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Entspannte Alternativen zu Rom, Paris oder Barcelona

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Städte-Alternativen im Herbst  

Lyon statt Paris, Bologna statt Rom

13.09.2016, 11:38 Uhr | Sandra Ehegartner/srt

Entspannte Alternativen zu Rom, Paris oder Barcelona. Sevilla. (Quelle: dpa)

Sevilla. (Quelle: dpa)

Der Herbst ist die schönste Zeit für Städtereisen. Dann machen ausgedehnte Stadtbummel und Erkundungen wieder richtig Spaß. Wir stellen fünf Städte vor, die nicht auf jeder Reiseliste stehen - auch in unserer Foto-Show.

Bologna statt Rom 

Für Studenten und Feinschmecker ist Bologna schon längst eine herrliche Alternative zu Rom. La grassa, la dotta, la rossa wird die gemütliche Stadt in Oberitalien gerne genannt. Der wenig schmeichelhafte Name 'die Fette' kommt von den deftigen regionalen Delikatessen wie zum Beispiel der Mortadella und den "Spaghetti al ragù". Wer ein typisches Bologneser Menü von Anfang bis zum Ende zum Beispiel bei 'Donatello' in der Via Righi Augusto durchhält, der weiß im Anschluss, dass der Beiname Programm ist. Ein voller Bauch studiert nicht gerne? Von wegen!

In Bologna, 'der Gelehrten', steht eine der ältesten und bekanntesten Universitäten Italiens. Und die Studenten tragen viel zum quirligen Piazza- und Nachtleben der Stadt bei. Auf den großen Plätzen der Stadt, wie der Piazza Maggiore und dem Platz Sette Chiese, können auch Besucher in die lebhafte und fröhliche Atmosphäre eintauchen. Über den Ursprung des Beinames 'die Rote' gibt es mehrere Varianten: entweder politisch oder wegen der roten Dächer. Egal, woher die Namen stammen, die Hauptstadt der Emilia Romagna ist allemal einen Besuch wert. 

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Lyon statt Paris 

Wofür ist Paris nochmal so berühmt? Natürlich für den Eiffelturm, die Mode und die Haute Cuisine. In Lyon fehlt nur der Stahlriese. Ansonsten bietet die junge, quirlige Stadt im Südosten Frankreichs alles, was Gourmets und Modebegeisterte sich nur wünschen können. Paul Bocuse, Altmeister der feinen Küche, der seit 50 Jahren ununterbrochen mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wird, hat seine fünf Brasserien der Einfachheit halber nach den Himmelsrichtungen benannt, und so können Leckermäuler in Lyon eine französische Panoramaverkostung erleben. Je nachdem ob Norden, Süden, Westen oder Osten variiert der Schwerpunkt der Gerichte. Um sich Appetit zu verschaffen lädt Lyon zu ausgedehnten Bummeln durch kleine Straßen und Gassen ein. Internationale Markengeschäfte finden ebenso ihren Platz wie Fachgeschäfte, die an die Tradition des Seidenhandels anknüpfen.

Wer Abkürzungen und Abenteuer liebt, der nutzt die offenen Treppenhäuser, die Traboules. Sie wurden einst von Seidenballenträger benutzt, um ihre kostbare Fracht beim Transport vor Regen zu schützen und weil sie dort schneller voran kamen. Aber Achtung, Verlaufen geht schnell, nur echte Lyoner kennen die verwinkelten Gänge. Dafür laufen Hobbyfotografen Gefahr, sich einen steifen Nacken zu holen wegen all der lebensechten Trompe-l'œil-Malereien an den Hauswänden. So finden sich in Lyon auch mit bestem Willen kaum noch graue Hauswände. In Paris hingegen gibt es die zuhauf. 

Sevilla statt Barcelona 

Barcelona ist nicht nur wegen Gaudí und seiner Sagrada Familia ein Reisehit, auch das vielseitige Straßenleben lockt jährlich Millionen von Touristen. Bis auf die unfertige Kirche kann Sevilla da leicht mithalten, nur mit weniger Gedränge auf den Straßen. Ob Giraldaturm, Goldturm oder die Plaza de España - die andalusische Hauptstadt kann es, was Prunk und Protz betrifft, leicht mit ihren großen Schwestern Madrid und Barcelona aufnehmen. Den besonderen Reiz machen aber nicht diese Baudenkmäler aus, sondern die besondere Atmosphäre der Stadt. Ob es die kühl gekachelten Innenhöfe sind, die beim Schlendern durch die elegante Altstadt zum Eintreten laden oder die schmiedeeisernen Balkongitter, auf denen üppige Blumenkästen der trockenen Hitze trotzen - das Zusammenspiel mit dem lässigen Savoir-Vivre der Seviller macht den besonderen Reiz der Stadt aus.

