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Formentera: Die kleinste Balearen-Insel ist Natur pur

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Spanien  

Formentera duftet nach Meer und Rosmarin

16.05.2008, 17:40 Uhr | dpa-tmn

Der Leuchtturm am Cap de Barbaria ist eine der wenigen klassischen Sehenswürdigkeiten der kleinen Baleareninsel (Foto: srt)Der Leuchtturm am Cap de Barbaria ist eine der wenigen klassischen Sehenswürdigkeiten der kleinen Baleareninsel (Foto: srt)Alte Kirchen, bedeutende Museen, große Architektur: Wer das auf Formentera sucht, ist an der falschen Adresse. Die kurze Liste der Sehenswürdigkeiten lässt sich an einem Tag abarbeiten. Und trotzdem gibt es nicht wenige Urlauber, die es immer wieder auf die kleine Baleareninsel zieht. Vielleicht, weil es trotz mangelnder Attraktionen viel zu entdecken gibt. Vielleicht aber auch, weil man sich ohne Kulturprogramm auf der einstigen Hippie-Insel auch heute noch einfach durch den Tag treiben lassen kann.

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Formentera - die ehemalige Hippie-Insel

Mag es inzwischen im Hochsommer auf Formentera so hoch hergehen wie überall am Mittelmeer - in der Nebensaison im Frühjahr und im Herbst ist die kleine Schwester Ibizas noch immer ein bisschen so, wie es sich die seit den 1970er Jahren kommenden Stammurlauber erhoffen: Es sind so wenige Gäste auf der Insel, dass man immer wieder den selben Gesichtern begegnet. Statt Benzingeruch ist selbst auf der Hauptstraße noch der besondere Formentera-Duft aus Kiefern, Rosmarin und Meer zu riechen. Und an den Stränden hat jeder viel, viel Platz für sich.



Flüge


Vom Massentourismus verschont

Dass Formentera aber von den ganz groben Auswüchsen des Massentourismus verschont geblieben ist, liegt auch an der Anreise. Seefestigkeit ist gefragt. Denn gerade mal 18 Kilometer lang und stellenweise nicht einmal 2 Kilometer breit, ist die Insel schlicht zu klein für einen Flughafen. Alle Wege führen deshalb per Schiff - meist von Ibiza aus - in den Hafen von La Sabina.


Anreise nur per Schiff

Nur eine gute halbe Stunde dauert die Fahrt von Ibiza nach Formentera, und meist geht alles glatt. Doch manchmal zeigt sich, weshalb die "Freo" genannte Passage so gefürchtet ist: Meterhohe Wellen lassen auch große Schiffe ununterbrochen auf- und abtanzen und viele Passagiere mit grünem Gesicht von Bord gehen. Für Formentera-Fans gehört der Ritt über die Wellen aber genauso zum Urlaub wie die Fortbewegung per Fahrrad - der stetig wachsenden Roller- und Mietauto-Flotte zum Trotz.

Die Insel per Zweirad erkunden

Nur mit dem Rad lässt sich das unüberschaubare Netz aus unbefestigten Seitenwege erkunden - und nur mit dem Rad kann man immer wieder spontan stoppen. Etwa, um eine Gruppe Zicklein unter einem kunstvoll abgestützten Feigenbaum zu beobachten. Um große Zweige Rosmarin und Oregano für das Abendessen zu pflücken. Um im Garten einer alten Finca kurz einer alten Frau in traditioneller Tracht bei der Gartenarbeit zuzusehen. Um für eine der kleinen Formentera-Eidechsen zu bremsen, die immer wieder über den Weg flitzen. Oder um auf dem Weg zum Strand einfach die grandiose Dünenlandschaft zu überblicken. Oder man macht doch einmal einen Ausflug, zum Bummeln und ins Insel-Museum nach San Francesc oder auf die zwei Anhöhen der Insel, beide markiert von alten, eindrucksvollen Leuchttürmen.

Ein Strand für jeden Geschmack

Die Strände sind es, die die meisten Urlauber anziehen. Weiß und weich ist der Sand, türkis wie in der Karibik das Wasser. Illetas und Levante im Norden, der kilometerlange Migjorn im Süden oder der felsige Es-Carnatge-Strand: An welchen der Strände es geht, bestimmen nicht nur die Windverhältnisse. Die meisten Urlauber legen sich irgendwann auf einen Favoriten fest. Die In-Strände sind Illetas und - gleich um die Inselspitze herum - Tanga am Levante. Ersterer ist nach den vorgelagerten kleinen Inseln benannt, zweiter nach der gleichnamigen Edel-Strandbar. An beiden ist vor allem an den Wochenenden die Yacht-Dichte hoch.


Die Mola-Hochebene

Ganz im Süden fällt am Cap de Barbaria die Küste steil und felsig ins Meer hinab, während sich im Osten die Straße mühsam die knapp 200 Höhenmeter zur noch immer ländlich geprägten Mola-Hochebene hinauf windet. Drei Attraktionen gibt es hier oben: Das windumtoste "Ende" der Insel mit dem mehr als 100 Jahre alten Leuchtturm und dem Denkmal für den Schriftsteller Jules Vernes, der hier einen Teil einer seiner Geschichten spielen ließ. Nummer zwei ist die alte und vor kurzem restaurierte Windmühle. Sehenswert ist aber vor allem der Hippie-Markt im Dörfchen El Pilar de la Mola. Er ist ein Überbleibsel der wilden 70er Jahre und nimmt die Besucher zweimal in der Woche mit auf eine kleine Zeitreise. Zwischen zottelbärtigen Malern und batikbehosten Keramikerinnen kommt eine Ahnung auf, wie es damals so gewesen sein mag, als statt Pauschaltouristen noch die Blumenkinder nach Formentera kamen.


Weitere Informationen

Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60075 Frankfurt, Tel.: 069/72 50 33, Internet: www.spain.info sowie www.visitbaleares.com und die private Website www.fonda.de.

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