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Mallorca: Regierung will Pferdekutschen in Palma abschaffen

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Mallorcas Hauptstadt Palma  

Regierung will Pferdekutschen abschaffen

12.09.2015, 11:25 Uhr | dpa

Mallorca: Regierung will Pferdekutschen in Palma abschaffen. Die Kutschen gehören in Palma zum Stadtbild - aber vielleicht nicht mehr lange. (Quelle: dpa)

Die Kutschen gehören in Palma zum Stadtbild - aber vielleicht nicht mehr lange. (Quelle: dpa)

Seit Jahrzehnten gehören die Pferdekutschen in Mallorcas Hauptstadt Palma zum Stadtbild. Doch Tierschützern sind sie schon lange ein Dorn im Auge. Die neue Balearenregierung würde sie am liebsten ganz abschaffen. Jetzt fürchten die oft alteingesessenen Kutscher um ihren Job.

"Die Kutschfahrten durch Palmas Altstadt gibt es so lange wie den Tourismus. Diejenigen, die sie abschaffen wollen, haben keine Ahnung", poltert Manuel Vargas, der seit mehr als 25 Jahren im Geschäft ist. An der beliebten Urlauberattraktion hängen laut Vargas derzeit die Existenz von 28 Kutscherfamilien, zu ihnen gehörten 61 Pferde. Ein Verbot würde ihn und seine Kollegen in die Arbeitslosigkeit treiben - und die Tiere vermutlich in den Tod. Es handele sich zum Großteil um ausrangierte Traber, die sonst keiner mehr haben will, sagt Vargas.

Umstritten sind die Kutschfahrten in Mallorcas Hauptstadt schon lange. Erst im Frühjahr wurden nach dem Kollaps eines Pferdes auf Palmas Prachtmeile Jaime III. knapp 100.000 Unterschriften für ein Verbot gesammelt.

UMFRAGE
Sollten Pferdekutschen als Touristenattraktion abgeschafft werden?

Neue Regierung nimmt Kutschen unter die Lupe

In diesem Sommer hat auch in Palmas Rathaus der Tierschutz Einzug gehalten. Mit Neus Truyol vom Linksbündnis Més hat die Stadt nach den Kommunalwahlen im Mai ihre erste Dezernentin für Tiergesundheit erhalten. Und die knöpfte sich umgehend die Pferdekutschen vor. Beim jährlich fälligen Medizin-Check der Tiere wird nun auch ein Bluttest verlangt. "So können wir ausschließen, dass ein krankes Tier eine Kutsche ziehen muss", erklärte Truyol.

Zudem führen Stadtverwaltung und Palmas berittene Polizeieinheit seit August auch unangemeldete Kontrollen an den Haltestellen durch. Dabei werden die Papiere der Kutscher und anhand von Chips die Arbeitszeiten der Tiere überprüft. Zulässig sind maximal acht Stunden, die Wege von den Ställen zur Haltestelle und zurück mit eingerechnet. "Doch viele Pferde waren früher nicht selten zehn Stunden und mehr unterwegs", sagt Truyol. Mittlerweile würden die Vorschriften sehr gut eingehalten - nur ein Tier, das überhaupt keine Erlaubnis als Kutschpferd hatte, habe man bislang aus dem Verkehr ziehen müssen.

Schaden die Kutschen Mallorcas Image?

Doch am liebsten möchte Neus Truyol die Kutschen ganz aus Palmas Stadtbild verbannen. Ihrer Meinung nach mache vor allem Urlauber aus Deutschland und Großbritannien der Anblick der erschöpften Pferde in der prallen Sonne zu schaffen. In diesen Ländern genieße schließlich der Tierschutz seit jeher einen höheren Stellenwert als in Spanien. "Das ist schlecht für das Image der Insel", ist die Stadträtin überzeugt.

Die Reaktion der Kutscher auf diese Ansage folgte prompt. Nicht nur vom Entziehen der Existenzgrundlage war da die Rede. Gar Rassismusvorwürfen sah sich die Linkspolitikerin ausgesetzt - bei einem Großteil der Kutscher handelt es sich um Roma. Um den sozialen Frieden zu wahren, ruderte Truyol schnell etwas zurück: "Wir wollen nicht, dass jemand arbeitslos wird, aber wir glauben, dass die Rundfahrten mit einem anderen Verkehrsmittel mehr Zukunft hätten."

Kutscher wollen nicht umsatteln

Truyols Vorschlag: Die Kutscher sollten auf Elektroautos umsatteln. Manuel Vargas, einer der Sprecher von Palmas Kutschern, schüttelt mit dem Kopf. "Wir lieben unsere Tiere und die Arbeit mit ihnen", sagt er. Den Leuten, die nicht mehr so gut zu Fuß seien, gefielen die Rundfahrten durch Palmas historische Altstadt. "So schnell werden wir deshalb nicht aufhören."

Zumal er und seine Kollegen für teures Geld erworbene und vor allem dauerhaft gültige Lizenzen besitzen. Im Falle eines Kutschenverbots müsste die Stadt diese entweder zurückkaufen oder Schadenersatz zahlen, was beides Summen im sechsstelligen Bereich kosten könnte. Dass die derzeitige Finanzlage solche Ausgaben nicht hergebe, ist auch Truyol bewusst. Aber vielleicht lasse sich ja mittelfristig eine Geldquelle - vielleicht irgendein EU-Fördertopf - auftun, um das Kapitel der Pferdekutschen doch ein- für allemal abzuschließen.

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