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Formentera: kleinste Balearen-Insel bietet weiße Sandstrände

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Formentera  

Weiße Sandstrände ohne Ballermann

05.04.2012, 16:13 Uhr | dpa-tmn

Formentera: kleinste Balearen-Insel bietet weiße Sandstrände. Formentera hat weiße Sandstrände ohne Ballermann. (Quelle: imago)

Formentera hat weiße Sandstrände ohne Ballermann. (Quelle: imago)

Formentera hat keinen Ballermann und kein Tramuntana-Gebirge wie Mallorca. Es werden hier eher selten heiße Party-Nächte wie auf Ibiza gefeiert. Dafür bietet die kleinste Balearen-Insel eines im Überfluss: Ruhe und die schönsten Strände des gesamten Archipels. Lust auf die Insel macht auch unsere Foto-Show.

Viel weniger Touristen als auf Mallorca

Das mit der Ruhe sei allerdings relativ, sagt Ekkehard Hoffmann. "Im Frühjahr, Herbst und Winter ist es wirklich traumhaft ruhig und entspannt hier. Aber im Juli und August heizen Tausende Italiener mit ihren Vespas über die Insel", erzählt der 57-jährige Bremer, der seit mehr als 20 Jahren auf Formentera wohnt. Er scheint schon lange nicht mehr auf Mallorca oder Ibiza gewesen zu sein. Verglichen mit den dortigen Urlauber-Hochburgen wirkt Es Pujols, der touristische Hauptort Formenteras, wie ein verschlafenes Dörfchen - noch. Die Insel verändert sich, es wird mehr gebaut als früher. Die Leute begingen denselben Fehler wie die Mallorquiner vor Jahrzehnten, schimpft Ekkehard: "Sie sehen nur das schnelle Geld mit den Touristen." Aber noch ist die Situation nicht mit Mallorca zu vergleichen. Er möchte sich auch gar nicht beschweren, sagt Ekkehard. Formentera habe übers Jahr verteilt nicht so viele Touristen wie die Nachbarinseln Mallorca, Ibiza und Menorca und sei deshalb auf die Einnahmen im Hochsommer angewiesen. Dennoch ist er froh, dass Formentera keinen Flughafen hat. "Sonst wäre hier bei den Stränden, die wir haben, die Hölle los."

Formentera ist persönlicher

Vielen Ballermann-Touristen und Partyhoppern, wie sie von Mallorca und Ibiza bekannt sind, ist es hier offenbar zu ruhig. Und sie empfänden die Anreise als zu umständlich: erst nach Ibiza fliegen, um von dort aus eine Fähre nach Formentera zu nehmen. Was für viele einheimische Isleños ein Fluch ist, empfindet der deutsche Auswanderer Ekkehard als Segen. "Nur deshalb hat Formentera noch dieses Flair, der Zeit ein wenig hinterherzulaufen. Alles ist etwas persönlicher", sagt der Deutsche, der 1991 in Sant Ferran die Gitarrenbau-Schule "Formentera Guitars" übernahm. "Ein Beispiel: Während auf Mallorca alle in Großraumdiskos stürmen, finden in vielen Bars und Kneipen auf Formentera auch noch Live-Konzerte statt."

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Auch Domizil für Aussteiger

Als der Hobby-Bassist Ekkehard 1989 bei dem ehemaligen Besitzer einen Gitarrenbaukurs machte, verliebte er sich Hals über Kopf in die Insel. Nur zwei Jahre später verkaufte der gelernte Elektrotechniker sein Tonstudio in Deutschland und übernahm die Gitarrenbauschule, als der Vorbesitzer wieder nach Hannover zurückkehren wollte. Seine Entscheidung, auf Formentera ein neues Leben zu beginnen, hat er niemals bereut. "Da die Insel so klein ist, lernt man schnell viele Leute kennen. Außerdem sind wir hier außerhalb der Hochsaison fast unter uns", sagt er. Ekkehard ist inselweit bekannt wie sein kleiner Mischlingshund Kiko, der in den kleinen Gassen von Sant Ferran beim Gassigehen öfter gegrüßt wird als Ekkehard selbst.

Gitarrenbaukurs kombiniert mit Strandurlaub

Rund 45 Schüler kommen jedes Jahr für drei Wochen in seine Gitarrenbauschule, um ihre eigene, handgefertigte Gitarre unter Ekkehards Anleitung zu fertigen. Natürlich bleibt es nicht beim gemeinsamen Sägen, Schleifen, Schrauben und Hämmern. "Wir machen auch gemeinsam Musik, gehen nach dem Kurs zum Strand oder grillen abends", erklärt Ekkehard. Mit vielen Schülern entstehen Freundschaften. Natürlich kommen nur die wenigsten Urlauber zum Gitarrenbauen nach Formentera. Die meisten werden von den schönen, weißen Sandstränden gelockt. "Ich lese es immer wieder in Broschüren und Reiseführern, aber es stimmt auch: Formentera ist die Karibik Europas", sagt Ekkehard. Er reiste selbst schon in die Karibik, nach Kuba. "Die Strände dort sind ein Traum, aber unsere auf Formentera stehen ihnen in nichts nach", lautet sein Urteil.

