auch die Fremden nur Menschen waren, sagt Terima.


Obwohl also bald feststand, dass auch die australischen Goldgräber nur Menschen waren, trauten sich die Papuas nicht, gegen sie zu kämpfen. Sie fürchteten sich vor den Gewehren der Weißen. Damit das auch so blieb, erschossen die Leahys, wo immer sie hinkamen, vor den Augen der Stammeskrieger erst einmal ein Schwein. So demonstrierten sie die Macht ihrer Waffen und machten den Papuas klar, dass ein Aufstand zwecklos wäre. "Als wir gesehen hatten, wie das Schwein nach dem Knall umfiel, wollten wir lieber in Frieden mit den Fremden leben", beschreibt Terima die Reaktion seines Stammes. Den Ruf, dass sie tapfere Krieger seien, hatten die Papuas bereits damals inne. Die "Menschenfresser" hatten auch den Leahys Respekt eingeflößt. Doch der Mut der Papuas konnte gegen die Gewehre der Australier nichts ausrichten. Wenn sie angegriffen wurden, schossen sich die Leahys den Weg frei. Dan Leahy erzählte später, dass sie einmal neun Papuakrieger an einem Tag getötet hätten. Aber Menschenfleisch steht seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr auf dem Speiseplan.

Weitere Informationen:
Verkehrsbüro: Tourism Promotion Authority Papua-Neuguinea, Level 3, Fraunhoferstr. 8, 82152 Martinsried, Tel. 089/2190965-11, www.papuanewguinea.travel, www.pngtourism.de.
Anreise: Air Niugini fliegt von Kuala Lumpur, Cairns und Brisbane nach Port Moresby.
Einreise: Zur Einreise benötigt man ein Visum, das man am Internationalen Flughafen in Port Moresby erwerben kann. Das Visum muss bar bezahlt werden; einen Wechselschalter gibt es am Flughafen. Reisende aus Nicht-EU-Ländern bzw. solche, die nicht über Port Moresby einreisen, sollten sich über die Visaformalitäten bei der Botschaft von Papua-Neuguinea erkundigen (Botschaft von Papua-Neuguinea, Avenue de Tervuren 430, 1150 Brüssel, Belgien, Tel. 0032/2/7790609.
Reisen im Land: Eine durchgehende Straße, die die wichtigsten Zentren des Landes miteinander verbindet, gibt es nicht. Wer in Papua-Neuguinea über größere Entfernungen reisen will, muss fliegen. Die Inlandsflüge mit Air Niugini sind relativ teuer und die Fluglinie steht in dem Ruf, chronisch verspätet zu sein. Dafür ist das Streckennetz hervorragend ausgebaut. Fast jede größere Gemeinde des Landes hat eine Flugpiste. Allerdings: Die meisten Flüge verkehren via Port Moresby, sodass man für relativ kurze Strecken oft sehr lang unterwegs ist.
Sprache: In Papua-Neuguinea leben mehr als 750 Stämme, die ebenso viele unterschiedliche Sprachen sprechen. Die Landesprache ist Englisch. Das heißt aber nicht, dass die meisten Menschen auch Englisch sprechen. Die Kreolsprache Tok Pisin ist die "Straßensprache", die von der Mehrheit - aber auch bei weitem nicht von allen - verstanden wird. Wer mit den Menschen in Kontakt kommen möchte, ist in der Regel auf einen Übersetzer angewiesen.
Währung: Die Währung in Papua-Neuguinea ist der Kina. Banken gibt es in vielen Städten. Allerdings sind dort die Schlangen oft lang und in den Provinzstädten kann auch schon mal einer Bank das Geld ausgehen. Deswegen sollte man auf jeden Fall bei der Einreise am Flughafen einen Grundstock an Bargeld wechseln.
Gesundheit: Papua-Neuguinea gilt als besonders gefährdetes Malariagebiet. Eine Prophylaxe wird dringend empfohlen. Die gesundheitliche Versorgung ist generell schlecht. Eine kleine Notfallapotheke im Gepäck kann nicht schaden.

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