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Cooper Hill: Ski-Geheimtiip in den Rocky Mountains

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Ski-Geheimtipp in den USA  

Ein kleines, feines Skigebiet in den Rockies

28.10.2016, 11:32 Uhr | Klaus Kühlewind, srt

Cooper Hill: Ski-Geheimtiip in den Rocky Mountains. Im Skigebiet Cooper Hill gibt es beste Schneebedingungen - bei wenig Andrang. (Quelle: SRT /Klaus Kühlewind)

Im Skigebiet Cooper Hill gibt es beste Schneebedingungen - bei wenig Andrang. (Quelle: Klaus Kühlewind/SRT )

Der Reiz des Skifahrens in den Rocky Mountains lebt vor allem vom Mythos des besonders feinen Pulverschnees, des "Champagner-Puders". Während sich in Aspen, Beaver Creek und Vail Touristen auf den Pisten drängen, kann man am weitgehend unbekannten Cooper Hill entspannt bergab fahren. Sehen Sie den Geheimtipp auch in unserer Foto-Show.

Der majestätische Ausdruck im Gesicht passt zur Landschaft. Im Herzen der Rocky Mountains stützt sich Helmut Linzbichler auf seine Skistöcke und blickt über die Landschaft und die kleine Gruppe, die ihn begleitet. Aus dem wettergegerbten Gesicht strahlt er um die Wette mit dem Blau des Himmels über dem Cooper Hill.

"Auf Burschen, pack' mers", tönt der Mann aus der Steiermark, gibt den ersten Schwung vor und carvt vom 3566 Meter hohen Gipfel hinab. Mit jedem Schwung wirbeln abertausende pudrig feine Schneekristalle in der Luft umher und schweben erst wieder auf die Piste herab, als Linzbichler und seine Schüler nicht mir zu sehen sind. 

Bescheidenes Skigebiet mit besonderem Pulverschnee

Den verheißungsvollen "Champagner Powder", den feinen nordamerikanischen Pulverschnee, gibt es am Cooper Hill im US-Bundesstaat Colorado ebenso wie in den touristischen Ski-Hochburgen Aspen, Beaver Creek und Vail.

Doch dem Österreicher und seiner Frau Brigitta haben es die Orte von Rang und Namen nicht angetan - sie genießen lieber die Bescheidenheit von Cooper. "In Amerika ist das Skifahren sowieso viel entspannter als in den Alpen", sagt der 75-Jährige. "Und noch viel entspannter ist es am Cooper Hill." 

Après-Ski mit Wild-West-Feeling

Die Vielfalt der Skigebiete in Colorados Rockies ist riesig. Aspen, Beaver Creek, Breckenridge, Keystone und Vail sind nur einige der Wintersportorte, deren Ruhm weit über die USA hinaus reicht. Für den Traum vom Ski-Urlaub in Colorado ist Cooper Hill für viele sicher nicht die erste Adresse, aber ein Winterurlaub in der verschlafenen Region hat absolut seinen Reiz - und das nicht nur auf der Piste.

Nach einem überaus entspannten Ski-Tag am Cooper Hill locken zahlreiche der legendären Saloons in der früheren Goldgräber-Stadt Leadville zum Einkehrschwung. Dort gibt es dann Après-Ski gepaart mit Western-Feeling.

Jede Menge unpräparierte Hänge

Skifahren am Cooper Hill ist wie in den anderen Skigebieten in den Rockies völlig anders als in den Alpen, denn es locken zuhauf unpräparierte Hänge, Abfahrten durch den lichten Baumbestand und es herrscht eine völlig entspannte Stimmung.

Entspannt geht es vor allem an den Liften zu. Denn statt der Drehkreuze und Apparate, die den Liftpass in hiesigen Breiten auf seine Gültigkeit überprüfen, begrüßen in Colorado junge Frauen und Männer jeden Skigast höchstpersönlich und prüfen mit futuristisch anmutenden Lesegeräten den Skipass. Hat der Besitzer zufällig Geburtstag, erklingt aus dem Lesegerät ein Ständchen - und der Liftboy oder das Liftgirl gibt ein breites Grinsen gratis obendrauf. 

