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Mallorcas Highlights im Winter

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Mallorcas Highlights im Winter

03.01.2013, 08:45 Uhr | srt/Armin Herb

Mallorcas Highlights im Winter. Mallorca im Winter. (Quelle: srt/Armin Herb)

Mallorca im Winter. (Quelle: srt/Armin Herb)

An der Bucht von Alcudia herrscht Ruhe. Manchen Gästen aus dem Norden ist es schon fast zu ruhig. Nur wenige Hotels und Restaurants haben geöffnet, die anderen halten Winterschlaf von November bis Ostern. Selbst die sonst allgegenwärtigen Rennradler in ihren quietschbunten Trikots lassen sich an einer Hand abzählen. Schauen Sie sich die schönen Ecken Mallorcas im Winter auch in unserer Foto-Show an.


Der Winter reinigt die Straßen

"Ich liebe den Winter hier. Der Wind bläst den ganzen Mief der Massen und der langen Saison aus den Straßen", erzählt uns Gabriela aus München, die seit sechs Jahren auf der Insel lebt und arbeitet. "Beim Spaziergang am Meer bin ich meist alleine - weit und breit keine Seele. Und auf dem Wochenmarkt in Alcudia gehören die Gassen wieder den Einheimischen und den Händlern." Aber Winter bedeutet keineswegs Langeweile, nur ab und zu kräftigen Regen. Masio Vincenc, während der Saison Wander- und Aktivguide, nutzt die ruhige Zeit, um sich neue Touren für seine Gäste zu überlegen. Kein Problem für den Mallorquiner. Als ehemaliger Förster kennt er die Insel wie seine Westentasche. Ende Januar ist für Masio die Winterpause schon wieder zu Ende. Wenn die Mandeln blühen, blüht auch er auf. Und wie. Er hat sich für uns ein Aktivprogramm aus Wandern, Radfahren und Schatzsuche ausgedacht. Ja, Schatzsuche! Und zwar kein nüchtern-modernes Geocaching mit GPS-Daten und Navigationsgerät, sondern nostalgisch mit selbst erstellten Karten und verschlüsselten Botschaften an geheimen Orten. Irgendwie weckt das freudige Erinnerungen an Schnitzeljagd und Piratenfilme.

Taxis fahren auch im Winter

Los geht's an der Strandpromenade von Ca'n Picafort. Laut Schatzkarte Nummer eins sind das erste Ziel die römischen Ausgrabungen vor der trutzigen Stadtmauer von Alcudia. Doch wie soll man hinkommen zu den Ruinas de Pollentia? Kein Problem, Taxis fahren auch im Winter. Unser Ein-Mann-drei-Frauen-Team kommt gut voran. Hinter einem antiken Mauerstein schimmert die bunte Schrift- und Kartenrolle mit den weiteren Anweisungen. Die nächste Station liegt im Ort Mal Pas an der schönen Bucht von Pollentia. Zu Fuß wäre das eine ganze Ecke, aber aus der neuen Kartenbotschaft geht hervor, dass vor der nahen Kirche Parroquial Sant Jaume Fahrräder für uns abgestellt sind. So ist es auch. Mit der Karte am Lenker rollen wir am Ortsrand von Alcudia Richtung Meer, durch Olivengärten und gepflegte Villenviertel. Dann wird's holprig und steinig. Der schmale Uferweg erlaubt oft nur Schieben, vor allem, weil uns noch eine Schulklasse auf Exkursion entgegen kommt. Dafür finden wir beim ehemaligen Steinbruch für die Stadtmauer unsere Erfrischungen. Mineralwasser und Orangen wurden liebevoll am Wegesrand drapiert wie ein kleiner Erntedank-Altar. Für die Schatzsucher ist an alles gedacht.

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Picknick am Meer

Beim Castell de Manresa müssen wir in einen alten Bunker steigen, um ein grünes Kästlein mit neuer Karte zu finden. So eine Schatzsuche kann sich über mehrere Tage hinziehen, ganz wie es die Gäste wünschen. Zwischendurch taucht wie aus heiterem Himmel immer mal wieder Masio auf, erklärt seltene Kräuter am Wegesrand oder das Liebesleben der heimischen Schnecken. Oder er tischt direkt am Meer ein mallorquinisches Picknick auf: mit Brot, Ziegenkäse, der Paprikawurst Sobrasada und den Zutaten Olivenöl, Tomaten, Knoblauch und Salz für "Pa amb Oli", den Lieblingssnack der Insulaner - eine Art würziges Tomatenbrot. Natürlich darf auch ein Schluck Wein nicht fehlen.
Apropos Wein. Mallorcas Winzer keltern mittlerweile edle Tropfen, die auch international einen guten Ruf haben. Masio zeigt uns in einer Schatzsuchpause das alte Weingut Son Ramon bei Muro. Bis ins 17. Jahrhundert reicht dessen Geschichte zurück. Leider werden die vollmundigen Weißen und Roten fast ausschließlich in den Grupotel-Hotels ausgeschenkt. Kein Wunder, denn die Weingärten gehören der alteingesessenen Hoteliersfamilie.

Die Höhlen bewundern

Die Fortsetzung der Schatzsuche führt uns in die Unterwelt, genauer gesagt in die vom Meer ausgespülten Höhlen auf der Halbinsel Alcudia. Zuerst über Treppen, dann kraxelnd mit Händen und Füßen geht's in die Tiefe. Mit Erfolg. In einer Flaschenpost befinden sich unsere finalen Tipps für den Schatz. Ganz in der Nähe bei S'Illot muss das Ziel sein, in einer anderen Höhle. Tatsächlich. Aus der Tiefe ein Freudenschrei. Oder hörte da man auch etwas Schrecken in der Stimme unserer selbst ernannten Schatzchefin? Mit Piratenfahne, Totenkopf und Schatztruhe krabbelt sie aus der Meereshöhle. Zur Belohnung wandert Masio mit uns noch durch einen versteckten Canyon, der sich von der Ermita de la Victoria, eine alte Eremitage, die heute ein Landhotel beherbergt, hinunter ans Meer schlängelt.

Es muss nicht immer Baden sein

Mallorca wird auch ohne Badewetter keineswegs langweilig. Am Tag darauf stehen noch die 3500 Jahre alten Grabhöhlen an der Cala Sant Vincenc auf dem Programm. Ausgerüstet mit Stirnlampen arbeiten wir uns zudem durch ein benachbartes Höhlensystem. Dort treffen wir sogar auf echte Höhlenforscher, die recht verdutzt schauen, als sie uns im Lichtkegel ihrer Lampen erkennen. Problemlos könnten wir uns noch tagelang ohne Wiederholungen durch die Botanik Mallorcas schlagen. Masios Programm reicht für mehrere Wochen. Aber zum Schluss gönnt er uns eine kleine entspannende Jachtkreuzfahrt ums Cap Formentor inklusive Lunch in einer stillen Bucht. So hat auch das Meer im Winter seinen Reiz. Nur einen Sprung in die Wellen sollte man sich verkneifen.

Weitere Informationen:
Mallorcas Natur aktiv erleben im Winter beim Radfahren, Mandelblüten-Wandern, Schatzsuchen, Malen etc. mit Masio Vincenc von Grupotel Natur, www.grupotelnatur.com

Erstmals veröffentlicht am 27.12.2012

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