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Vom höchst gelegenen Bahnhof Europas bis zu gefährlichen Gletscherspalten

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Jungfrauregion  

Vom höchst gelegenen Bahnhof Europas bis zu gefährlichen Gletscherspalten

26.05.2014, 16:22 Uhr | Brigitte von Imhof, srt

Vom höchst gelegenen Bahnhof Europas bis zu gefährlichen Gletscherspalten. Wer am höchsten Bahnhof Europas angekommen ist und den Fahrstuhl nutzt, kommt an der Bergstation des Jungfraujoch raus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer am höchsten Bahnhof Europas angekommen ist und den Fahrstuhl nutzt, kommt an der Bergstation des Jungfraujoch raus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vom höchstgelegenen Bahnhof Europas hinauf zur schaurigen Eiger-Nordwand und hinunter ins Tal von Grindelwald und Wengen, wo man einen Verdacht nicht los wird: Das Gute ist immer und überall. Schauen Sie sich die Region in der Schweiz auch in unserer Foto-Show an.

Der Tag hat noch nicht richtig angefangen, aber auf der Kleinen Scheidegg herrscht ein Gewusel wie auf einem Großstadtbahnhof. Kein Wunder: Auf der 2061 Meter hoch gelegenen Passhöhe steigen die Passagiere, die mit der Zahnradbahn aus zwei Richtungen - aus Lauterbrunnen/Wengen oder Grindelwald - kommen, in die Jungfraubahn um. Und die ist ein Weltstar, wie dem Nationengemisch in der voll besetzten Bahn unschwer zu entnehmen ist: Dauerfotografierende Chinesen, Japaner und Koreaner, dünnbeschuhte Inder und Araber, blasse Engländer und "amazing" stammelnde Amerikaner, alle wollen sie rauf zum Top of Europe, wie der griffige Slogan lautet. Noch versteckt sich das Dreigestirn Jungfrau-Mönch-Eiger hinter dicken Wolken. "Kommt die Sonne noch?" sorgt sich ein Mann. "Kommt ganz aufs Wetter an", gibt Bergführer Hans-Ueli cool zurück. 

Der höchst gelegene Bahnhof Europas

In 50 Minuten geht es zum höchst gelegenen Bahnhof Europas auf das 3454 Meter hohe Jungfraujoch, durch viele Tunnel hindurch, wobei die Bahn die prominenten Nachbarberge Eiger und Mönch durchquert. Bei den Zwischenstationen Eigerwand und Eismeer halten die Züge fünf Minuten lang und die Besucher können durch Aussichtsfenster schauen und die Bergwelt bewundern. Die Jungfraubahn, die vor zwei Jahren ihren 100. Geburtstag feierte, gilt als Pionierwerk unter den Bergbahnen, ein Ausbund an Ingenieurskunst und von den Betreibern genial als Erlebniswelt inszeniert - vom 360°-Kinoerlebnis über einen Eispalast, die Sphinx-Terrasse sowie Shopping- und Verpflegungsmöglichkeiten. Für die heiklen Besucher aus Indien gibt es sogar ein Bollywood-Restaurant. 

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Am spannendsten ist jedoch der Aletsch-Gletscher, der sich auf einer Fläche von 75 Quadratkilometern zu unseren Füßen ausbreitet. Eigentlich war eine zweitägige Gletscherwanderung mit Übernachtung auf der Konkordiahütte geplant. Doch die hartnäckigen Nebenschwaden machen eine Programmänderung notwendig. Nun brechen wir als Seilschaft mit Steigeisen unter den Füßen zu einer halbtägigen Gletschertour auf. Vorbei an unzähligen Touristen, von denen viele noch nie Schnee gesehen haben und auf dem glatten Gletschereis eine Mordsgaudi haben. Gletscherspalten links und rechts jagen den Wanderern einen Heidenrespekt ein. Guide Hans-Ueli orientiert sich am Kompass, ein GPS lehnt er ab, "weil ich sonst das Gefühl fürs Gelände verliere." Bei der Lunchpause am Gletscherrand spitzt die Sonne durch, immer wieder wird das Eis in tiefblaues, fast unwirkliches Licht getaucht. 