Darum ist der Schnee so schön weich

Und natürlich unterscheidet sich auch der Schnee deutlich vom Weiß in den Alpen. Er ist weicher, und die Ski haben viel mehr Griff. Die Kanten der breiten Free-Mountain-Ski schneiden in die Piste wie ein scharfes Messer in Cheddar-Käse. Den Begriff "Champagner Powder" geprägt haben soll übrigens ein Ranger namens Joe McElroy aus dem unweit gelegenen Steamboat Springs. Der Legende nach war er an einem sonnigen Tag in den 1950er-Jahren im Pulverschnee unterwegs und sagte zu seinen Begleitern: "Das Zeug prickelt unter meiner Nase wie Champagner." 

Was der Ranger bildhaft beschrieb, lässt sich meteorologisch auf folgende Formel bringen: Die Wolken, die es bis in die Rocky Mountains schaffen, geben über den Wüsten des Westens und Nordens einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit ab. Dann bleiben sie an den Bergen hängen und kühlen auf mehr als 3000 Metern extrem schnell ab. Das hat zur Folge, dass das Wasser, das aus ihnen herausfällt, wie der Spinat aus der Tiefkühltruhe ist: schockgefroren. Der Schnee ist extrem "trocken". 

Am Cooper Hill haben es selbst die Skilehrer entspannt

Es ist vor allem der Schnee, der es Helmut Linzbichler und seiner Frau Brigitta angetan hat. Doch es war eher ein Zufall, der sie in die USA führte. In einer Zeitschrift hatte der ehemalige Lehrer gelesen, dass Skilehrer für die USA gesucht wurden. Für eine Saison zogen beide zunächst nach Michigan, später an den Lake Tahoe. Seit geraumer Zeit verbringen sie ihre Winter heute am Cooper Hill. Auch im kommenden Winter werden sie wieder hier sein. 

Und warum gerade am Cooper Hill? "Wir haben uns geschworen, dass wir nie wieder in ein großes Gebiet mit all den Menschen und all dem Stress gehen", sagt Linzbichler. Er wolle nicht mit 500 Skilehrern wie in Vail in einer Reihe stehen - und sich schon gar nicht hinten anstellen. Und auch der offen zur Schau getragene Snobismus in Orten wie in Vail ist Linzbichlers Sache nicht. "Da kostet ein Privatskilehrer 1000 US-Dollar am Tag - die wollen eben gar keine anderen Leute haben. Und das ist deutlich zu spüren." 

Hemdsärmelige Herzlichkeit

Cooper Hill hingegen präsentiert sich in hemdsärmeliger Herzlichkeit. Parken ist im ganzen Skigebiet frei, in der Hütte ist auch das mitgebrachte Sandwich kein Tabu. Und in den Saloons von Leadville und Co. werden Fremde herzlich begrüßt und sind flugs mittendrin.

Für Linzbichler ist das der Grund, auf jeden Fall noch eine oder auch mehrere Winter dranzuhängen: "Klar haben wir hier auch mal einen Sturm. Aber dann gibt es einen Meter feinsten Neuschnee und dann juchhuuuu." Schneit es ausgiebig, macht Linzbichler gerne auch mal eine Snowcat-Tour an einem der tief verschneiten Hänge ringsum. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. 

Weitere Informationen:

  • Anreise: Ab 890 Euro mit United Airlines von Frankfurt über Chicago nach Denver und weiter mit Skywest in die Provinzhauptstadt Eagle. 
  • Skipass: Der Sieben-Tage-Skipass für den Liftverbund kostet im Vorverkauf pro Person etwa 580 Euro (www.snow.com/epic-pass.aspx). Dieser Skipass ist nicht nur für Cooper Hill, sondern auch die großen Gebiete der Region, wie Vail oder Beaver Creek, gültig. Tages-Lifttickets nur für Cooper Hill kosten auf der Website des Skigebiets rund 45 Euro.
  • Weitere Auskünfte: Ski Cooper, 232 County Rd. 29, Leadville, CO 80461, USA, Tel. 001/800/707-6114, Internet: www.skicooper.com 

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