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Mallorca - Playa de Palma: Schinkenstraße wird zum Champagner-Boulevard

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Mallorca: Playa de Palma  

Schinkenstraße wird zum Champagner-Boulevard

01.07.2008, 12:04 Uhr | srt

Als Erlebnis-Boulevard stellen sich die Planer die neue Playa de Palma vor. (Foto: West 8 Urban design & landscape architecture)Als Erlebnis-Boulevard stellen sich die Planer die neue Playa de Palma vor. (Foto: West 8 Urban design & landscape architecture)

Einst war die Playa de Palma das Aushängeschild Mallorcas. In den achtziger Jahren verkam der sechs Kilometer lange Strandabschnitt zwischen Can Pastilla und S'Arenal zur Bier- und Schinkenstraße und erlangte als Ballermann einen zweifelhaften Ruf. Jahrelang haben Mallorcas Politiker, Hotelmanager und Tourismusverbände diskutiert, wie man aus der Playa de Palma eine stilvolle Tourismusmeile machen kann. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

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Architekten arbeiten am Generalplan für Mallorca

Das Rotterdamer Architektenbüro West 8 erhielt den Auftrag, einen Generalplan zur Umgestaltung der Urlauberhochburg mit ihren mehr als 40.000 Betten auszuarbeiten. Derzeit erstellen die Architekten einen Plan, der die Richtlinien für die neue Playa de Palma vorgibt. Noch in diesem Jahr will das eigens für die Verschönerung der Urlaubsbucht gegründete Konsortium aus Vertretern der Inselregierung, der Zentralregierung in Madrid und den beiden angrenzenden Gemeinden Palma und Llucmajor den Plan vorstellen. Erste Details hat das Büro bereits vorgestellt.

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"Alle sitzen ganz eng aufeinander"

"Die Umgestaltung der Playa de Palma ist von so großer Bedeutung, weil hier vor mehr als einem halben Jahrhundert der Massentourismus erfunden wurde", sagt Álvaro Middelmann, Präsident des mallorquinischen Fremdenverkehrsverbandes Fomento de Turismo de Mallorca. "Sie ist ein Muster dafür, wie man aus einem touristischen Auslaufmodell ein modernes Ziel macht." Und in kaum einer anderen Urlaubsdestination prallen die Interessen von Hoteliers, Besitzern von Vergnügungslokalen und Anwohnern so offen aufeinander wie hier. "Alle sitzen hier ganz eng aufeinander, das stellt die Planer vor große Herausforderungen."

Deutsche brachten Massentourismus nach Mallorca

Es waren die Deutschen, die den Massentourismus nach Mallorca brachten. Das Wirtschaftswunder machte es möglich. 1956 starteten die ersten Ferienflüge, wenige Jahre später war die Insel ihr Lieblingsreiseziel. Der Boom brachte es mit sich, dass Gröl-Schuppen wie der "Bierkönig", das "Oberbayern" und der "Almrausch" Zulauf fanden und die Gegend rund um das Strandbad Balneario seis, den berüchtigten Ballermann 6, zum Krawallviertel wurde. Lärmbelästigung, heruntergekommene Hotels, schlechter Service und mieses Essen waren die Folge. Kritiker traten für mehr Qualität im Tourismus ein.

Politischer Wechsel bringt Bewegung in Umgestaltung

Dass gerade jetzt Bewegung in die Umgestaltung der Playa de Palma kommt, liegt vor allem am politischen Wechsel. Seit dem vergangenen Jahr regieren sowohl in Palma als auch in Madrid die Sozialisten. "Natürlich heißt das nicht, dass die Wahlversprechen auch eingelöst werden", sagt Middelmann, "aber es liegt nahe, dass sich Regierungen gleicher Couleur eher einig werden." Noch sind die niederländischen Architekten damit beschäftigt, die Richtlinien festzulegen, innerhalb derer das neue Konzept entsteht.

Mallorcas Hotels sollen modernisiert werden

Einige Projektideen, die vom Konsortium in diesem Jahr vorgestellt werden, wurden schon bekannt. Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden eine wesentliche Rolle spielen: Die Grünzone von Ses Fontanelles wird erhalten bleiben, für das dort geplante Einkaufszentrum wird wohl ein anderer Platz gesucht . Nahe dem Gesa-Hochhaus direkt an Palmas Meeresfront wird ein Park entstehen, darunter eine Tiefgarage mit 1000 Stellplätzen. Viele der heruntergekommenen Hotels in S'Arenal sollen modernen Hotels und Appartment-Komplexen weichen; die Playa de Palma wird durch eine zwölf Kilometer lange Straßenbahn besser an die Stadt und den Flughafen angebunden.

Kongresszentrum für 120 Millionen Euro

Das ambitionierteste Projekt aber ist der Bau eines Kongresszentrums. Für 120 Millionen Euro soll es am Paseo Marítimo entstehen - samt Hotel, Tiefgarage und einem Auditorium für mehr als 2400 Zuhörer. "Natürlich wird es weiter Bars und Kneipen geben", sagt Pedro Aguiló vom staatlichen Tourismusverband Consellería de Turismo de Mallorca. "Schließlich hängen davon eine Menge Arbeitsplätze ab." Geplant sei jedoch, die gesamte Meeresfront in einen Boulevard mit vielen Erlebnisbetrieben umzuwandeln, so wie zum Beispiel das erst im vergangenen Jahr eröffnete Palma Aquarium.

Auch Hotelverband überzeugt

Der neue Strandabschnitt solle zum sozialen Zentrum der Stadt werden, eine Copacabana Palmas. "Dort findet vom Konzert bis zur Sportveranstaltung alles statt. Und auch die Einheimischen sind dann besser eingebunden als bisher." Selbst der skeptische Hotelverband ist mittlerweile überzeugt vom neuen Konzept. "Nur von Sonne und Strand kann man auf Dauer nicht leben", sagt Francisco Marín, Präsident der Asociación de Hoteleros de la Playa de Palma.

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Problem der Finanzierung

Ein großes Problem bei der Umgestaltung der Playa de Palma ist die Finanzierung dieser riesigen Bauvorhaben. Spanien hat in den vergangenen Jahren eine erhebliche Dezentralisierung erfahren. Ein Großteil der Steuereinnahmen geht aber weiter nach Madrid. So kommt das Geld bislang nicht bei den Gemeinden an, die die Kosten für die Bauvorhaben tragen. "Bis die Finanzierung geklärt ist, bedarf es noch harter Verhandlungen", sagt Álvaro Middelmann. So ist nicht zu erwarten, dass schon bald die Bagger an der Playa de Palma anrollen. Frühestens in ein, zwei Jahren rechnet Middelmann mit dem ersten Spatenstich. Vor 2015 wird die Playa de Palma wahrscheinlich nicht geliftet sein. "Und selbst das ist eher optimistisch gerechnet", sagt der Verkehrsverbandschef.

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