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Neukaledonien: Südseezauber pur an der größten Lagune der Welt

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Neukaledonien  

Nach Frankreich in die Südsee

03.02.2009, 10:16 Uhr

Neukaledonien: Traumstrände soweit das Auge reicht  (Foto: FVA Neukaledonien/dpa/tmn)Neukaledonien: Traumstrände soweit das Auge reicht (Foto: FVA Neukaledonien/dpa/tmn) Einsame Sandstrände, unberührte Korallenriffe, türkisblaue Lagunen - gleich drei Dinge, die man nicht mit Frankreich verbindet. Zu Unrecht, denn ein kleiner Teil von Frankreich liegt im Pazifik: Neukaledonien - eine Melange aus Südseeträumen und französischer Lebensart. Die Sonne scheint durch die Kokospalmen, die Luft ist warm und feucht. Besonders stolz sind die Neukaledonier auf die größte Lagune der Welt, die seit 2008 auf der Welterbeliste der UNESCO steht. Träumen Sie von der Südsee in unserer Foto-Serie.

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Tropisch leichtes Leben auf der kleinen Insel Île des Pins

Neukaledonien ist eine Ansammlung mehrerer Inseln im Südpazifik zwischen Australien und Fidschi. Die Hauptstadt Nouméa liegt auf der größten Insel Grande Terre, die fast die Ausmaße von Thüringen hat. Hier wird europäischer Lebensstil gepflegt mit Straßen voller Autos und Verkehrskreiseln sowie Menschen so elegant wie in Nizza. Auf der viel kleineren Île des Pins dagegen, eine halbe Flugstunde von Nouméa entfernt, nimmt man das Leben tropisch leicht. Die einheimischen Melanesier - sie nennen sich selbst "Kanaken", was in ihrer Sprache nichts anderes bedeutet als "Menschen" - sind hier in der Mehrheit.

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Maximales Südseeflair

Die Île des Pins ist das bekannteste Eiland des Archipels. Das liegt vor allem daran, dass es Südseeflair in maximaler Dosierung bietet, so wie man es sich in düsteren deutschen Herbst- und Wintermonaten ausmalt. Die Naturstrände gehören zu den schönsten der Welt, das Meer davor ist reich an bunten, teilweise gefährlichen Bewohnern, die Segelreviere befriedigen höchste Ansprüche. Bekanntheit ist freilich relativ zu verstehen. Auch wenn die Île des Pins als Aushängeschild Neukaledoniens gilt und wegen eines populären asiatischen Kitschromans seit Jahren vor allem von Japanern besucht wird, kann weder sie noch Grande Terre ernsthaft als ein "Urlauber-Hotspot" bezeichnet werden. Nicht mal 90.000 Touristen wurden 2007 in ganz Neukaledonien gezählt. Ein Drittel davon waren Franzosen auf Verwandtenbesuch. Aus Deutschland kamen 403 Reisende.

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Die größte Lagune der Welt

Vielleicht ändert sich die Bekanntheit Neukaledoniens aber nun. Im Juli hat die UNESCO die Lagune von Neukaledonien in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Der Jubel war groß, und man hofft auf mehr Aufmerksamkeit für die touristischen Schätze des Archipels. Dazu zählt auch die mit 23.000 Quadratkilometern größte Lagune der Erde. Rund 1600 Kilometer Korallenriff umranden Grande Terre, die Hauptinsel Neukaledoniens. Und dahinter liegt die ganze Weite der Südsee. Das Korallenriffs ist das zweitgrößte nach dem Great Barrier Reef in Australien. Diese Auszeichnung ist eine weitere Herausforderung für die Tourismusmanager, den bereits praktizierten Ökotourismus auszubauen, um die Einzigartigkeit Neukaledoniens zu bewahren.

 

Einzigartig, universell und unbezahlbar muss ein Welterbe sein

Insgesamt sechs neukaledonische Atolle und Lagunen mit ihren Mangrovenwäldern  setzte die Unesco während ihrer Hauptversammlung in Québéc im Juli 2008 auf die Liste des besonders schützenswerten Welterbes. Damit befindet sich der französische Inselstaat in bester Gesellschaft, etwa der Galapagos-Inseln oder des norwegischen Geirangerfjords. Die Aufnahme setzt eine weltweit einmalige Qualität voraus: einzigartig, universell und unbezahlbar muss ein Welterbe sein. Die schier unerschöpfliche Artenvielfalt umfasst alleine unter Wasser 9.372 Tier- und Pflanzenarten, darunter 310 verschiedene Korallen und 1.700 Fischarten sowie die größte Dugong-Population der Welt.

