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Kilikien: Hier ist die türkische Küste noch ruhig

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Hier ist die türkische Küste noch ruhig

01.06.2012, 09:14 Uhr | Maggie Riepl, srt

Kilikien: Hier ist die türkische Küste noch ruhig. In dem kleinen Badeort Narlikuyu kann man schön an einer türkisfarbenen Bucht die Sonne genießen. (Quelle: SRT /R. Niedermeier)

In dem kleinen Badeort Narlikuyu kann man schön an einer türkisfarbenen Bucht die Sonne genießen. (Quelle: R. Niedermeier/SRT )

An der Türkischen Riviera drängt sich vielerorts ein Hotel an das andere - aber nicht überall. Noch unverbaut und ursprünglich wartet die kilikische Küste mit ihrer Jahrtausende alten Geschichte auf kulturinteressierte Entdecker, schöne Badebuchten inklusive. Sehen Sie Kilikien auch in unserer Foto-Show.

Kein Massentourismus, keine Betonburgen

Kilikien ist ein einmaliger Fleck Erde: Der rund 300 Kilometer lange Küstenabschnitt zwischen Antakya, der südlichsten Stadt der Türkei, und Anamur ist noch ursprünglich. Es gibt keinen Massentourismus, keine Betonburgen, kein All-inclusive. Dafür findet der kulturinteressierte Urlauber eine wahre Schatzkammer und mehr Historie als in jeder anderen Region des ohnehin geschichtsträchtigen Landes. 200 antike Stätten, viele davon noch unentgeltlich zugänglich, sind zu besichtigen. Die antike Stadt Elaiussa bietet Ruinen von Tempeln, Wohn- und Badehäusern und ein antikes Theater, das für den örtlichen Fremdenführer und Geschichtenerzähler Davut Oguzcan tausendmal schöner ist als das berühmte Ephesus an der viel frequentierten türkischen Riviera. Der Blick vom Theater auf die Küste ist ohne Zweifel atemberaubend schön. Zu Korikos, der im 12. Jahrhundert erbauten "Mädchenburg", die malerisch vor dem kleinen Ferienort Kizkalesi im Meer liegt, erzählt man sich eine anrührende türkische Dornröschen-Variante: die Geschichte einer Prinzessin, die auf Wunsch des besorgten Vaters auf einer Burg im Meer leben musste, weil es dort keine giftigen Tiere gab. Und doch schlängelte sich eines Tages eine Natter in den vom Festland gelieferten Obstkorb, und es war um die schöne Königstochter geschehen.

Einzigartige Grotten mit Himmel und Hölle

Einzigartig hingegen sind die Korykischen Grotten: Cennet und Cehennem - Himmel und Hölle. Begrünt und lieblich die erste, 128 Meter und mehrere hundert Stufen geht es hinab in die Tiefe aus kupferrotem Karbonatgestein zu einer Kapelle. Unten hört man das Rauschen eines Flusses. Die Hölle, zum Glück kleiner als der Himmel, ist düster, Angst einflößend und ohne Kletterausrüstung nicht zu erreichen. Die Grotten entstanden vor Millionen Jahren durch den Einsturz eines unterirdischen Höhlensystems. Doch viel anschaulicher ist die Legende: Typhon, der Vater des Höllenhundes Zerberus, war ein Ungeheuer mit hundert Feuer speienden Schlangenköpfe und wurde einst vom Göttervater Zeus in diesem düsteren Schlund gefangen gehalten.

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Badeorte und Pilgerstätte

Drei Kilometer weiter und einige Autominuten später kann man finstere Gedanken vergessen und in dem kleinen Badeort Narlikuyu an einer türkisfarbenen Bucht die Sonne genießen. In den einfachen Ausflugs-Restaurants schmeckt frischer Fisch zu Sütlü Pide, einem dünnen Fladenbrot und Salat, der statt mit Essig mit dunkelrotem Granatapfelsirup angemacht wird. Antiochia war in der Antike ein zentraler Handelsplatz zwischen Asien und dem Mittelmeerraum, nach Rom und Alexandria die Metropole der damaligen Zeit und ein Schmelztiegel der Religionen und Kulturen. Heute heißt die Stadt Antakya, ist Hauptstadt der Provinz Hatay und eine wichtige Pilgerstätte für Christen. Denn hier entstand einst die erste christliche Gemeinde in einer Höhle am Stadtberg, wo der Apostel Petrus gepredigt haben soll.

