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Neues Prüfsiegel garantiert korrekte Pistenkilometer

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Mehr Transparenz in Skigebieten  

Neues Prüfsiegel garantiert angegebene Pistenkilometer

15.10.2015, 16:19 Uhr | Stefan Herbke/srt

Neues Prüfsiegel garantiert korrekte Pistenkilometer. Christoph Schrahe bei der  Messung der Pistenlängen. (Quelle: srt)

Christoph Schrahe bei der Messung der Pistenlängen. (Quelle: srt)

Bereits 2013 deckte der deutsche Reisejournalist Christoph Schrahe auf, dass viele Skigebiete falsche Abfahrtslängen angaben. Die Seilbahnverbände verabschiedeten Kriterien für eine korrekte Längenmessung. Daraufhin kürzten zwar einige Skigebiete ihre Werbeversprechen, aber noch immer gaukeln viele Skigebiete ihren Gästen mehr Größe vor, als sie haben. Eine neue Initiative soll das ändern. 


Der Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang gehörte zu den wenigen Skigebieten, denen Schrahe vor zwei Jahren korrekte Angaben zur Gesamtlänge ihrer Abfahrten bescheinigte. Mit 200 Pistenkilometern zählte die Region schon damals zu den größten Skigebieten Österreichs. Mit den Planungen für einen möglichen Zusammenschluss des Fieberbrunner Skigebiets stellte sich für Toni Niederwieser, Chef der Fieberbrunner Seilbahnen, die Frage, ob der erweiterte Skicircus zum größten Skigebiet Österreichs aufsteigen würde. Für eine Antwort kam für ihn nur Christoph Schrahe in Frage. "Schließlich hätte man wohl eher ihm als uns geglaubt, wenn er unsere neue Längenangabe in Zweifel gezogen hätte".

Längen sollen unabhängig vermessen werden

Daraufhin schickten Niederwieser und seine Saalbacher Kollegen Schrahe im vergangenen März über die vorhandenen und geplanten neuen Pisten und Skirouten. Nach der Auswertung der aufgezeichneten GPS-Tracks stand fest, dass das neue Verbundgebiet 270 Kilometer Abfahrten aufweisen würde. Das waren wenige Kilometer mehr, als das bis dato größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. "Weil es so knapp war, bot Schrahe uns an, sich bei der Kommunikation der Längenangabe auf ihn zu beziehen", erläutert Niederwieser. Damit war die Idee eines neutralen Qualitätssiegels geboren. Sichtbares Zeichen für diese Prüfung bildet seit diesem Winter das Siegel "Geprüfte Abfahrtslänge". 

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Dass es dafür auch zwei Jahre nach der Ausgabe von Empfehlungen durch die Seilbahnverbände noch einen Bedarf gibt, zeigt ein Blick in Schrahes Publikation "Die Liste der 100 größten Skigebiete der Welt". Laut Schrahe gibt es noch immer Skigebiete, die bei der Angabe der Pistenkilometer um 50 bis 100 Prozent übertreiben. "Von den fast 200 Skigebieten, die ich in den Alpen untersucht habe, gibt nur ein Viertel korrekte oder um maximal 10 Prozent abweichende Werte an." Ebenso viele geben um mindestens 50 Prozent überzogene Längen an. Auffallend ist die Schummelei in der Schweiz und in Frankreich. Hier runden sogar 40 Prozent der Skigebiete ihr Abfahrtsangebot um mindestens 50 Prozent auf. Gegenüber dem "Daily Telegraph" nennt er mehrere konkrete Beispiele. So war die extremste Abweichung beim Schweizer Skigebiet Corvatsch-Furtschellas zu finden, die 120 Kilometer abgaben, aber nur 40 vorweisen konnten. Und auch Les 4 Vallees vergrößerte sich auf dem Papier von 188 auf "über 400 Kilometer".

Skigebiete geben "gefahrene Länge" an

Nur in Österreich hat eine nennenswerte Zahl an Skigebieten die Empfehlungen ihres Fachverbands umgesetzt. Allerdings muss man die auf Basis dieser Kriterien berechneten Längen auf den Webseiten einiger Skigebiete mühsam suchen. Auffallend groß steht dort oft noch die alte Kilometerangabe. Erst im Kleingedruckten wird erklärt, dass es sich dabei um die sogenannte "gefahrene Länge" handelt. Die Kriterien der Verbände sehen einen solchen Zuschlag nicht vor. Gemessen wird nur die effektive schräge Länge entlang der Mittellinie zwischen linkem und rechtem Pistenrand. 

So handhabt es auch Schrahe. "Das GPS misst nur alle fünf Sekunden, da werden die Schwünge ohnehin geglättet." Die so erhobenen Daten werden am Rechner auf Basis von Luftbildern nachbearbeitet. "Die GPS-Daten sind in steilem, bewaldeten Gelände nicht immer exakt. Auf Orthophotos, die die Erdoberfläche ohne Verzerrung maßstabsgetreu abbilden, erkennt man den Verlauf von Skiwegen oder Pistenschneisen dann genauer", gibt Schrahe Einblick in seine Methode. Und er weiß, wovon er redet, schließlich ist er studierter Kartograf. 

Auch Kitzbühel nutzt das Siegel

Neben Saalbach-Hinterglemm-Leogang setzt diesen Winter auch Kitzbühel mit seinen 209 Pistenkilometern das neue Siegel ein. "Wir hoffen, dass unserem Beispiel noch viele weitere Bergbahnunternehmen folgen werden", äußerte sich Bergbahnvorstand Dr. Josef E. Burger anlässlich der Verleihung des Gütesiegels. Zu den Vorreitern gehört auch Ski amadé, die damit der erste große alpine Ticketverbund sind, der die Länge seiner Abfahrten mit einem Gütesiegel belegt. Dort hatte man aufgrund Schrahes Veröffentlichung bereits 2013 noch einmal nachgemessen - und das Angebot von 860 auf 760 Pistenkilometer korrigiert. Diesen Wert bekam die Region nunmehr bestätigt. 

In der Schweiz setzt das Skigebiet Pizol mit seinen 40 Pistenkilometern als erste Region das neue Prüfsiegel ein. "Gerade bei dieser Größe gibt es viele Gebiete, die ihre Zahlen erheblich aufblähen und das Vertrauen der Kunden aufs Spiel setzen", weiß Schrahe. Motivation dafür sind die Preise für ein Liftticket, die nachweislich stark an die Skigebietsgröße gekoppelt sind - und die wird in der Länge der Abfahrten ausgedrückt. "Man kann es schon unfair nennen, wenn ein Skigebiet, dass 120 Kilometer verspricht, aber nur 40 hat, für den Skipass fast 40 Prozent mehr verlangt als ein benachbartes Skigebiet, dass seine 40 Pistenkilometer ehrlich kommuniziert," fasst Schrahe die Schummeltaktik zusammen. 

Weitere Informationen: 
www.pistenlaengen.com 
Aktuelle Schneehöhen finden Sie hier.

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