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Kanaren: Teneriffa jenseits der Strände

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Kanaren  

Teneriffa einmal anders: Paläste und Gipfelglück

12.03.2012, 08:30 Uhr | Armin Herb/srt (erstmals erschienen am 25.03.2011), srt

Kanaren: Teneriffa jenseits der Strände. Blick auf den Teide auf Teneriffa (Foto: imago)

Blick auf den Teide auf Teneriffa (Foto: imago)

Viele Urlauber zieht es jetzt während der Osterferien auf die Kanaren. Wer sich Teneriffa ausgesucht hat, kann hier abseits vom Strand eine atemberaubende Landschaft kennen lernen. Auch Nicht-Wanderer werden plötzlich aktiv - der über 3000 Meter hohe Teide zieht alle wie magisch an. Auch die Foto-Show zeigt die Schönheiten der Kanaren-Insel.

Der Teide beeindruckt

Wie in einer anderen Welt fühlen sich plötzlich die Wanderer. Alle acht bleiben stehen und staunen, selbst die, die diesen Anblick schon von früheren Reisen kennen: Vor ihnen taucht Format füllend der höchste Berg Spaniens auf, der Pico del Teide mit stolzen 3718 Metern, obenauf eine Schneehaube, ringsherum riesige schwarze Lavafelder mit bizarren Felsformationen. Eine faszinierende Vulkanlandschaft in mehr als 2000 Meter Höhe. Josef, ihr kräftiger, lustiger Bergführer, hatte nicht zu viel versprochen.

Natur pur statt Strand-Gejohle

Welch ein krasser Gegensatz zu Strand und Meer in Playa de las Americas! Kein lautes Gejohle, keine nüchternen Appartement-Komplexe, kein Massentourismus - nur Natur pur. Teneriffa ist wahrlich ein Miniatur-Kontinent mit Wüste, Meer, Vulkanen, Schnee, Lorbeerwäldern, Bananenplantagen - alles da. Und Teneriffa blüht immer. Kein Wunder bei ganzjährig gemäßigtem Klima, dessen Lufttemperatur selbst im Januar noch bei 18 Grad liegt. Natürlich nicht in luftiger Höhe im Teide-Nationalpark: Dort können die Besucher meist Windjacke, Mütze und Pullover ganz gut vertragen, vor allem am frühen Morgen.

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Geführte Wandertouren für Anfänger und Profis

Walter und Elke sind glücklich. Zum ersten Mal weilen die beiden Nürnberger gemeinsam auf Wanderreise. Walter verbringt zwar fast jedes Jahr mit seinen Freunden eine Woche in den Bergen. Doch das ist Ehefrau Elke zu anstrengend. Ihr fehlt schlicht die Kondition für sechs bis sieben Stunden "bergauf-bergab" am Tag, von Hütte zu Hütte mit dem ganzen Gepäck auf dem Rücken. Auf dieser Reise funktioniert das etwas anders: Übernachtet wird stets im gleichen Hotel, einer komfortablen Finca in Teneriffas Bergen bei Vilaflor. Von dort starten täglich zwei geführte Wandertouren: eine leichtere mit zwei bis vier Stunden Gehzeit und eine schwerere mit vier bis sechs Stunden. Man kann sich aber auch ganz ausklinken und einfach mal einen Tag lang am Pool faulenzen.

Traumblick auf die Nachbarinseln

Heute will Wanderer Walter mit Ehefrau Elke auf dem Gipfel des Teide stehen, und steigt mit in die Seilbahn ein, die von 2100 bis auf 3555 Meter Höhe hinauf führt. Die restlichen 180 Höhenmeter sind auch in der dünnen kalten Luft in einer Stunde zu bewältigen. Die atemberaubenden Tief- und Fernblicke vom Teide entschädigen für die Mühen: In der Ferne tauchen die Nachbarinseln La Gomera und Gran Canaria auf.

Von Palästen, Herrenhäusern und schönen Gärten

Auch Kulturelles kommt auf Teneriffa nicht zu kurz: Anders als in den meisten anderen Orten der Insel blieb das historische Örtchen Orotava fast völlig von der Abrissbirne verschont und ist heute denkmalgeschützt. So verbergen sich dort noch zahlreiche Paläste, Kirchen, Klöster und Herrenhäuser verschiedener Epochen, insbesondere aus dem 17. Jahrhundert. Würde man noch die störenden Autos aus den engen, steilen Gassen verbannen, fühlte man sich fast wie um zwei Jahrhunderte in die Zeit der Wein- und Zuckerbarone zurückversetzt. Ruhe findet der müde Besucher aber trotzdem, vor allem in den üppigen Gärten, wie den Jardines Marquesado de la Quinta Roja, die sich um das Mausoleum des Grafen Quinta Roja gruppieren. Oder im subtropischen Jardin Botanico, einem Ableger des Botanischen Gartens von Puerto de la Cruz.

Teneriffa jenseits der Strände

Bei einem Café con leche auf der Plaza de la Constitucion beobachtet Urlauberin Elke in Ruhe das Stadtleben. Tief unten liegt Puerto de la Cruz, am Horizont dahinter nur blauer Ozean. Auf der anderen Seite Palmen, Bananenplantagen, weiße Villen am Berghang und darüber thronend der Teide. Zwischen spielenden Kindern und diskutierenden Rentnern, eingerahmt vom Convento de San Agustin und dem feudalen Liceo de Taoro kann man dann darüber sinnieren, was Teneriffas Gäste jenseits der Strände so alles verpassen.

Weitere Informationen

Spanisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 63, 10707 Berlin, Tel. 06123/99134, Fax 030/8826-543, weitere Büros in München, Düsseldorf und Frankfurt, berlin@tourspain.es, www.spain.info, www.web-tenerife.com, www.teneriffa.com.
Beste Reisezeit: ganzjährig (im Juli und August kann es recht warm werden); herrlich im Januar und Februar zur Mandelblüte. Anreise: Täglich fliegen Ferienjets von mehreren Flughäfen Deutschlands nach Teneriffa-Süd, einige auch nach Teneriffa-Nord.
Wanderreisen-Veranstalter mit Twin-Konzept: DAV Summit Club, Am Perlacher Forst 186, 81545 München, Tel. 089/642400, Fax 089/64240100, www.dav-summit-club.de. Hoteltipps: Die Auswahl an Unterkünften unterschiedlicher Kategorien an der Küste ist groß, nicht so sehr in den Bergen. Für Bergfans: Das einzige Gebäude im Teide-Nationalpark ist der Parador Las Cañadas del Teide, Tel. 0034/922374841, canadas@parador.es. Alternative dazu: Hotel VillAlba, Ctera. San Roque s/n, Vilaflor (Tenerife), Tel. 0034/922/709930, www.hotelvillalba.com. Charmantes Altstadthotel Rural Victoria aus dem 17. Jahrhundert, Hermano Apolinar 8, E-38300 La Orotava, Tel. 0034/922/331683, Fax 320519, www.hotelruralvictoria.com.
Karten/Literatur: Einen ausführlichen Überblick gibt das Reisehandbuch "Teneriffa" aus dem Michael Müller Verlag, 256 S., 15,90 Euro. Relativ genau und mit diversen Wander- und Radrouten: Kompass Wander-, Bike- und Straßenkarte Nr. 233 "Teneriffa" 1:50000, 7,50 Euro.

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