Über all dem schwebt meist der leichte Duft von Orangenbäumen, der zum Träumen einlädt. Oder zum Essen? Wie gut, dass Sevilla als Geburtsort der Tapas, der kleinen Köstlichkeiten, die in zahlreichen Bars angeboten werden, gilt. Für Menschen mit Entscheidungsschwäche kann der Besuch einer Tapasbar in Stress ausarten: Rosada mit Zitronensauce, gefüllte Auberginen mit Krabben oder doch lieber Mejillones, köstliche Miesmuscheln? Gut, dass die Portionen klein sind und immer nachbestellt werden können. Ein Klassiker unter den Tapasbars, für die Gäste allerdings ein wenig Geduld brauchen, ist die Bar La Eslava. Die Wartezeit kann prima mit einem Glas Rotwein vertrieben werden, denn Essen zählt zur Kultur und davon gibt es in Sevilla eine Menge. 

Luzern statt Zürich 

Wer möchte schon in eine der teuersten Städte der Welt reisen, wenn das vielseitige Luzern am Vierwaldstättersee nur eine knappe Autostunde entfernt liegt? In der "Leuchtenstadt", wie Luzern auch genannt wird, gibt es neben der barocken Jesuitenkirche gleich mehrere Superlative zu bestaunen: die steilste Zahnradbahn der Welt und die älteste gedeckte Brücke der Welt. Die Kapellbrücke mit dem Wasserturm ist zugleich eines der meist fotografierten Denkmäler der Schweiz und das Wahrzeichen der Stadt. Kunst- und Kulturliebhabern ist das unaufgeregte und dennoch mondäne Luzern längst ein Begriff. Zahlreiche Musikfestivals finden das gesamte Jahr über statt und locken neben bekannten Stars auch junge, aufstrebende Interpreten und Solisten an. Wer's sportlicher mag, der besteigt den malerischen Pilatus, den Hausberg Luzerns, oder unternimmt eine Rundfahrt über den Vierwaldstättersee.

Während einer Rundfahrt passiert man die eindrucksvolle Wagner-Villa, in der heute ein Museum an den Künstler erinnert. Und weil der See offenbar inspirierend wirkt, hat auch der russische Komponist und Pianist Sergej Rachmaninoff in Seenähe gelebt und gearbeitet. So viel Kultur macht hungrig? Gut, dass die Luzerner Küche zu einer der vielseitigsten der Schweiz zählt. Und wenn der Besucher dann bei einem Glas Sauvignon Blanc aus der Region auf einer Terrasse über der Reuss sitzt, beglückwünscht er sich sicherlich zu seiner Entscheidung für Luzern. 

Graz statt Wien 

Vielleicht nicht ganz so viel Schmäh, dafür eine Altstadt, die zum Weltkulturerbe zählt, eine spektakuläre Museenlandschaft und südländisches Flair bietet die Landeshauptstadt der Steiermark. Wer die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt wie den Dom, das Schloss Eggenberg und den Uhrenturm besichtigt hat, der macht einen Bummel zur immer noch futuristisch anmutenden Muschel auf der Murinsel. Und für diejenigen, die bei der Besichtigung der Grazer Burg fürchten, zu viel des guten Weines aus der Steiermark getrunken haben: keine Sorge, die sogenannte "Versöhnungsstiege", eine Doppelwendeltreppe mit zwei gegenläufigen, gewundenen Treppen, die sich trennen und wieder zusammen kommen, hat diesen schwindelerregenden Effekt - mit oder ohne Weingenuss.

Apropos Gaumenfreuden: Genusshauptstadt nennt sich Graz ganz selbstbewusst. Und wer einen Blick auf den Veranstaltungskalender der Stadt wirft, der weiß schnell, warum. Von der Kürbiskernölverkostung über Brot- und Weinverkostungen bis hin zu kulinarischen Rundgängen stellt Graz unter Beweis, dass Liebe durch den Magen geht. Dass die Steirischen Köstlichkeiten nicht nur gut sind, sondern auch groß und stark machen, zeigt sich eindrucksvoll an einem der berühmtesten Söhne der Stadt: Arnold Schwarzenegger. 

Weitere Informationen: 
Bologna Welcome, Tourist Office, Piazza Maggiore, 1, 40124 Bologna, Italien, Tel. 0039/051/239660, www.bolognawelcome.com 
Fremdenverkehrsamt Lyon, Place Bellecour, 69002 Lyon Cedex 02, Frankreich, Tel. 0033/4/72776969, www.lyon-france.com 
Oficina de Turismo de Sevilla, Pl. del Triunfo, 1, 41004 Sevilla, Spanien, Tel. 0034/954/787578, www.andalucia.org 
Luzern Tourismus AG, Tourist Board,? Bahnhofstrasse 3, 6002 Luzern, Schweiz, Tel. 0041/41/2271717, www.luzern.com 
Visit Graz, Graz Tourismus Information, Herrengasse 16, 8010 Graz, Österreich, Tel. 0043/316/80750, www.graztourismus.at 

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