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Reisetipp - Valencia: "Tomatina" - die größte Tomatenschlacht der Welt

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Buñol bei Valencia  

Tomaten, nichts als Tomaten: Eine Stadt sieht rot

06.08.2007, 19:16 Uhr | srt, t-online.de

Es scheint, als habe der Himmel seine Pforten geöffnet und mache sie nicht mehr zu. Überall platscht und klatscht es wie bei einem kräftigen Schauer. Nur dass es statt Wasser Tomaten regnet. Wenn in der spanischen Kleinstadt Buñol bei Valencia am 29. August die größte Tomatenschlacht der Welt beginnt, werden mehr als hundert Tonnen Tomaten auf die Straßen geschüttet. Für eine Stunde bewerfen sich Tausende wildfremder Menschen im Rahmen der "Tomatina" mit dem überreifen Gemüse und suhlen sich im Tomatenschlamm. Binnen Augenblicken verwandelt sich die gesamte Altstadt in eine riesige Badewanne aus säuerlich riechendem Gemüsebrei.

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Aufwärmen beim traditionellen "Schinkenstürmen"
"Tomaten, Tomaten, wir wollen Tomaten", schallt es schon am frühen Morgen über die Plaza del Pueblo. In den engen Altstadtgassen haben sich Tausende Menschen versammelt. Mit reichlich Bier und allerlei Spielchen machen sich die Teilnehmer warm für die Schlacht. Um elf Uhr beginnt dann das traditionelle "Schinkenstürmen". Ziel ist es, einen etwa sieben Meter hohen und mit Schmierseife bestrichenen Baumstamm zu erklimmen, an dessen Spitze ein fetter Schinken hängt, den es zu erbeuten gilt. Der Schinken selbst und natürlich die Anerkennung aller Mitstreiter sind der Preis für die erfolgreiche Klettertour. Eine der wenigen Regeln der "Tomatina" ist: Solange der Schinken noch am Baumstamm hängt, darf keine Tomate fliegen.

Danach landen 140 Tonnen Tomaten auf den Straßen
Wenn dann um Punkt zwölf Uhr die Böller den Startschuss geben und der erste bis unter das Dach mit Tomaten beladene Lastwagen durch die Gassen rollt, gerät die Menge in Ekstase. Sekunden später beginnt ein Spektakel, das sich mit Worten kaum beschreiben lässt: Die Damen in Bikinis, die Herren in Badehosen, Bewohner und Besucher bewerfen sich mit dem glitschigen Gemüse. Binnen Sekunden färbt sich die Luft rot. Kein Hemd, keine Hose, keine Wand bleibt trocken - selbst Kirche und Rathaus werden nicht verschont.

Eine Taucherbrille als Schutz vor den matschigen Tomaten
Wie wild feuern die Teilnehmer die Tomaten, die von den Bauern der Region spendiert werden, in alle Himmelsrichtungen. Hier hat die Menge einen Wagemutigen aufs Korn genommen, der einen Baum erklommen hat, dort werfen Jugendliche auf einen Anwohner, der provokant an der Balustrade seines Balkons lehnt. Einige Teilnehmer sind gleich mit Taucherbrille angereist. "Damit ich vor lauter Rot auch noch etwas sehen kann", sagt der 26-Jährige Andrew aus Adelaide. Seit drei Jahren kommt der Australier von seinem Studienort London jedes Jahr nach Buñol, um dem Spektakel beizuwohnen. "Es gibt nichts Größeres", sagt er begeistert. Die Veranstaltung hat mittlerweile ein solche Popularität erreicht, dass Gäste aus der ganzen Welt anreisen: aus Deutschland, den USA, Kanada, Australien, Japan und sogar aus Korea. Mit mittlerweile mehr als 40.000 Teilnehmern verzeichnet die "Tomatina" jedes Jahr neue Besucherrekorde.

Die Tradition liegt viele Jahre zurück
Zum wievielten Mal sich das Fest am 29. August jährt, weiß niemand so genau. Die einen sagen, der Ursprung der Fiesta liege ausgerechnet im Hungerjahr 1944, als eine Auseinandersetzung zwischen Nachbarn mit Tomaten ausgetragen wurde. Andere behaupten, die Gemüseschlacht sei ein Jahr später entstanden, als es bei einem Karnevalszug zum Streit kam und sich die Kontrahenten mit den Tomaten der umliegenden Gemüsestände bewarfen. Fest steht: Der Krawall blieb so unvergessen, dass er fortan jedes Jahr inszeniert wurde. Zwar hatte die Stadtverwaltung die Tomatenschlacht wegen Ausschreitungen in der Folge immer wieder verboten. Seit Buñoler Bürger 1959 die dauerhafte Aufhebung des Verbots erwirkten, ist die "Tomatina" jedoch eine feste Institution.

Bei der Orgie in Rot gibt es keine Vorgaben
Wer kann, greift nach den Tomaten und schmeißt sie auf den Nächstbesten. Nur eine einzige Regel gilt es zu beachten: Nach genau einer Stunde ist Schluss. Wenn gegen ein Uhr mittags das zweite Mal die Böller knallen, darf keine Tomate mehr geworfen werden - für die Einhaltung des Gebots sorgt im Notfall die Polizei. Ist das Spektakel vorbei, beginnen die Einwohner mit den Aufräumarbeiten. Durch die Straßen rollen Wasserlaster, viele spülen die Tomatenreste mit dicken Wasserschläuchen aus den Ritzen. Wer sein Haus nicht mit meterhohen Netzen und tomatenfester Folie abgehängt hat, der streicht es kurzerhand neu. Doch der frische Glanz hält meist nur kurz: In zwölf Monaten treffen sich die Tomatenverrückten zur nächsten "Tomatina".

Weitere Informationen
Anreise: Buñol liegt zirka 30 Kilometer westlich von Valencia. Spaniens drittgrößte Stadt wird von Deutschland von Air Berlin, Spanair, TUIfly, LTU, Germanwings und Iberia angeflogen, ab Österreich von Flyniki, ab der Schweiz von Helvetic und Fly Baboo. Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die Autobahn A7. Bei Valencia biegt man auf die N3 in Richtung Madrid ab und nimmt nach etwa 25 Kilometern die Ausfahrt Buñol.

Sicherheit: Es empfiehlt sich, schon ein bis zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung da sein, um einen guten Standplatz zu ergattern. Auf keinen Fall sollte man sich einen Platz in der Mitte der Straße suchen, da man sonst von zwei Seiten gleichzeitig beworfen wird. Außerdem gilt: Möglichst wenig und vor allem keine weiße Kleidung tragen, da man sonst als erstes bombardiert wird. Für Brillenträger ist eine Taucherbrille empfehlenswert, für Nicht-Brillenträger eine Schwimmbrille, um die Augen zu schützen. Wichtig: Kamera, Handy etc. entweder zu Hause lassen oder wasserdicht verpacken!

Weitere Auskünfte zur "Tomatina" und Videos von den Veranstaltungen der vergangenen Jahre gibt es im Internet unter www.latomatina.es. Allgemeine Informationen erteilt das Spanische Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 63, 10707 Berlin, Tel. 030/8826543, Fax 8826661, E-Mail: berlin@tourspain.es, Internet: www.spain.info

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