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Bernina-Express: Rollendes UNESCO-Welterbe zwischen Gletschern und Palmen

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Bernina-Express  

Zwischen Gletschern und Palmen

16.03.2009, 09:38 Uhr | dpa-tmn

Spektakuläre Fahrt mit dem Panoramazug Bernina-Express (Foto: Rhätische Bahn)Spektakuläre Fahrt mit dem Panoramazug Bernina-Express (Foto: Rhätische Bahn)

Eisige Bergbäche, schroffe Gipfel und liebliche Landschaften: Eine Fahrt mit dem Bernina-Express durch die Alpen ist eine Reise der Gegensätze. Von Chur in der Schweiz schraubt sich der Zug auf den mehr als 2000 Meter hohen Bernina-Pass. Und während die Reisenden noch den 4049 Meter hohen Piz Bernina bestaunen, geht es schon wieder steil hinunter ins milde Klima des Veltlin in Italien. Neben dem Wechsel der Landschaften bietet der Zug vor allem Eisenbahnfreunden etwas ganz Besonderes: Mit sieben Prozent Steigung zählt der Bernina-Express zu den steilsten Bahnstrecken der Welt, die ohne Zahnräder, Seile oder andere Ingenieurtricks auskommen. Sehen Sie den Zug in unserer Foto-Serie.


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Über 196 Brücken und durch 55 Tunnel

In nur vier Stunden fährt die eingleisige Schmalspurbahn heute von der Schweiz nach Italien. Es ist keine simple Schienenstrecke: Neben den Steigungen gibt es 196 Brücken und 55 Tunnel. Darunter sind Konstruktionen, die auch Berg- und Bahnkenner fasziniert aus dem Panorama-Fenster schauen lassen. Vor dem Engadiner Dorf Filisur zum Beispiel endet ein 136 Meter langer Viadukt plötzlich mitten in einer senkrecht abfallenden Felswand - und der Express rollt im Tunnel weiter. In Brusio schraubt sich der Zug auf einem kreisrunden Viadukt ins Tal - anders wäre der große Höhenunterschied nicht zu meistern. Seit dem Sommer 2008 steht die Bahnstrecke auf der Liste des Weltkulturerbes. Plätze zu reservieren, ist sehr zu empfehlen.

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Bernina-Express: Die Schönheit Graubündens bestaunen

Die Bahn über den Bernina-Pass war von Anfang an für Touristen gedacht. Als sich 2500 Bauarbeiter im Jahr 1902 an die harte Arbeit machten, tüftelten die Ingenieure lange an einer Strecke mit möglichst wenig Tunneln, denn die Reisenden sollten die Schönheit Graubündens und der Lombardei bestaunen. Die gemauerten Viadukte erhielten für eine elegantere Wirkung sogar schlankere Pfeiler und schmalere Bögen. Auch vom Qualm der Dampfloks blieben die Reisenden verschont: Die Strecke war von Anfang an elektrifiziert. So surrt der Zug noch heute leise an den Dörfern vorbei. Nur in engen Kurven kommt er ins Quietschen, bei großen Steigungen auch mal in leises Stöhnen.

Spektakel im Sommer wie im Winter

War die Strecke, die auch einen Abzweig nach St. Moritz bietet, anfangs ein Sommervergnügen, so sorgte der Zweite Weltkrieg für eine Neuplanung. Am Pass wurden die Schienen 1944 so verlegt, dass auch im Winter Züge fahren konnten. Der Bernina-Passbahnhof in 2253 Metern Höhe ist zugleich Wasserscheide und Sprachgrenze. Fast unwirklich schön wirken bei gutem Wetter die Gletscher und Gipfel weit jenseits der Baumgrenze. Weiße Wolkenschleier hängen dann über den eisigen Bergseen auf Passhöhe. Doch allein sind Bahnfahrer hier nicht. Wanderer und Mountainbiker kreuzen gern die Schienen. Wer noch höher hinauf will, hat an einigen Bahnhöfen auch Anschluss an Seilbahnen.

Mit dem Bernina-Express nach Italien

Wer im Zug sitzen bleibt, fährt weiter in Richtung Italien. An Obstplantagen und Weingärten vorbei zuckelt der Zug und wird in den Dörfern des Poschiavo-Tals schließlich zur Tram auf der Straße. An den Kirchen weicht ein schlanker Campanile den bauchigen Zwiebeltürmen auf der Schweizer Seite. Die ersten Palmen säumen die Strecke. An der Endstation Tirano angekommen, duftet es auf dem Bahnhofsvorplatz nach Pizza. Bis zur Rückfahrt bleibt Zeit für eine Weinprobe mit jungem Veltliner, Schinken und Parmesan-Käsehäppchen.

Weitere Informationen:

Fahrtzeiten: Zwischen Chur und Tirano verkehrt der Bernina-Express einmal am Tag in jede Richtung. Die Fahrt dauert 4 bis 4,5 Stunden. Je nach Saison fahren auch Züge von St. Moritz und Davos nach Tirano.

Preise: Ein Ticket Chur-Tirano und zurück kostet 71,25 Euro, die einfache Fahrt in jeder Richtung 35,63 Euro (Stand: März 2009).

Kontakt: Rhätische Bahn (Tel. von Deutschland: 0041/81/288 43 40, täglich von 7.00 bis 19.00 Uhr; Internet: www.rhb.ch)

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