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Spaniens heiße Küste: Strandurlaub an der Costa Cálida

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Costa Cálida  

Spaniens heiße Küste

18.03.2009, 18:19 Uhr | dpa-tmn

Das Mar Menor ("kleines Meer") ist durch eine schmale Landzunge vom Mittelmeer getrennt (Foto: Turespaña/dpa/tmn)Das Mar Menor ("kleines Meer") ist durch eine schmale Landzunge vom Mittelmeer getrennt (Foto: Turespaña/dpa/tmn)

Costa Cálida, "heiße Küste": Nicht umsonst trägt die Gegend diesen Namen. Unbarmherzig brennt die Sonne vom Himmel, Temperaturen bis 40 Grad sind im Sommer keine Seltenheit. Leuchtend weiß hebt sich der Bikini vom dunklen Hintergrund ab. Arme, Beine, Bauch und selbst das Gesicht der jungen Frau - alles ist fast schwarz. Doch die Spanierin hat sich nicht verbrannt. Mit ihren Freundinnen ist sie nach Lo Pagan ans Mar Menor gekommen, um sich dort mit dem berühmten Heilschlamm einzureiben. Das Gewässer, rund 100 Kilometer von Alicante und den quirligen Stränden der Costa Blanca entfernt, ist besonders bei Sonnenanbetern und Familien mit Kindern beliebt. Auch im Winter gehört die Region zu den wärmsten Zonen Spaniens. Bewundern Sie die Region auch in unserer Foto-Serie.

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Das "kleine Meer" im Landesinnern

Eine schmale, rund 20 Kilometer lange Landzunge trennt das Mar Menor - das "kleine Meer", wie die Spanier es nennen - vom Mittelmeer. Sein Wasser ist ruhig und nirgendwo tiefer als sieben Meter. Die Temperatur liegt meist fünf Grad über den aktuellen Werten des Mittelmeers. Viele Hotelanlagen und Ferienkomplexe haben sich rund um das Mar Menor angesiedelt. Bislang sind es vor allem Spanier, die hier ihren Sommerurlaub verbringen. Dicht an dicht stehen die Gebäude auf der Halbinsel La Manga, dem "Ärmel". Vom Cabo de Palos im Süden führt der Weg vorbei an zahlreichen Stränden. In Las Encanizadas ist aber Schluss: An dieser Stelle speist das Mittelmeer das Mar Menor mit frischem Wasser. Pläne für eine Brücke gab es schon viele. Aus ökologischen Gründen wurden sie aber bisher verworfen.

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Der heilende Schlamm von Lo Pagan

Lo Pagan ist hier bereits in Sicht - doch wer dorthin will, muss zurück und einmal um das Mar Menor herumfahren. Der Ortsteil von San Pedro del Pinatar am Nordende der Lagune ist bekannt für die heilenden Eigenschaften seines Schlamms. Der Schlamm wirkt entzündungshemmend und wird gegen Rheuma, Gicht und Arthritis, aber auch bei Hauterkrankungen wie Akne eingesetzt. "Die Fangoschicht wirkt wie ein Löschpapier und befreit die Haut von Giftstoffen", heißt es auf erklärenden Tafeln an der Strandpromenade. In kleinen Plastikeimern holen die Urlauber den dunklen Schlamm vom Meeresgrund und reiben sich damit ein. Anschließend ist ein Spaziergang auf der Promenade Pflicht, damit die Sonne den Schlamm trocknen kann. Ist die schwarze Masse zu einer grauen Schicht erstarrt, wird sie wieder abgewaschen.

Römische Spuren an der Costa Cálida

Amüsiert betrachtet Carla Morer das Treiben. Die Medizinerin arbeitet in einem der großen Wellness-Hotels an der Küste, die sich auf die Thalassotherapie spezialisiert haben. Viele ihrer Patienten erhalten morgens Behandlungen in der Anlage und nehmen nachmittags selbst ein Schlammbad. "Ich liebe es, dass die Leute hierher kommen. Es ist so authentisch", freut sich die Ärztin. Schließlich wurden die therapeutischen Eigenschaften von Schlamm und Salzwasser schon von den alten Römern genutzt, erläutert sie. Die Römer haben ihre Spuren auch im kargen Landesinneren bei dem Ort Fortuna hinterlassen. Es waren heiße Thermalquellen, die die Römer in diese Gegend lockten. Rund drei Kilometer von Fortuna entfernt haben Archäologen bei Ausgrabungen ein römisches Balnearium entdeckt. In einem aus Stein gehauenen Becken genossen die Besucher das heilsame Wasser, das 53 Grad heiß aus dem Boden sprudelte.

Eines der ältesten Thermalbäder Spaniens

Auch das "Balneario de Leana" nutzt diese natürlichen Quellen. Die Anlage ist eines von Spaniens ältesten Thermalbädern. Auf dem Programm stehen hier Sprudel- und Dampfbäder. Vom Wasser im 34 Grad warmen Außenbecken schweift der Blick über Palmen, Obstgärten und Bergzüge. Auch im 18 Kilometer entfernten Archena stehen Ruhe und Entspannung an oberster Stelle. Inmitten des Naturparks Valle de Ricote liegt ein zweites Thermalbad. Das "Balneario de Archena", heute ein moderner Hotel- und Spakomplex, war schon im 18. Jahrhundert eine Anlaufstelle für viele Spanier. "Die wichtigste Eigenschaft des Thermalwassers ist sein hoher Gehalt an Mineralstoffen, vor allem Schwefel", erläutert Luis Ovejero, der medizinische Direktor. Die "Archena-Massage" ist eine spezielle Behandlung mit Schlamm und Wasser. Die Massageliege wird dabei unter mehreren Duschköpfen platziert, aus denen ständig warmes Quellwasser auf Arme, Beine und den Rücken plätschert. Nur die Stelle, die die Masseurin gerade mit festem Griff bearbeitet, ist für einen Moment ausgenommen. Feiner Schlamm ersetzt das Massageöl.

Kulinarische Köstlichkeiten in Murcia

Nach der Erfrischung macht sich Hunger breit. Ein Salatteller eröffnet das mehrgängige Menü. Rote Tomatenscheiben, Oliven, Artischocken und Paprika, arrangiert auf knackigen Salatherzen: "La Huerta de Murcia", der "Garten von Murcia", heißt dieses unkomplizierte Gericht. Auch die Gegend um die Provinzhauptstadt herum ist als "Gemüsegarten der Nation" in ganz Spanien bekannt. Weil die Region zu den wärmsten des Landes zählt, nutzten schon die Mauren ausgeklügelte Bewässerungssysteme. Sie gründeten die Stadt im frühen 9. Jahrhundert. Die Stadt ist bekannt für ihre Tapas - kleine, köstliche Appetithäppchen. Wie wäre es mit etwas "Zarangollo", Rührei mit Gemüse? Oder mit "Michirones", einem Bohneneintopf mit Chorizo? Und zum Nachtisch vielleicht einige "Paparajote", frittierte Zitronenbaumblätter mit Zucker und Zimt?

Cartagena: Bekanntes Ziel für Kreuzfahrtreisende

Mit Cartagena, der zweitgrößten Stadt der Region, verbindet die Murcianer eine ständige Rivalität. In der quirligen Hafenstadt, mit 175.000 Einwohnern etwa halb so groß wie die Provinzhauptstadt, machen nicht nur Spaniens Militärschiffe Station. Auch unter Kreuzfahrtgästen ist Cartagena ein bekanntes Ziel. Die Schiffsurlauber strömen schubweise durch die Innenstadt und bewundern dabei das im Jugendstil erbaute Rathaus oder die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kathedrale Vieja Santa Maria. Cartagena, im Jahr 227 vor Christus von den Karthagern gegründet, ging während der Punischen Kriege an die Römer verloren. Etliche Fundstellen aus römischer Zeit zeugen von dieser Epoche. So kommen viele Touristen nur in die Caja de Ahorros, die Sparkassenfiliale in der Calle Duque, um dort ein Stück der alten Römerstraße zu sehen. Überreste öffentlicher Bäder sind an der Plaza Tres Reyes zu finden.

Weitere Informationen:

Als Costa Cálida wird eine 250 Kilometer lange Küste bei Murcia zwischen San Pedro del Pinatar und Aguilas bezeichnet. Murcia gilt als die heißeste Provinz Spaniens und ist touristisch weniger erschlossen als die nördlich anschließende Costa Blanca.

Anreise: Die Air Berlin fliegt von Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main und München nonstop nach Alicante. Alternativen sind Iberia (nach Alicante mit Umsteigen in Madrid) oder Direktflüge nach Murcia mit Air Berlin (mit Umsteigen in Palma de Mallorca).

Klima: Die Durchschnittstemperatur liegt bei 19 Grad Celsius. Es gibt etwa 320 Sonnentage pro Jahr. Während die Winter mild sind, kann das Thermometer im Sommer leicht die 40-Grad-Marke erreichen.

Sprache: Spanisch.

Währung: In Spanien wird mit dem Euro bezahlt.

Kontakt: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt (Tel.: 069/72 50 38, für Broschüren: 06123/991 34), www.spain.info, www.murciaciudad.com, www.murciaturistica.es.

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