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Reise in den Garten Eden

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Samoa  

Reise in den Garten Eden

08.10.2007, 11:16 Uhr | dpa-tmn

Samoa (Foto: Samoa Tourism/dpa/tmn)Samoa (Foto: Samoa Tourism/dpa/tmn)Polynesische Klänge dringen aus dem winzigen Flughafengebäude Apias. Obwohl es mitten in der Nacht ist, spielt eine Männer-Combo in schreiend bunten Wickelröcken den Ankömmlingen ein Ständchen zur Begrüßung: "Talofa" - willkommen in Samoa. Selbst zu später Stunde ist es drückend schwül, schwerer Blumenduft liegt in der Luft. Die wenigen Touristen aus Europa haben eine Anreise von rund 30 Stunden hinter sich. Doch die Natureindrücke, die jenseits des Flughafens warten, machen die Strapazen schnell vergessen. Einsame Strände, urwaldbewachsene Vulkane, wilde Wasserfälle - die Inseln Samoas sind Bilderbuch-Schönheiten. Der aus elf Inseln bestehende Archipel im Pazifik ist als Resultat der Kolonial-Ära noch heute geteilt. An das selbstständige West-Samoa grenzt das unter US-Verwaltung stehende American Samoa. Touristisch am reizvollsten sind die größten Inseln West-Samoas: Upolu mit der Hauptstadt Apia sowie das weniger erschlossene Savaii, das nur mit einer Fähre erreicht werden kann. Wer die 70 Kilometer langen und 35 beziehungsweise 25 Kilometer breiten Inseln auf eigene Faust erkunden will, sollte nicht auf die bunt bemalten Busse setzen - deren Fahrpläne gelten als eines der bestgehüteten Staatsgeheimnisse.


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Wegzoll in fast jedem Dorf

Außer den Leihwagen der Touristen sind nur wenige Autos auf Upolu unterwegs. Die Straßen gehören den gemächlich schlendernden Dorfbewohnern und unberechenbaren Schweinehorden mit winzigen Ferkeln. Nur wenige Verbindungen queren das Landesinnere, darunter der Le Mafa Pass, der den Blick auf wildgezackte Vulkan-Gipfel freigibt. Die Samoaner wachen darüber, dass keine ihrer Dorfstraßen ohne Wegezoll befahren wird. Bewegungsfreiheit auf Samoa kostet: eine mit Schlaglöchern übersäte Strandzufahrt genauso wie der einzige Weg zum Hotel. Die Einheimischen nehmen sich ihren Teil vom Tourismus-Geschäft, das ansonsten meist in ausländischer Hand ist. Mit ihren gepflegten Vorgärten wirken die meisten Dörfer nicht arm, obwohl sie nur aus offenen Hütten mit minimaler Ausstattung bestehen. Schlafen, Essen, Plausch halten - jeder weiß, was der andere gerade tut, denn die sogenannten Fales haben keine Wände. Auch die meisten Touristen-Unterkünfte sind offene Behausungen, die in der Tropenschwüle einen unschlagbaren Vorteil haben: Jede nur halbwegs frische Brise kann ungehindert hindurchstreichen. Trotzdem bleiben die Fales vielen Gästen suspekt: "Die Unterkünfte in Samoa werden sich in den nächsten Jahren verändern - hin zu privateren, geschlossenen Räumlichkeiten", ist Keith Martin sicher. Der Australier lebt seit zehn Jahren auf Savaii, wo er am Aganoa-Strand ein Resort betreibt.

Häuptling hat das letzte Wort

Es ist Sonntag, und der Geruch von gebratenem Ferkel liegt in der Luft. Im Umu, einem Erdofen, bereiten die Männer das allwöchentliche Festmahl vor. In Kokosnuss-Schalen gart langsam das Nationalgericht "Taro Palusami", eine Köstlichkeit aus Kokosnuss-Milch, Wurzeln und Blättern der Taro-Pflanze. Dass die Samoaner für ihr Leben gerne essen, können die wenigsten verbergen: Über den bunten Lavalava-Röcken thront oft ein stattlicher Bauch. Abends wird beim Fiafia-Fest gemeinsam geschlemmt und gefeiert. Kriegstänze, Feuer-Akrobatik und vielstimmige Gesänge - wohlwollend verfolgen die Matais, die Dorfhäuptlinge, das bunte Treiben. Sie bestimmen die Regeln der Gemeinschaft, sie teilen den Dorfbewohnern Arbeiten zu, genauso wie den erwirtschafteten Ertrag. Sogar bei Eheschließungen haben die Häuptlinge oft das letzte Wort. Außenstehenden erscheinen diese Stammesstrukturen erdrückend eng.

"Hier ist doch nichts los"

"Wieso seid Ihr hier? Hier ist doch nichts los", werden Touristen von jüngeren Samoanern gefragt. Viele von ihnen waren bereits im fünf Flugstunden entfernten Neuseeland, um sich ausbilden zu lassen und Geld für ihre Familien zu verdienen. Anderen bleibt dies alleine wegen sprachlicher Hürden verwehrt: In Samoa steht zwar von der ersten Schulklasse an Englisch auf dem Lehrplan, doch in den vielen abgelegenen Dörfern reicht das Ausdrucksvermögen in der zweiten Amtssprache oft nicht über ein paar Brocken hinaus.

"Hier ist der Garten Eden"

Wellen peitschen gegen die Küste der Halbinsel Falealupo, nur die Ruine einer Kirche lässt noch erahnen, dass an dem wilden Strand einst ein Dorf lag. Der Norden Savaiis ist von Naturkatastrophen gezeichnet. Im Februar 1990 suchte der Hurrican Ofa die Gegend heim, die Fales der Dorfbewohner waren binnen Minuten zerstört. Einige Kilometer östlich erinnert eine andere Kirche als stummer Zeuge an katastrophale Naturgewalten: Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Vulkan Matavanu ausbrach, ergoss sich ein Lavastrom übers Land - und erstarrte inmitten der nun wie von einer Mondlandschaft umgebenen Methodistenkirche zu bizarren Formen. Prachtvolle Blüten, satte Früchte, betörende Düfte: Im kleinen botanischen Paradies von Hobbygärtner Tanu am Sopoaga-Wasserfall im Südosten Upolus zeigt sich die Natur von ihrer besten Seite. Trotzdem kommen nur selten Besucher dorthin. Doch Tanu weiß: "Das hier ist der Garten Eden." Und er fügt verschmitzt hinzu: "Das einzige, was mir noch fehlt, ist eine Eva."

Weitere Informationen
Anreise: Emirates fliegt über Dubai und Neuseeland nach Apia, Thai Airways International über Bangkok und Auckland. Air New Zealand fliegt einmal wöchentlich über die USA direkt nach Apia.
Klima und Reisezeit: Tropisches Klima ohne ausgeprägte Jahreszeiten. Zwischen Oktober und März herrscht sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Beste Reisezeit sind Juli und August.
Kontakt und weitere Informationen South Pacific Tourism Organisation, Petersburger Straße 94, 10247 Berlin (Tel.: 030/42 25 60 26, Internet: www.visitsamoa.ws).

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