Aufbau der Region ist in Gange

Das moderne Antakya am Orontes-Fluss mit seiner gesichtslosen Architektur bietet sonst wenig Sehenswertes, außer dem Archäologischen Museum mit seiner beeindruckenden Sammlung an Mosaiken. Die enge Altstadt wirkt etwas heruntergekommen, doch sieht man erste Anzeichen, wie man sich für die erhofften Touristenströme aufhübscht. Nachdem dieser entlegene Winkel im Südosten des Landes jahrelang vernachlässigt wurde, spendiert die türkische Regierung inzwischen wieder Geld. Der Geschäftsmann Selcuk Tokdmir hat zum Beispiel ein 100 Jahre altes Haus wunderschön herausgeputzt. Im Innenhof gibt es eine Teestube, und man kann Spezialitäten der Region, Handarbeiten und Brettspiele kaufen. Soterya, Erneuerung, heißt sein Projekt, das bereits mehrfach preisgekrönt wurde.

Überall Spuren der Apostel

Immer wieder an diesem Küstenstreifen trifft man auf Spuren der Apostel. Paulus, der Wegbereiter des Christentums, wurde als Zeltmacher Saulus in dem kleinen Städtchen Tarsus geboren. Wo heute die heilsame Paulusquelle plätschert, soll sein Geburtshaus gewesen sein. In Tarsus soll auch Kleopatra Marc Anton verführt haben - nach seinem Sieg bei Philippi (42 v. Christi). An die schöne Ägypterin erinnert noch das Kleopatra-Tor aus römischer Zeit. Das antike Tarsus befindet sich fünf bis 20 Meter unter der Erde. 1993 wurde es zufällig beim Bau eines Geschäftshauses entdeckt. Die Straße war vermutlich fünf Kilometer lang, bislang sind nur ein paar Meter freigelegt. Im nahegelegenen Basarviertel, wo man Paulus-Reliquien aller Art erstehen kann, wird in kleinen Gläsern "Kaynar" serviert: eine zuckersüße Tee-Spezialität aus Zimt und anderen Gewürzen, die mit gehackten Walnüssen veredelt wird. Die 998 erbaute Sabanci-Moschee, mit sechs Minaretten die größte Moschee der Türkei, ist die Top-Attraktion im 40 Kilometer entfernten Adana. Von den größeren Städten Kilikiens ist allein die junge Provinzhauptstadt Mersin mit ihren 800.000 Einwohnern einen Besuch wert: Es gibt eine quirlige Innenstadt mit vielen Geschäften, wunderbaren Gewürzläden und eine zehn Kilometer lange Strandpromenade mit Palmen und Nachbildungen historischer Gebäude.

Seife ist beliebtes Souvenir

Ein beliebtes Souvenir aus Kilikien ist Lorbeerseife. Vor dem Kauf sollte man allerdings den Qualitätstest machen: Nur wenn sich die Seife wie Samt anfühlt, ist sie reich an Ölen und macht die Haut streichelzart, weiß Davut und hat zu der Geschichte der Lorbeerbäumen natürlich ebenfalls eine Sage: Apollo hatte sich in Daphne verliebt, die ihn nicht erhörte. Er bat Zeus um Hilfe. Als Apollo Daphne das nächste Mal umarmen wollte, verwandelte sie sich in einen Baum, worauf Apollo sprach: "Siehst du, du entkommst mir nicht." Er flocht sich aus den Blättern einen Lorbeerkranz - und so tragen ihn Sieger bis heute.

Weitere Informationen:

Anreise: Nach Hatay fliegt man ab Frankfurt mit Turkish Airlines, ab Düsseldorf, Köln und München mit Pegasus Airlines. Germania verbindet Adana mit Berlin und Hannover.

Hotels: In Antakya The Liwan Boutique Hotel (4 Sterne), Ottoman Palace Thermal and Spa (5 Sterne), in Mersin Hotel Sahil Marti (4 Sterne).

Pauschalangebot: Der Türkei-Spezialist Öger bietet eine Woche Flug und Übernachtung mit Frühstück in Kizkalesi im Hotel Kilikya (3,5 Sterne) ab 394 Euro im DZ. "Wildromantisches Kilikien" heißt eine 15-tägige Flugreise ab Frankfurt mit Dr.-Koch-Reisen. Ausgangspunkt für die zwölf Touren der Sternreise ist die Bucht von Bogsak nahe Tasucu. Preis: 1480 Euro.

Nicht vergessen: Für die Einreise in die Türkei ist ein Reisepass oder ein Personalausweis erforderlich.

Empfohlene Impfungen: Tetanus, Diphterie, Polio und Hepatitis A.

(SRT, Erstveröffentlichung am 1. Juni 2012)

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