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Gran Canaria: Insel zwischen Feuer und Wasser

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Vorsaison auf Gran Canaria  

Insel zwischen Feuer und Wasser

02.12.2016, 12:08 Uhr | Simone F. Lucas/srt

Gran Canaria: Insel zwischen Feuer und Wasser . Gran Canaria bietet wundervolle Orte. (Quelle: Simone F. Lucas)

Gran Canaria bietet wundervolle Orte. (Quelle: Simone F. Lucas)

Wunderschöne Gassen und bizarre Bergformationen verzaubern die Urlauber auf der Insel im Atlantischen Ozean. Schauen Sie sie sich auch in unserer Foto-Show an.

Der Mann im grünen Poloshirt und der weißen Plastikschürze ist schon lange auf den Beinen. Um zwei Uhr früh hat er den Ofen in der Backstube angeheizt - traditionell mit Holz. Jetzt am Vormittag hat der Ofen die richtige Temperatur: 320 Grad. Julian, so heißt der freundliche Bäcker in der Casa Fernando in Soria, kann seine Brotlaibe in die Öffnung hineinschieben, in die auch die Hexe bei Hänsel und Gretel gepasst hätte. Es ist höllisch heiß da drin und Julian muss aufpassen, dass er sich nicht verbrennt. 

Feuer ist auf Gran Canaria ein großes Thema, nicht nur für Bäcker. 2007 war es, da verbrannten auf der Insel 18 Hektar Bäume, ein Viertel des gesamten Baumbestands. Mehr als 2000 Familien mussten evakuiert werden, der Schaden summierte sich schließlich auf 10,7 Millionen Euro. Und das alles, weil ein Mann vom Naturschutz aus Frust über seine drohende Kündigung zündelte. Gleich an mehreren Orten Gran Canarias legte er Feuer. "Die Insel brannte", erzählt George, der dieses Höllenfeuer wohl nie vergessen wird. 

320 Tage Sonne

Der selbstbewusste Jeep-Fahrer und Dolmetscher aus Dortmund ("Man nennt mich auch George Clooney") hatte einige Wanderjahre hinter sich, ehe er sich auf Gran Canaria niederließ. Die Insel ist ihm inzwischen ans Herz gewachsen. "Wo hat man schon 320 Tage Sonne?", fragt er eher rhetorisch. Für ihn ist die größte Insel der Kanaren ein paradiesisches Fleckchen Erde. Eine blühende Insel, auf der Feigen und Orangen gedeihen, Zitronen, Papayas, Mangos, Mandeln und - Bananen. 

Nur mit dem Wasser gibt es Probleme, das floss in den vergangenen Jahren hier im Süden der Insel immer seltener. Dabei braucht so ein Bananenbaum zwischen 16 und 21 Liter des kostbaren Nasses. Doch der größte Stausee der Insel bei Soria, der eigentlich zur Bewässerung der Felder dienen soll, ist nur mehr eine armselige Pfütze. 36 Millionen Kubikmeter Wasser könnte die Presa de Soria maximal fassen, aber dazu bedürfte es tagelanger kräftiger Regenfälle. Auch die anderen Stauseen schwächeln in diesen Tagen. Im Süden der Insel macht sich das Wasser rar. Die spärlichen Regenfälle im Herbst haben zwar dafür gesorgt, dass die Hänge "grüne Pullover" tragen, aber nachhaltig waren sie nicht. Verwaist sind die kleinen Gräben, die auf den karstigen Bergen die ersehnten Wassermengen in die richtigen Bahnen lenken sollen. Dabei bräuchte nicht nur die Landwirtschaft dringend Bewässerung, auch die Hotelburgen am Meer sind auf Wasser angewiesen. 

Schön ist hier nicht alles

Schön sind sie nicht, die von weißen Häuserquadern überzogenen Hänge von Puerto Rico und Playa del Ingles. Schön sind auch die von oft zerrissenen Planen bedeckten Felder nicht, die man schon beim Anflug auf Gran Canaria entdeckt. Auch die Zementfabrik, die nahe Maspalomas im Meer steht wie eine Burg aus einer Anti-Utopie, ist kein schöner Anblick. Gran Canaria ist eine Insel der Gegensätze. Da die Hotelhalden, die Shopping Malls, das Nachtleben - dort die kleinen Dörfer, die Bougainvilleas über den Höhlenwohnungen, die Mandel- und Olivenbäume. 

Es muss doch seinen Grund haben, dass Menschen wie der Dirigent und Festival-Oranisator Justus Frantz hier ihren Wohnsitz haben - weit ab von den Hochburgen des Massentourismus auf dem Monte Leon. In der luxuriösen Finca des Ehrenbürgers von Gran Canaria war auch Altkanzler Helmut Schmidt schon zu Gast, Steffi Graf erholte sich hier und Leonhard Bernstein. 

Interessante Persönlichkeiten waren dort

Der Minikontinent Gran Canaria hat schon lange vor dem Massentourismus interessante Menschen angesprochen. 1927 kam Agatha Christie mit ihrer Tochter aus Teneriffa ins Hotel Metropole in der Hauptstadt Las Palmas, wo sie in einer Kurzgeschichte die Schönheit der Kanaren lobte. 1960 drehte John Houston Szenen von "Moby Dick" auf der Insel, und bis heute kommen Filmteams, die Gran Canarias Natur als Kulisse schätzen. Auch das Retorten-Touristendorf Puerto Mogan war schon Schauplatz einer Krimi-Komödie. Mit den kleinen Kanälen, den andalusischer Architektur nachempfundenen Häuschen und den üppig in allen Farben des Regenbogens blühenden Bougainvilleas ist das 1988 fertig gestellte Puerto Mogan ein Gegenentwurf zu den meist weißen Hotelgebirgen an der Südküste. Sie wuchern seit den 1970iger Jahren, als der Tourismusboom in Gran Canaria begann und einige Familie richtig reich machte. 

Auch jetzt wird wieder eifrig gebaut auf der Insel. Denn die Kanaren gehören zu den Gewinnern dieses Jahres. 30 Prozent mehr Touristen schickte allein die TUI auf die "Inseln des ewigen Frühlings", und nirgends war die Gästezufriedenheit so hoch wie auf Gran Canaria. Das liegt sicher am großen Komfort der Hotels, aber auch an der Vielfalt der Insel, an den Dünen von Maspalomas und den bizarren Bergformationen im Landesinneren, vor allem aber an den Menschen, die trotz der sieben Millionen Touristen und trotz 26 Prozent Arbeitslosigkeit nicht ihre Freundlichkeit und ihre Lebenslust verloren haben. 

In Soria sind Julians Brote fertig gebacken. Zwischen zwei Brotscheiben kommt eine Scheibe Jamon Iberico - fertig ist das kanarische Sandwich. Der rundliche Mann mit der Brille lächelt zufrieden. Doch Zeit für Plaudereien hat er nicht. Denn jetzt sind die Kuchen an der Reihe, in den heißen Ofen geschoben zu werden. 

Weitere Informationen: 

  • Anreise: Gran Canaria ist per Direktflug von vielen deutschen Flughäfen aus zu erreichen.
  • Informationen: Tourismuspatronat von Gran Canaria, Avda. de Canarias - Plaza de la Era 35110, Vecindario. Tel. 0034/928219600, grancanaria.com, www.spain.info/de 

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