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Arktisches Abenteuer: Ballonfestival jenseits des Polarkreises

21.01.2014, 10:06 Uhr | dpa

Arktisches Abenteuer: Ballonfestival jenseits des Polarkreises. Die Fahrten über das tief verschneite Lappland sind selbst für Profis ein Abenteuer.

Die Fahrten über das tief verschneite Lappland sind selbst für Profis ein Abenteuer. Foto: Florian Sanktjohanser. (Quelle: dpa)

Gällivare (dpa/tmn) - Gällivare ist eine unspektakuläre Bergbaustadt in Nordschweden. Doch jeden Winter wird sie zum Sehnsuchtsort von Ballonfanatikern aus ganz Europa. Denn die Fahrten über das tief verschneite Lappland sind selbst für Profis ein Abenteuer.

Bei minus 25 Grad gefrieren die Härchen in der Nase, sobald man zur Tür hinausgeht, es fühlt sich an wie Kleber. "Perfektes Wetter", sagt Mathias Svalenström. "Die Vorhersage sieht so aus, als könnten wir dieses Jahr jeden Tag fliegen." Svalenström studiert den Wetterbericht pedantisch. Er leitet das Arctic Balloon Adventure in Gällivare , rund 100 Kilometer nördlich des Polarkreises. Und nichts ist für die aus ganz Europa angereisten Ballonfanatiker wichtiger als das Wetter.

"Es darf nicht schneien, nicht neblig oder zu windig und nicht kälter als minus 30 Grad sein", erklärt Svalenström. Ansonsten wäre es zu gefährlich. Denn Ballonfahrten bei arktischer Witterung sind trotz GPS und Handy eine Herausforderung. Die Profis lieben das. Deshalb kommen Teams aus Frankreich, Litauen, Deutschland und den Niederlanden in die Bergbaustadt im Norden Schwedens gekommen.

Leon Kurstjens ist ein alter Ballonhase, zum siebten Mal beim Festival dabei. Er hat sich gerade die neuesten Wetterdaten besorgt. "Wir starten heute südwestlich von Gällivare hinter dem Dundret", sagt Kurstjens. "Wir wollen mit dem Wind in 1000 bis 1500 Metern Höhe um den Berg oder darüber hinweg fliegen. Dort oben soll es wärmer sein." Klingt nach einem vernünftigen Plan.

Wir fahren über die Landstraße. Es hat zwei Wochen durchgehend geschneit, die Bäume beugen sich unter der Last des Schnees über die Straße. Kurstjens und seine beiden Helfer wuchten Korb und Ballon von der Ladefläche. An den Korb ist ein Rucksack geschnallt. "Da sind Zelt, Schlafsäcke, Trockennahrung und Kocher drin", erklärt Kurstjens. "Damit wir überleben, wenn wir in die falsche Richtung treiben und nicht gefunden werden."

"Alle rein", ruft Kurstjens. Wir heben ab, schweben über die Baumkronen und immer höher. Der Wind erfasst den Ballon, das GPS-Gerät zeigt 10 Stundenkilometer, dann 20. Und es wird tatsächlich wärmer. In 1000 Metern Höhe hat es nur noch minus vier Grad.

Früher lebten in Gällivare nur Sami und Bauern. Doch dann wurden riesige Eisen- und Goldvorkommen gefunden. Viele Glücksritter kamen in die Stadt, weil sie in den Minen zehnmal so viel wie im Rest Schwedens verdienen konnten. Die Bergleute wohnten zunächst in kleinen Hütten, es gab Glücksspiel und Prostituierte, wilder Westen in Lappland.

In der Ferne kommen ein dampfender Fabrikschlot und die Stadt in Sicht. Wir sinken in den Schatten des Bergs, und sofort wird es 20 Grad kälter. Am Ufer des Sees leuchten die bunten Holzhäuser, vor denen die Bewohner von Gällivare im Sommer fischen. Ein großes X markiert den Zielpunkt. Jeden Morgen legen es die Organisatoren aus. Wer am Ende der Woche am nächsten daran gelandet ist, bekommt einen Preis.

Kurstjens zieht an der Leine, die Luke an der Oberseite des Ballons öffnet sich, wir sinken schneller. "An der Gasflasche festhalten, nicht mit dem Kinn zu nahe an den Korb, und die Knie beugen", ruft Kurstjens, dann sitzen wir hart auf, schleifen kurz über das Eis und kippen um. Schneemobile knattern herbei und sammeln uns auf.

Am Abend werden drei Ballons auf einem Schneefeld inmitten der Stadt aufgeblasen. Vangelis und anderes hymnische Zeug dröhnen aus den Lautsprechern, dazu erleuchten rhythmische Feuerstöße die Ballons. Jugendliche verkaufen Glühwein, Partystimmung will trotzdem nicht so richtig aufkommen. Könnte an den minus 29 Grad liegen.

Stimmungsvoller ist es, sich in der Kutsche von dampfenden Ardennenpferden durch den nächtlichen Wald ziehen zu lassen. Die Bäume sehen im flackernden Schein der Fackeln aus wie Riesenspinnen mit weißen Haaren. Die Kutsche hält vor einer Rundhütte. In der Mitte knistert ein Feuer im Eisenkamin. Und es gibt Rentierbraten in Sahne mit Kartoffelpüree.

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