Der Eiger - ein Schicksalsberg

Los ging es am Morgen in der Früh in Wengen, jenem autofreien Bergort, in dem jeden Winter das berühmte Lauberhorn-Skiabfahrtsrennen stattfindet. Zurück geht es mit der Bahn nach Grindelwald, einen Bilderbuch-Bergsteigerort mit wunderschönen alten Bauernhäusern, blühenden Balkonen und Gärten. Keine Bausünde verschandelt das stimmige Ensemble. Einen spannenden Kontrast zu dieser Lieblichkeit bildet die Eiger-Nordwand, die sich bedrohlich am Ortsrand auftürmt. Der 3970 Meter hohe Eiger ist ein Schicksalsberg, an dem sich schon viele Bergsteigerdramen zugetragen haben. Die Eiger-Nordwand mit ihrer vier Kilometer langen, extrem schwierigen Kletterroute zu bezwingen, ist für abertausende Alpinisten aus aller Welt Herausforderung und Sehnsucht schlechthin. 

Wir lassen schön die Finger davon, erkunden stattdessen mit dem E-Bike Grindelwald und Umgebung, angeführt von der sympathischen Supersportlerin Salome. Selbst die Puristen unter den Mountainbikern erliegen den Vorteilen dieser Räder mit Rückenwind. Man kann sich durchaus verausgaben, schaltet aber auf steilen Pfaden bei Bedarf den Elektromotor zu. Erster Stopp ist die Molkerei Eigermilch, wo Grindelwalder Joghurt und Käse produziert werden. Betriebsleiter Johann Wittwer hat schon einige Spezialitäten wie den herzhafte Eiger Mutschli, die Weiße Spinne (ein Weißschimmel-Weichkäse) oder den mit internationalen Auszeichnungen geadelten Bergkäse appetitlich für uns angerichtet. 

Bauernhof-Eis in 132 Variationen

Weiter geht's zum Bauernhof von Chrigel und Evi Inäbnit, wo das angesagte "Burehof Glace", also Bauernhof-Eis hergestellt wird. In einem Gebäude neben dem eigentlich Hof produziert Evi 132 verschiedene Sorbet- und Eissorten, die in 35 Restaurants und Verkaufsläden der Umgebung vertrieben werden. Wer hat's erfunden? Nein, nicht die Schweizer sondern die Holländer. Jeder Mitgliedsbetrieb von Burehof Glace muss über einen eigenen Bauernhof verfügen und das Eis mit der Milch der eigenen Kühe sowie echten Früchten oder Fruchtsäften produzieren. Die Sorten Erdbeer, Vanille und Schokolade sind - wenig überraschend - die gängigsten. Aber auch Sorten wie Baileys, Himbeer-Mascarpone oder Grand-Marnier sind gefragt. Evis Empfehlung für uns ist Vanille-Aprikose-Gin-Minze. Hmmm, wir schlemmen, was das Zeug hält, während der Hofhund mit seinem Frisbee auf freiwillige Werfer wartet. 

Ohne E-Bike hätten wir auf der steilen Serpentinenstraße hinauf zum "Café 3692" höchstwahrscheinlich schlapp gemacht. Die Zahl benennt die Gipfelhöhe des Wetterhorns, den die Gäste von der Sonnenterrasse aus in seiner ganzen Pracht vor Augen haben. Dort oben, erzählen die Café-Inhaber Bruno und Myriam Kaufmann, haben sie sich verlobt. Drinnen staunt man über allerlei Kunststücke aus Holz und einen Kamin auf Schienen, der sich bei näherem Hinsehen als alter Bergstollenwagen entpuppt. "Höflicherweise" probieren wir von den hausgemachten Kuchen, die weit über die Grenzen Grindelwalds hinaus bekannt sind. 

Zum Abschluss heißt es: Muskeln entspannen

Den krönenden Abschluss der sportlichen Genusstour hält das todschicke "Hotel Eiger Selfness" bereit: ein Blütenbad im Whirlpool mit Lavendelduftessenzen. Die angestrengten Muskeln werden locker, Wohligkeit breitet sich im ganzen Körper aus. "Selfness" ist eine Idee von Hotelier Daniel Heller, die sich zwar auf die bekannten Wellness-Angebote stützt, aber mit vielen kleinen Verwöhn-Extras noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit zielt. So wohl, wie wir uns am Fuße von Eiger, Mönch und Jungfrau fühlen, ist es eigentlich egal, wie das Ding heißt. 

Weitere Informationen: 

Allgemeine Infos über die Region: Jungfrau Region Marketing AG, Untere Börnigstrasse 8, CH-3800 Interlaken, Tel. 0041/33/8541250, www.jungfrauregion.ch
Anzeige: Hier finden Sie Wanderurlaube z.B. 3 ÜN ab 120,- €/P.
Übernachtungstipps: Wengen, Hotel Regina, Ü/HP ab ca 220 €. Grindelwald, Eiger Selfness Hotel, Ü/HP ab ca. 165 €, jeweils pro Person/Nacht (buchbar über Jahn-Reisen, www.jahnreisen.de). 

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