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Vor Mallorca liegt der Cabrera-Archipel: Die einsame Inselgruppe

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Cabrera-Archipel vor Mallorca  

Die einsame Inselgruppe ist der einzige Nationalpark der Balearen

19.05.2016, 13:51 Uhr | Fabian von Poser, srt, t-online.de

Vor Mallorca liegt der Cabrera-Archipel: Die einsame Inselgruppe. Das Cabrera-Archipel ist eine einsame Inselgruppe vor der Küste Mallorcas. (Quelle: SRT /Fabian v. Poser)

Das Cabrera-Archipel ist eine einsame Inselgruppe vor der Küste Mallorcas. (Quelle: Fabian v. Poser/SRT )

Wer in weniger als einer Stunde von Colònia Sant Jordi auf Mallorca mit einem Ausflugsboot übersetzt, der fühlt sich wie in einer anderen Welt. Die kaum 16 Quadratkilometer große Hauptinsel präsentiert sich sehr karg, umgeben vom Marineblau des Mittelmeeres. Ein paar Eindrücke sehen Sie in unserer Foto-Show.

Anlaufpunkt auf der Insel ist das einzige Lokal - die "Cantina". Touristen kommen hierher, um ein kühles Bier beziehungsweise einen Kaffee zu trinken. Oder sie essen eine Kleinigkeit. Danach verschwinden sie wieder. Die Betreiberin María Vidal zog es vor 47 Jahren auf die Insel. Am 24. Juli 1968, um genau zu sein. Seitdem verbrachte sie viele Jahre auf Cabrera.

Immer wieder kehrte sie in ihre Heimat, nach Mallorca, zurück. Doch die meiste Zeit verbrachte sie hier. Keine 20 Menschen leben auf dem Archipel mit insgesamt 18 Inseln und Inselchen, deren karstige Kuppen sich leuchtend gelb aus dem Meer schälen: vier Parkwächter der Naturschutzbehörde Ibanat, ein paar Beamte der Guardia Civil und die Vidals.

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Das fünfte Balearen-Eiland hat eine bewegte Geschichte

Geologisch gehört der Archipel zu Mallorca. Vor etwa 12.000 Jahren wurden die Inseln getrennt. Schon die Phönizier steuerten Cabrera an, später die Römer. Im 14. Jahrhundert baute Aragons Krone eine Burg zum Schutz vor Piratenüberfällen. Noch heute thront sie majestätisch über dem Hafen.

Auch in neuerer Zeit hat die fünfte Balearen-Insel, wie sie viele nennen, eine bewegte Geschichte: Während des spanischen Unabhängigkeitskampfes gegen Napoleon zwischen 1808 und 1814 wurden auf den damals unbewohnten Inseln 9000 französische Gefangene ausgesetzt - ohne Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Mehr als 5000 von ihnen sind auf Cabrera verhungert. Ein Monument auf der Hauptinsel erinnert daran. Auch in einem kleinen Museum wird der Franzosen gedacht.

Für Besucher ist Cabrera heute ein Idyll. Im Meer um die Insel finden sich riesige Seegraswiesen, seltene Algen- und Korallenarten. Die Gewässer sind die Heimat von Zackenbarschen, Bärenkrebsen und Meeresschildkröten. Mit etwas Glück sieht man ein Exemplar der endemischen Balearen-Eidechse Podarcis lilfordi. Wer kommt, der muss strenge Auflagen beachten. Im ganzen Park ist Ankern verboten, Segler dürfen nur die fest installierten Bojen benutzen. Wenige Orte sind für Wanderer frei zugänglich. Auch die Fischerei ist streng reglementiert. "Cabrera ist ein Schatz, wie es ihn im Mittelmeer kaum noch gibt", sagt Nationalparkdirektor Jorge Moreno Pérez.

Seit 2014 können Urlauber auf Cabrera übernachten

Mittlerweile können Touristen auf der Insel auch übernachten. Kaum zehn Gehminuten von María Vidals Cantina, die heute in zweiter Generation von ihren Töchtern María und Cati mit deren Ehemann Llorenç geführt wird, hat die Balearen-Regierung 2014 eine Herberge für 24 Gäste eröffnet. Naturschützer waren über die Unterkunft mitten im Park nicht begeistert. Weil mehr Abfall und Lärm produziert, mehr Energie und Wasser verbraucht werden, wachse der Druck auf den Nationalpark, argumentierten sie.

Doch der Erfolg gibt der Regierung Recht: Seit der Eröffnung sind die Herbergsbetten so gut wie immer komplett belegt. "Der Gegensatz zwischen Erhaltung und touristischer Nutzung sind die zwei Gesichter derselben Medaille", sagt Parkdirektor Moreno. Der Einfluss auf die Natur sei jedoch minimal, weil die Gäste hauptsächlich Naturgenießer seien. Die weniger als 2000 Personen, die jedes Jahr in der Herberge übernachten, seien im Verhältnis zu den 80.000 bis 90.000 Gästen, die der Park jedes Jahr empfängt, eine verschwindend geringe Zahl.

Weitere Informationen

  • Auskünfte und Buchung: Centro de Visitantes Parque Nacional de Cabrera, Calle Gabriel Roca s/n, 07638 Colònia de Sant Jordi, Mallorca, Spanien, Tel. 0034/971/656282, www.cvcabrera.es.
  • Anreise: Ab verschiedenen deutschen Flughäfen zum Beispiel mit Airberlin (www.airberlin.com), Tuifly (www.tuifly.com) oder Eurowings (www.eurowings.com) nach Palma de Mallorca.
  • Touren: Zwei Unternehmen bieten von Colònia Sant Jordi aus Touren nach Cabrera an: Mar Cabrera (www.marcabrera.com) und Excursions a Cabrera (www.excursionsacabrera.es). Im Programm sind verschiedene Bootstouren in das Meeresschutzgebiet, bei Mar Cabrera zum Beispiel ein sechsstündiger Ausflug mit Landung auf Cabrera für 57 Euro. Kinder zahlen 32 Euro.
  • Übernachten: Die staatliche Herberge verfügt über zwölf sehr einfache Doppelzimmer. Eine Übernachtung kostet von April bis Mai sowie im Oktober und November 50 Euro, von Juni bis September 60 Euro. In der Hochsaison ist der Aufenthalt auf eine Nacht beschränkt, in der Nebensaison auf zwei. Von Dezember bis März ist die Herberge geschlossen. 

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