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Die spektakulärsten Skipisten der Alpen

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Die spektakulärsten Abfahrten der Alpen

17.04.2016, 10:48 Uhr | Hans-Werner Rodrian, srt

Die spektakulärsten Skipisten der Alpen. Die Harakiri-Abfahrt gehört zu den steilsten Pisten der Alpen. (Quelle: SRT )

Die Harakiri-Abfahrt gehört zu den steilsten Pisten der Alpen. (Quelle: SRT )

Diese Traumpisten lassen die Augen ambitionierter Skifahrer leuchten. Einige dieser Legenden in Weiß versprechen kilometerlangen Gleitgenuss und kapitale Höhenunterschiede, andere unvergessliche Natureindrücke oder einfach auch nur glühende Oberschenkel. Wir stellen die zehn Superpisten der Alpen vor - auch in unserer Foto-Show.

Die Gewaltige: Vallée Blanche

Auf ihrer Krone schimmert Gletschereis. Die Abfahrt durch das Vallée Blanche nach Chamonix ist die Königin aller europäischen Skiabfahrten und mit 22 Kilometern auch die längste. 2790 Höhenmeter lässt man auf der hochalpinen Skiroute zu Füßen des Mont-Blanc hinter sich. Wirklich knifflig ist allerdings nur der Pisteneinstieg über einen 300 Meter langen in den steilen Eishang gehackten Weg zum Start der Skiabfahrt, der per Seil gesichert ist. Die Strecke selbst führt durch eine faszinierende Gletscherwelt: Eiskletterer sind zu bewundern, bläulich leuchten Gletscherspalten links und rechts. Ihretwegen sollte man sich an dieses hochalpine Schmankerl nur in Begleitung eines Führers wagen. 

Die Aussichtsreiche: Matterhornpiste

Höher geht es in Europa nicht mehr: Auf 3885 Metern startet die Abfahrt vom Kleinmatterhorn nach Zermatt. 2300 Höhenmeter nonstop liegen vor den Carvingski. Der oberste Abschnitt führt spektakulär zwischen Eisbrüchen hinab zum Plateau Rosa. Flach geht es weiter über die Gletscherpisten des Theodulgletschers. Zur Sache geht es dann aber auf den engen und steilen Pisten am Furggrat. Fast berührt die Strecke den Fuß der furchteinflößenden Ostwand des Matterhorns, bevor je nach Messweise nach 16 bis 21 Kilometern Pistenspaß das autofreie Zermatt erreicht ist.

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Die Wilde: La Grave

Was heißt da Piste? Zwischen dem Girose-Gletscher und dem Bergsteigerdorf La Grave bei Les Deux Alpes in Frankreich gibt es nur eine Seilbahn, einen Berg und 2000 Höhenmeter wildestes Gelände - nichts als Gletscher, spitze Felsen und Schnee. Die "Couloirs" genannten Rinnen sind steil wie ein Aufzugschacht. Was anderen als Schreckgespenst aus der alpinen Geisterbahn erscheinen mag, lockt aber die Cracks erst recht an. Präpariert ist dort natürlich nichts, aber mit Skiautobahnen haben Könner ja eh wenig im Sinn.

Die Teuflische: Schilthornabfahrt

"Im Geheimdienst Ihrer Majestät": James Bond persönlich adelte die 15 Kilometer lange Abfahrt vom Schilthorn nach Lauterbrunnen im Berner Oberland. Unterhalb des berühmten Drehrestaurants, in dem George Lazenby am Piz Gloria dem glatzköpfigen Erzschurken Blofeld sein todbringendes Handwerk legte, spielt sich alljährlich im Januar (2016: 20. bis 23. Januar) auf den 2170 Höhenmetern das wildeste Volksrennen der Welt ab, das "Infernorennen". Auch wer sich nach dem obligatorischen Besuch des Glasbodens des 2014 errichteten "Skyline Walk" allein in den brutalen Gipfelhang stürzt, der kann Bonds spektakuläre Flucht vor Blofelds Schergen hautnah nachvollziehen. Nur der finale Gleitschirmsprung ins Bodenlose dürfte nicht jedermanns Sache sein.

Die Elegante: Indren-Abfahrt

Italiens Abfahrt Nummer 1: Das ist für viele die Piste von der Punta Indren nach Alagna. 2064 Höhenmeter überwindet die schönste Skiabfahrt der Westalpen. Los geht der Spaß auf 3260 Meter Höhe inmitten des Monte-Rosa-Massivs. Dort ist es entsprechend eng, ab dem zweiten Drittel wird die Piste jedoch von Meter zu Meter breiter. Weites Gelände ab der Mittelstation Bocchetta signalisiert dann auch schwächeren Fahrern freie Fahrt ins Tal. 

Die Grandiose: Pista Lagazuoi 

Grandios die Bergkulisse, hochgelobt die Küche: Beides kombiniert sich perfekt auf der Lagazuoi-Abfahrt zwischen Cortina d'Ampezzo und Alta Badia. Wo sich im Ersten Weltkrieg Kaiserjäger und Alpini verschanzt hatten, surrt heute eine Großgondelbahn auf die steile Dolomitenspitze. Die präparierte Abfahrt führt durch ein grandioses Kar, über 7,5 Kilometer vorbei an himmelhohen Felswänden, gefrorenen Wasserfällen und der gemütlichen Scotonihütte. Unten angekommen, wartet ein ganz besonderer Lift: zwei Haflingerpferde, an die sich die Gäste auf dem Weg zur Straße per Seil anhängen können. 

Die Mythische: Vallugaabfahrt 

Der Mythos Arlberg, er verlangt meist erst mal geduldiges Warten an der altmodischen blauen Gondel. Doch das ist vergessen, sobald man oben steht am Vallugagipfel. Dem Gast bleibt die Puste weg, nicht nur wegen der 2800 Meter Seehöhe. Vor den Skispitzen liegen ihm die halben Ostalpen wie auf dem Präsentierteller. Schindlergrat, Mattunjoch, Tanzboden: Welchem Skifreund läuft nicht schon beim Gedanken an diese Auswahl das Wasser im Mund zusammen? Nur noch einmal Sonnenöl nachgelegt und die Sonnenbrille zurecht gerückt, und dann geht es ab in die glitzernde Welt. Schwung reiht sich an Schwung, in weitem Bogen spritzen die Schneekristalle. Tiefschnee überall, nur eine einzige Piste entlässt die Skifahrer auf präpariertem Schnee aus dieser Höhenregion: die Abfahrt vorbei an der Ulmer Hütte zur Alpe Rauz - ein weißer Rausch über 1000 Höhenmeter. 

Die Berühmte: Streif 

Fernsehzuschauer lieben sie, Rennläufer fürchten sie: Die "Streif" über Kitzbühel ist der Welt berühmteste Abfahrtsrennstrecke. Und erst, wer sie selbst in weiten Bögen gefahren ist, bekommt einen Eindruck, was die Aktiven erleiden. Vom Startschuss vergehen keine neun Sekunden bis zur 85 Prozent steilen "Mausefalle". Schnell heißt es über Geschöss und Lärchenschuss gleiten - und zum Schluss den leicht 50 Meter langen Sprung über die Hausbergkante meistern. Die Sieger sind im Ziel 140 Stundenkilometer schnell - der Amateur freut sich, wenn er heil unten ankommt. 

Die Senkrechte: Harakiri 

Ein Totenkopf markiert die Piste 14 über Mayrhofen im Zillertal, daneben steht der Name "Harakiri". Ungewarnt landet niemand auf Österreichs steilster Skipiste (die steilsten Stellen der Streif gelten offiziell als unpräparierte Skiroute). 78 Prozent sind es genau, gefühlt geht es fast senkrecht in die Tiefe. Die Anlaufspuren einer Skiflugschanze sind jedenfalls flacher. "Wer sich da hinunterstürzt, der ist ein Sieger über sich selbst", wirbt die Bergbahngesellschaft. Das obligatorische Zieleinlaufsfoto darf sich jeder nachher auf der Website kostenlos herunterloaden. Abends beim Après-Ski hat er dann die Bewunderung er anderen sicher - auch wenn er wie die meisten nur in ganz vorsichtigen Schrägfahrten durch den 150 Meter langen, allersteilsten Hang gekratzt ist. 

Die Sportliche: Kandahar 

Deutschland hat sicher nicht die längsten, aber einige der sportlichsten Abfahrten der Alpen. Zum Beispiel die vor der Ski-WM 2011 noch mal "geschärfte" Kandahar-Weltcupabfahrt über Garmisch-Partenkirchen. Schon die Buckel am Starthang veranlassen die meisten Hobbyskifahrer, lieber reumütig auf den Umfahrungsziehweg und weiter unten auf die weniger steile Damen-Strecke zu wechseln. Der Könner zielt genau, um die Einfahrt vom Tröglhang in die Olympiakurve nicht zu verpassen und duckt sich dann im Stegerwald in die Rennhocke. Volle Konzentration heißt es "Auf der Mauer": Nach dem Kramersprung folgt hier der Abflug in den "Freien Fall", mit einem Gefälle von 92 Prozent die steilste Stelle im gesamten Skiweltcup. Erst wer die gemeistert hat, darf vor der Zielhangtribüne abschwingen. So fühlen sich Weltcupsieger! 

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