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Ukraine-Krise: Weniger russische Touristen in den Alpen

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Der Rubel rollt nicht mehr  

Weniger russische Gäste in den Alpen

12.12.2014, 13:57 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

Ukraine-Krise: Weniger russische Touristen in den Alpen. Russische Touristen bleiben weg. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Russische Touristen bleiben weg. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Rubel rollt nicht mehr so gut: Wegen der Auswirkungen der Ukraine-Krise sind in diesem Jahr deutlich weniger russische Touristen in die Alpen gereist als sonst. In der Schweiz sank die Zahl der russischen Gäste zwischen Januar und September im Vergleich zum Vorjahreszentrum um gut sieben Prozent, teilt Schweiz Tourismus mit. Die Zahl der Übernachtungen insgesamt blieb dagegen stabil. Ähnlich in Österreich: Dorthin kamen zwischen Januar und Oktober rund 403.000 Russen - ein Minus von sechs Prozent.

"Die Entwicklung ist in diesem Jahr äußerst stark von den widrigen wirtschaftlichen Bedingungen und dem Kursverfall des russischen Rubels im Vergleich zum Euro geprägt", erklärt Markus Aspetzberger von Österreich Werbung. "Diese Faktoren erklären auch die Rückgänge bei Ankünften und Nächtigungen in der Sommersaison."

Deutsche Wintersportorte melden Buchungsrückgang

Auch die deutschen Wintersportorte leiden unter den wegfallenden Urlaubern aus Russland. Selbst für wohlhabendere Russen ist ein Familienurlaub in den bayerischen Alpen ein teurer Spaß geworden. Entsprechend sind die Zahlen russischer Gäste zurückgegangen.

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Von Januar bis September sank die Zahl russischer Urlauber in Oberbayern um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei den Übernachtungen beläuft sich das Minus sogar auf 5,8 Prozent. Knapp 500.000 Übernachtungen waren es immerhin noch und nur deshalb so viele, weil zu Jahresbeginn der Ukrainekonflikt noch kein Thema war. Drastisch fällt der Rückgang im September aus, wie das Statistische Landesamt errechnet hat: minus 20 Prozent bei den Ankünften und minus 21 Prozent bei den Übernachtungen, jeweils gegenüber September 2013.

Garmisch-Partenkirchen muss Einschnitte hinnehmen

Einer der beliebtesten Urlaubsorte zahlungskräftiger Russen ist Garmisch-Partenkirchen. Die Skipisten und das staatliche Casino lockten lange Zeit Gäste etwa aus Moskau oder St. Petersburg an. Russische Millionäre kauften oder bauten sich sogar Zweitwohnsitze zu Füßen der Zugspitze. Doch nun verzeichnet auch Tourismusdirektor Peter Ries einen deutlichen Rückgang von Urlaubern aus Russland. 5,1 Prozent beträgt er seit Jahresbeginn bei der Gästezahl, 8,4 Prozent bei den Übernachtungen, jeweils verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

"Wir haben schon noch Anfragen aus Russland", sagt Andreas Griess vom Hotel Rheinischer Hof in Garmisch-Partenkirchen, "aber deutlich weniger." Wenn die Buchungen im Dezember nicht spürbar anziehen, rechnet der Inhaber des familiengeführten 75-Betten-Hotels mit einem Rückgang von 40 Prozent bei den russischen Winter-Urlaubern.

Verena Lothes von der Bayerischen Zugspitzbahn weiß, dass der russische Staat seinen Bürgern den traditionellen Neujahrsurlaub gekürzt hat. Statt bisher zwei Wochen dürfen sie Anfang 2015 demnach nur eine Woche kommen und müssen nach Heilig-Drei-König am 6. Januar wieder zur Arbeit erscheinen. Lothes rechnet daher mit einem spürbaren Rückgang russischer Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten an Zugspitze und im Skigebiet Garmisch Klassik.

Die Skischulen leiden ebenfalls unter dem Rückgang. Thomas Sprenzel, dem in Garmisch-Partenkirchen eine Ski- und Snowboardschule gehört, berichtet, dass in Moskau einige auf Deutschland-Urlaub spezialisierte Reisebüros pleitegegangen seien. Er rechnet zwar damit, dass auch im kommenden Winter, vor allem in der ersten Januarhälfte, wieder russische Kursteilnehmer kommen werden, "aber deutlich weniger". Sprenzel beschäftigt extra Skilehrer aus Russland.

Nicht nur Wintersportorte betroffen

Auch Kurorte leiden unter den ausbleibenden russischen Urlaubern, wie etwa Baden-Baden. Schon seit der Zarenzeit ist der Kurort ein beliebtes Reiseziel für Russen. Nun er spürt die Trendwende empfindlich. Zwar hat es im Laufe der Jahrzehnte auch bei anderen ausländischen Gästen immer wieder mal größere Schwankungen gegeben. "Bei den russischen Gästen ist es aber das erste Minus seit 20 Jahren", sagt Tourismus-Chefin Brigitte Goertz-Meissner. Von Januar bis September wurden bei Russen - dazu zählt die kommunale Statistik auch Ukrainer - 10.000 Übernachtungen weniger verzeichnet. Das sind 16,2 Prozent Rückgang zum Vorjahr. Gewöhnlich hat die "russischte Stadt" Deutschlands um die 80.000 Übernachtungen dieser Gruppe.

Besonders bemerkbar machte sich die Krise auch auf Mallorca. Laut einem Bericht der "Mallorca Zeitung" blieben viele russische Touristen im Sommer der Urlaubsinsel fern, in Zahlen bedeutete dies einen Rückgang von rund 30 Prozent.

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