 

Der Traum vom Auswandern 

 Einer derjenigen, die diese Schätze schon zu würdigen wissen, ist Hans Beinert. Der Zahnarzt aus der Nähe von Karlsruhe umsegelt seit sieben Jahren mit Frau und zwei Kindern die Welt. "Nach Neukaledonien verschlug es uns durch Zufall", erzählt er beim Mittagessen auf der Terrasse des "Oure Hotel", einem von fünf Hotels auf der Île des Pins. Segelfreunde aus Neuseeland hätten ihm davon berichtet. Deren Schwärmereien waren nicht übertrieben, aus der Stippvisite wurde ein zweieinhalbjähriger Aufenthalt. Morgens zieht er den Einheimischen die Zähne, nachmittags geht er Segeln oder Tauchen. "Selten habe ich auf kleinem Raum eine so vielfältige Natur gesehen", sagt Beinert.

Ruhige Oase in der Südsee 

Im Gegensatz zu anderen Südseezielen ist die Île des Pins wenig kommerzialisiert. Zwar gehört zum Hotelsortiment auch das "Le Meridien", das führende Luxushotel der Region. Mit seinen flachen Gebäuden fällt es aber kaum auf. Postkartenstände und Eisverkäufer sucht man vergebens, an den Stränden trifft man kaum eine Menschenseele. "Nur wenn die Kreuzfahrtschiffe vorbeikommen, wird es für einen halben Tag voll", beobachtet Zahnarzt Beinert.

Auch Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten

 Diese Vorteile könnten Grund genug sein, die Anreise um die halbe Erde auf sich zu nehmen. Was aber zusätzlich für Neukaledonien spricht, ist die Möglichkeit, Abstecher auf die Îles Loyauté zu unternehmen, ebenfalls kleine neukaledonische Tropenparadiese mit eigenem Charakter. Zu ihnen gehört das von flachen Stränden und dichten Wäldern geprägte Lifou. Und es bieten sich Touren auf Grande Terre an, wo sich fast alles machen lässt, was Aktivurlaubern in den Sinn kommt: Segeln, Tauchen, Gleitschirmfliegen und Jeeptouren durch die weiten Ebenen des Südens. In der Mitte der Hauptinsel erhebt sich ein Gebirge, das sich für Touren zu Fuß, zu Pferd oder auf Mountainbikes eignet. Im Norden kann man die Kultur der Kanaken kennenlernen, hier beschränken sich die Unterkünfte, von wenigen Hotels abgesehen, allerdings auf Zeltplätze und private "Homestays".

Das Bewahren der Natur ist oberste Pflicht

 Vielleicht sollte eine solch eingespielte Idylle weiterhin als Geheimtipp gehandelt werden. Aber selbst Hans Beinert, der die Ruhe schätzt, findet das nicht. Denn trotz des UNESCO-Welterbestatus' sähen weder die Franzosen, die hier auch industriellen Nickelanbau im großen Stil betreiben, noch die Einheimischen das Bewahren der Natur als oberste Pflicht. "Kämen mehr Taucher, Segler und Urlauber, die intakte Ökosysteme schätzen, könnte der Archipel besser geschützt werden, und Neukaledonien hätte eine gute Zukunft", meint Beinert.

   

Weitere Informationen

Anreise Mit Air France geht es zunächst nach Paris und dann nach Tokio, Osaka oder Seoul in Asien. Von dort führen die Flüge weiter im Codesharing mit Air Caledonie nach Nouméa auf Grande Terre. Inklusive der Umsteigezeiten dauert die Anreise dabei mehr als einen Tag. Eine Reise zu diesem paradiesischen Fleckchen Erde bietet sich beispielsweise als Verlängerung zu einer Australien- oder Neuseeland Rundreise an. Nur zwei Flugstunden von Brisbane, knapp drei Stunden von Sydney und Auckland, liegt die Perle der Südsee.

Klima und Reisezeit Gemäßigtes Tropenklima mit Tagestemperaturen von 19 bis 28 Grad. Regenzeit herrscht von Januar bis April.

Gesundheit Besondere Impfungen sind für die Einreise nicht notwendig, ein guter Mückenschutz ist aber empfehlenswert.

Sprache Französisch, teilweise Englisch.

Fremdenverkehrsamt Neukaledonien Eyes2Market, Fasanenstraße 2, 25462 Rellingen Tel.: 04101/696 48 13, Internet:
www.neukaledonientourismus.de

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