Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele > Schweiz >

Schweizer Alpen: Weltkriegs-Festung zum Anfassen in der Themenwelt "Sasso San Gottardo"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Weltkriegs-Festung zum Anfassen in der Themenwelt "Sasso San Gottardo"

05.02.2013, 07:26 Uhr | t-online.de

Schweizer Alpen: Weltkriegs-Festung zum Anfassen in der Themenwelt "Sasso San Gottardo". Über lange Stollen gelangen Besucher ins Herz des Gotthardmassivs. Dort hatte noch bis vor wenige Jahren nur Militär Zutritt (Quelle: www.sasso-sangottardo.ch)

Über lange Stollen gelangen Besucher ins Herz des Gotthardmassivs. Dort hatte noch bis vor wenige Jahren nur Militär Zutritt (Quelle: www.sasso-sangottardo.ch)

Eine einst geheime Festungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg mitten im Sankt Gotthard Massiv soll neuer Besuchermagnet der Schweizer Alpen werden. Im Unterkunftstrakt des ehemaligen Artilleriewerks "Sasso da Pigna", das zwischen 1941 und 1945 gebaut wurde, ist die Themenwelt "Sasso San Gottardo" entstanden. Auch der militär-historische Teil ist zugänglich. Unsere Foto-Show gibt Ihnen einen ersten Eindruck.

Kahle Berge, karge Vegetation, rundherum die überwältigende Alpenlandschaft des Zentralmassivs: Der Gotthard ist ein Ort der Mythen und Sagen, der Legenden und des Schweizer nationalen Selbstverständnisses. Er verbindet Norden und Süden, überwindet Grenzen und ist Symbol für den Aufbruch in die Moderne, für technischen Fortschritt und Ingenieurskunst. Gleichzeitig hat der Gotthard eine bewegte Vergangenheit.

Militärischer Alltag im Bunker

Der denkmalgeschützte Teil der historischen Festung "Sasso da Pigna" ist Zeugnis eines früheren Artilleriewerks aus dem Zweiten Weltkrieg. Er wird der Öffentlichkeit zum ersten Mal zugänglich gemacht und zeigt die Hintergründe zum Bau und den Alltag in der Festung.

Die Anlage im Gotthard-Massiv bot einer Besatzung von 500 Mann Platz. Es gab auch ein eigenes Spital mit 87 Betten. Wegen der exponierten Lage hatte die Besatzung einen hohen Autonomiegrad. Die Vorräte genügten, um für Monate unabhängig von der Außenwelt überleben zu können. Es gab einen Wasservorrat von 400.000 Litern, 70.000 Liter Diesel wurden vorgehalten. An Munition lagerte die Besatzung rund 10.000 Granaten mit Ladungen und Zündern.

Bunkerkanonen als Hauptbewaffnung

Die Besatzung bestand aus Kanonieren, Infanteristen, Werkschutzsoldaten, Übermittlern, Sanitätern und dem Personal für die Logistik. Zur Nahverteidigung hatten die Männer sechs eingebaute Maschinengewehre. Die Hauptbewaffnung waren aber vier Bunkerkanonen mit einem Kaliber von 15 Zentimetern. Technisch lag die maximale Reichweite bei 28 Kilometern, praktische Schussdistanz waren aber 10 bis 20 Kilometer.

Pässe durften den Nazis nicht in die Hände fallen

Das Artilleriewerk war Teil des "Réduit national", der Schweizer Strategie im Zweiten Weltkrieg, sich in die Alpen zurückzuziehen. Ziel war es, die Alpenübergänge vor Nazi-Deutschland zu schützen und im Notfall zu zerstören. Dabei wurde sogar in Kauf genommen, das Schweizer Mittelland schutzlos den Feinden auszuliefern.

Gefahr aus Italien

Die Kanonen der Festung waren nach Süden ausgerichtet, um die Zugangswege zum Gotthard zu sperren. Gefährlich war vor allem der San-Giacomo-Pass, der es der italienischen Artillerie ermöglicht hätte, das Südportal des Gotthardtunnels und die Passstraße zu beschießen. Dem wollten die Schweizer zuvorkommen.

Das Artilleriewerk war bis 1999 in Betrieb. Nach dem Abtransport der Munition wurde im November 2001 die Geheim-Klassifizierung aufgehoben. Ab 2005 begann die Transformation zur Themenwelt.

Themen unserer Zeit

Die Themenwelt "Sasso San Gottardo" ergänzt die historische Festung. Unterschiedliche Bereiche widmen sich den Herausforderungen der Gegenwart und sollen zum Nachdenken anregen. Behandelt werden die Themen Wasser, Mobilität und Lebensraum, Wetter und Klima, Energie und Sicherheit.

Ein eigener Raum ist den einmaligen Riesenkristallen des Planggenstocks gewidmet. Die Bergkristalle sind im Erdinneren in heißer Flüssigkeit unter hohem Druck entstanden. Millionen Jahre später wurden sie gefunden. Die Mineralien stammen aus Hohlräumen, die bei der Entstehung der Alpen aufgerissen und nach oben geschoben wurden. Durch die Erosion gelangten sie an die Oberfläche.

Die familienfreundliche Anlage befindet sich auf der Gotthard-Passhöhe. Themenwelt und historische Festung erstrecken sich über fast zwei Kilometer Länge.

Fakten

Gesamtfläche: 7550m2
Ausstellungsfläche Themenwelt: 3440 m2
Fläche Historische Festung: 3140 m2
Gesamtlänge Stollen: 1789 m
Eingangshöhe: 2096 m. ü. M.
Höchster Punkt: 2217 m. ü. M.
Besuchsdauer Themenwelt: ca. 1.5 Stunde
Historische Festung:ca. 1.5 Stunde

Weitere Informationen:

Sasso San Gottardo, www.sasso-sangottardo.ch

trax.de: Reisetipps für Ihren Urlaub in den Alpen

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal