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Spanien  

Costa Brava: Die schönsten Strände

04.05.2010, 11:58 Uhr | Lilith Volkert/ADAC reisemagazin "Katalonien", ADAC

Costa Brava: Die schönsten Strände Spaniens. Spanien: Strand Pals an der Costa Brava (Foto: Anke Luckmann)

Spanien: Strand Pals an der Costa Brava (Foto: Anke Luckmann)

Hier liegen Sie richtig! An der Costa Brava gibt’s tadellose Badeplätze und Bilderbuch-Buchten. Auch bei Sicherheit, Sauberkeit und Service ist alles klar. 120 Strände gibt es an der Costa Brava. Hier findet jeder Erholungssuchende seinen ganz persönlichen Platz an der Sonne. Die wichtigsten Orte mit Garantie für einen gelungenen Badeurlaub finden Sie auch in unserer Foto-Serie oder in unserer Durchklick-Show mit Infos zu Strand, Hotel, Aktivitäten und Essen.

Wo sich einst Künstler trafen

Am Anfang war das Licht. Dieses helle, klare Licht, das die Farben zum Leuchten bringt. Das tintenfassblaue Meer. Das Dunkelgrün der Pinien. Der grobkörnige, bronzefarbene Strand. Kein Wunder, dass es Künstler sind, die den Zauber der Costa Brava als Erste erkennen. Der russische Maler Marc Chagall wohnt hier einen Sommer lang und fängt in seinen Bildern die entrückte Leichtigkeit der Gegend ein. Salvador Dalí, der berühmteste und verrückteste aller Katalanen, kehrt Amerika den Rücken und zieht zurück an die Costa Brava. In einer renovierten Fischerhütte im abgelegenen Cadaqués versammelt er Freunde und Kollegen um sich. Die Schauspielerin Ava Gardner, die Fotografin Dora Maar, der Schriftsteller Truman Capote, alle gehören zu den Verehrern der katalanischen Küste. Aber das ist lange her.

Urlaub an der "wilden Küste"

Heute kämpft die Costa Brava mit dem Ruf, eine Betonwüste für Billigtouristen zu sein. Wäre sie ein Mensch, ein bekanntes Fotomodell vielleicht, würde man sagen: Die ist viel zu schnell berühmt geworden. Und das hat ihr nicht gut getan. Ganz plötzlich wurde sie, die schöne Unbekannte, ins Geschäft geschubst. Mit Erfolg. Alle wollen sie sehen, viele lieben sie. Doch dann wird sie übermütig. Es kommt, wie es kommen muss: Das Gerede fängt an. Dieses Flittchen, das sich aus Geldgier jedem Verehrer an den Hals wirft! Bekannt gemacht wird die Schöne von Ferran Agulló. Als der Journalist am 12. September 1908 einen Artikel in der Zeitung "La Veu de Catalunya" veröffentlicht, will er darin die Reize seiner Heimat preisen. Doch er schafft einen Mythos, indem er ihr einen Namen gibt. La Costa brava, "die wilde Küste", nennt Agulló die knapp 220 Kilometer lange Küstenlinie, die von Portbou an der französischen Grenze bis nach Blanes reicht. Der Katalane schwärmt von zerklüfteten Kaps, von kleinen Buchten zwischen schroffen Felsklippen und der "Tollheit der Felswände".

Weit weg vom kleinen Fischerdörfchen

Doch brava heißt nicht nur "wild", man kann es auch mit "tapfer" übersetzen. Bei allem, was der Costa Brava seit ihrer "Entdeckung" angetan und nachgesagt wurde, trifft auch das zu. Was eine tapfere Küste ist, lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Die Künstler, die in den frühen Dreißigerjahren in Scharen nach Tossa de Mar und Cadaqués kommen, sind nur die Vorhut. In den Fünfzigerjahren legt die Costa Brava einen atemberaubenden Blitzstart in Sachen Tourismus hin. Zwischen 1953 und 196unterkriegeDie4 verzehnfacht sich die Zahl der Hotels auf fast 900. Weil die vielen Hotels gefüllt sein wollen, werben sie um mehr Urlauber. Die kommen in Scharen – und neue Unterkünfte werden gebaut. Aus kleinen Fischerdörfern werden Fremdenverkehrszentren. In manchem Ort verschwindet eine fast 1000-jährige Tradition hinter Hotels, Diskotheken und Touristenmassen. Lloret de Mar hat heute 35.000 Einwohner, im Sommer sind es fast 120.000.

Klischee: Beton, Bier und Bettenburgen

Noch stärker als die Städte selbst verändert sich aber das Bild, das man außerhalb Spaniens von der Region hat. Beton, Bier und Bettenburgen – mehr fällt vielen nicht zur Costa Brava ein. Als das Patronat de Turisme im vergangenen Jahr mit einem Foto wirbt, auf dem eine junge Frau über einen Karibikstrand läuft, kennt der Spott keine Grenzen: Gibt es an der Costa Brava kein unverbautes Fotomotiv mehr? Dem Charme der schönen Wilden kann das alles nichts anhaben. Wie vor 100 Jahren verführt sie auch heute mit endlos langen Sandstränden, pinienumkränzten Buchten und rauen Felsen. Auch wenn sie gelegentlich etwas zu grell geschminkt ist: Ein billiges Flittchen ist sie nicht. Dafür hat sie viel zu viel zu bieten: 120 Strände gibt es offiziell an der Costa Brava, wenn man die vielen versteckten Buchten nicht mitzählt.

Strand für jeden Typ

Und die sind so verschieden wie die Urlauber, die hier Ferien machen. In Roses können Familien kilometerlange Sandstrände umgraben und mit Sandburgen bestücken. Verliebte Pärchen suchen sich eine verwunschene Bucht, Partygänger können in Lloret ausgelassen feiern. Kulturfreunde haben es in Tossa de Mar nur ein paar Schritte vom Strand in die mittelalterliche Altstadt. Die Ruïnes d’Empúries bei L’Escala, Überreste einer antiken Siedlung, liegen nur einen Steinwurf vom Meer entfernt. Wem die Natur am Herzen liegt, der wandert entlang der Felsenküste im Norden durch den Naturpark am Cap de Creus. Und bei Sant Pere Pescador, am längsten Strand der Costa Brava, halten Kitesurfer Nase und Lenkdrachen in den regelmäßig gegen Nachmittag auffrischenden Wind.

Auf die faule Haut legen

Doch ganz ehrlich: Um sich an einem Costa-Brava-Strand wohlzufühlen, braucht es weder eine mittelalterliche Stadtmauer im Nacken noch ein teures Sportgerät. Einfach raus aus den Kleidern, rauf aufs Handtuch. Und dann so lange stillhalten, bis die Erinnerung an den Alltag verschwindet. Ein bisschen lesen, schlafen, Leute beobachten. Oder ein Eis aus der Chiringuito, der kleinen Strandbar da vorn? Später vielleicht. Erst noch in Ruhe einem Tagtraum nachhängen… Schon der Schriftsteller Josep Pla wusste, dass man den Zauber der Küste am besten mit entspanntem Nichtstun einfängt. In seinem Buch "Guia general i verídica de la Costa Brava" schreibt der 1981 gestorbene Katalane: "Um die Costa Brava in vollen Zügen auszukosten, muss man bereit sein, der Faulheit den wichtigen Stellenwert zu geben, den sie im Leben hat."

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