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Urlaub in den gefährlichsten Ländern der Welt

03.01.2011, 14:41 Uhr | Markus Roman, t-online.de

Urlaub in den gefährlichsten Ländern der Welt. Der Nationalpark Band-e Amir in Afghanistan (Foto: Imago)

Der Nationalpark Band-e Amir in Afghanistan (Foto: Imago)

Afghanistan, Irak, Somalia. Diese Länder dürften als Krisenherde bekannt sein - aber als Urlaubsziele? Der Schweizer Spezialveranstalter Babel Travel bietet ab 2011 für finanzstarke Abenteurer geführte Touren in Länder, die auf der Reisewarnungsliste des Auswärtigen Amtes stehen. Babel Travel verspricht "Reisen mit dem gewissen Etwas, weit weg vom Massentourismus" bei "größtmöglicher persönlicher Sicherheit". Was halten Sie von dem Angebot? Stimmen Sie rechts ab! Einige der gefährlichsten Länder weltweit sehen Sie auch in unserer Foto-Show.

Rundreise in Afghanistan ab 9500 Euro

Für 9500 Euro etwa können Interessierte das Paket "Afghanistan Uncovered" buchen - eine 15-tägige Rundreise mit Stationen in Kabul, Masar-I Sharif, Bagram und Herat. Übernachtet wird in Hotels oder Guesthouses, aber auch private Unterbringung ist Teil des Arrangements. Babel Travel verspricht beim Zwischenstopp in einem Paschtunen-Dorf einen "Einblick in den Konflikt, der das Land weiterhin zerreißt". Auch die natürliche Schönheit des Landes will der Veranstalter seinen Kunden nahebringen. So steht ein Besuch in Afghanistans erstem Nationalpark, dem Seengebiet Band-e Amir, auf dem Programm. Der Chef von Babel Travel, Kevin Pollard, sagte gegenüber t-online.de, man wolle mit den individuellen Touren "Grenzen durchbrechen und verantwortungsvoll und nachhaltig reisen". Er führt außerdem an, dass in viele der Länder ja Veranstalter bereits Reisen anböten, nur nicht in solcher Auswahl. Neben Afghanistan gibt es die so genannten "Cultural Engagement"-Reisen unter anderem nach Irak, Somalia, Nordkorea oder in den Sudan.

Versicherung für Lösegeld selbst abschließen

Das Risiko für Entführungen oder Angriffen schätzt Pollard gering ein, man erwarte keine größeren Probleme. Man arbeite mit erfahrenen Sicherheitskräften, achte tagesaktuell auf die Gefahrenlage, und bewege sich in Ländern wie Somalia, dem Irak oder Afghanistan ohnehin nur in Regionen, die laut Pollard "relativ sicher sein". Für Eventualitäten sind Reiseteilnehmer laut Pollard bei der kanadischen Gesellschaft Ingle International versichert. Abgedeckt werden Verkehrsunfälle, medizinische Notfälle sowie Zwischenfälle, die durch Terrorismus oder bewaffnete Konflikte verursacht werden. Für eventuelle Lösegeldforderungen - etwa bei Reisen nach Somalia - rät Pollard den Teilnehmern, eine separate Versicherung abzuschließen.

US-Journalist steht Pate

Trotz, oder gerade wegen des Risikos sei das Interesse da, sagte Pollard. Obwohl man die Trips erst zwei Wochen online habe, seien bereits vier Leute interessiert. Feste Buchungen gab es allerdings noch nicht. Pollard erklärt sich das anhand der längeren Bedenkzeit, die durch das ungewöhnliche Angebot von Babel Travel kämen. Im Februar plant die Agentur zunächst drei Touren durch Afghanistan, Irak und Somalia, die allerdings bislang speziell ausgewählten Teilnehmern vorbehalten sind - auch, wenn laut Pollard zum Teil zahlende Gäste dabei sind. Sowohl für die Planung als auch Durchführung der Reisen holte sich Babel Travel einen prominenten Berater: Der US-Journalist Robert Young Pelton reist und arbeitet seit 30 Jahren in den Krisenregionen der Welt. Young ist der Autor des Buches "The World's Most Dangerous Places" (Die gefährlichsten Orte der Welt), einem Ratgeber für Menschen, die in Krisengebieten arbeiten. Pelton entwarf die Touren von Babel Travel und stellte Kontakte zu verschiedenen Experten vor Ort her.

Auswärtiges Amt rät dringend ab von Reisen in gefährliche Länder

Beim Auswärtigen Amt hingegen hat man wenig Verständnis für die modernen Abenteurer. Ein Sprecher sagte gegenüber t-online.de, die ausgegebenen Reisewarnungen seien klare und deutliche Empfehlungen, die betroffenen Länder nicht zu bereisen. Man habe allerdings schon allein rechtlich keine Möglichkeit, deutschen Staatsbürgern solche Reisen zu verbieten. Auch könnten deutsche Staatsbürger im Ausland im Rahmen der Möglichkeiten auf die Unterstützung des Auswärtigen Amts zählen. Der Sprecher wies aber darauf hin, dass der Handlungsspielraum des Amts in Ländern wie Afghanistan oder Irak stark eingegrenzt sei.

Weitere Informationen

Informationen und Preise zu den Reiseversicherungen des ADAC unter www.adac.de/reisekoffer oder unter Tel. 0 180 2-22 10 17 (6 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz; max. 42 Cent/Minute aus Mobilfunknetzen)

ADAC-Schutzbvrief Versicherungs-AG
Am Westpark 8
81373 München

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