Am Ende des Strands grandioser Ausblick

Einer seiner Lieblingsstrände ist die Platja de Migjorn an der Südküste - genauer gesagt der Teilabschnitt bei Es Arenals. Er ist zugleich auch der längste Sandstrand. Vor allem bei der "Blue Bar" und dem Piraten-Bus, zwei angesagten Strandbars, scheint der Strand noch heller und das Wasser noch türkisblauer als anderswo zu sein, was natürlich auch an den Drinks liegen kann. Ebenfalls grandios sind die Strände von Illetes im Norden. "Wenn Du bis zum äußersten Zipfel gehst, hast Du einen wunderbaren Blick auf die vorgelagerte Insel Espalmador", sagt Salzbauer José, der nicht selten nach dem schönsten Abschnitt gefragt wird. Er antwortet leicht genervt. "Und bitte keine Fotos", sagt José. Ständig werde er von Touristen von der Arbeit abgehalten. Der Feldweg, der zum Strand von Illetes führt, liegt direkt an seinen Salzbecken.

Schon Piraten jagden Formateras Meersalz

Schon die Römer produzierten hier das "weiße Gold Formenteras". Das in die weiten Salzbecken eingeleitete Meereswasser verdunstet in der Hitze des Sommers, zurück bleibt ein qualitativ hochwertiges Meersalz. Vor Jahrhunderten sollen sogar Piraten darauf Jagd gemacht haben. Kleine, aus groben Steinen gemauerte Fluchttürme an den Rändern der Salzbecken erinnern an ihre ständigen Überfälle. Das klare, türkisfarbene Wasser an der Platja de Illetes erinnert sofort an tropische Strände aus der Kokoskugel-Werbung. José hatte recht: Der Blick vom nördlichen Zipfel auf die Weltnaturerbe-Insel Espalmador ist wunderschön. Vom Inselchen erstreckt sich fast bis nach Ibiza die größte Posidonia-Seegraswiese der Welt. Sie wurde ebenfalls von der Unesco geadelt, als einziges ozeanisches Weltnaturerbe im gesamten Mittelmeer. Man sollte die Platja de Illetes nicht zu früh verlassen. Sonst verpasst man den Sonnenuntergang mit Blick auf den berühmten Felsen Es Vedra vor Ibiza.

Traumhafte Badebuchten und Fahrradrouten

An der Westküste lockt vor allem die Cala Saona die Strandliebhaber. Die Badebucht ist klein, aber eine der schönsten auf Formentera. Von hier aus kann man mit dem Kajak entlang der Steilküste paddeln - und unterwegs in Höhlen schnorcheln. Und auch der Strand von Es Caló am Fischerort Sant Agustí gehört zur Galerie der Bilderbuchstrände auf Formentera. Jeder Strand hat seine Eigenheiten. Alle jedoch sind umrahmt von duftenden Pinienwäldern und größtenteils unbebaut. Und hinter ihnen drängen sich noch nicht Autos auf riesigen Parkplätzen. Formentera ist mit 82 Quadratkilometern so klein, dass viele Urlauber gleich auf den Mietwagen verzichten und die Inseln lieber mit dem Fahrrad auf den Caminos verdes erkunden. Insgesamt 19 dieser grünen Fahrrad-Routen durchziehen die Insel. Für Radfahrer sind sie eine entspannende Alternative zu den häufig gefährlichen Landstraßen. Sie führen durch Weinberge, Dünen, Pinien- und Zedernwälder bis zu einsamen Buchten und Stränden. Immer wieder kommt man an riesigen Feigenbäumen vorbei, unter denen Ziegen und Schafe sich vor der Sonne schützen.

Idyllische Motive für Maler

Fahrrad-Touren zum Leuchtturm von Barbaria und dem nahegelegene mittelalterlichen Piratenschutzturm Torre des Garroveret fordern etwas Kraft, der Blick von den Steilklippen ist aber die Mühe wert. Eine der schönsten Fahrrad- und Wanderrouten ist der alte römische Weg zum Cap de la Mola mit seinem gleichnamigen Leuchtturm im Osten der Insel. Die Route entlang der Küste bietet herrliche Ausblicke. Dabei sollte man mittwochs und sonntags unbedingt eine Rast in dem Örtchen El Pilar de La Mola einlegen. An diesen Tagen findet hier der bekannte Kunsthandwerks- und Hippiemarkt statt. Der aus Berlin stammende Maler "FireFox" verkauft hier bereits seit 1984 seine fantasievollen, bunten Bilder. 1974 blieb er hier hängen. "Für mich ist Formentera das Paradies im Mittelmeer schlechthin", sagt er. "Die Blau-, Grün- und Gelbtöne, die ich hier im Wasser, den Pinienwäldern und im Sand als Vorlage für meine Bilder habe, finde ich sonst nirgendwo." Der Maler scheint damit Erfolg zu haben. Gerade kauft ihm ein betuchter Amerikaner für 1700 Euro Bilder ab. Der Mann macht eigentlich Urlaub auf Mallorca. In einer mallorquinischen Galerie sind ihm die Bilder von "FireFox" aufgefallen, und so setzte er kurz entschlossen mit seiner Jacht nach Formentera über, um ein paar Gemälde zu kaufen. Auch ein Grund, nach Formentera zu kommen.

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