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Gegend um Trabzon: So haben Sie die Türkei noch nicht gesehen

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Felskloster und Bergidylle  

So haben Sie die Türkei noch nicht gesehen

09.09.2014, 13:52 Uhr | Bärbel Schwertfeger, srt

Gegend um Trabzon: So haben Sie die Türkei noch nicht gesehen. Das Felskloster Sumela ist die berühmteste Attraktion der Schwarzmeerküste (Quelle: SRT /Barbara Schwertfeger)

Das Felskloster Sumela ist die berühmteste Attraktion der Schwarzmeerküste (Quelle: Barbara Schwertfeger/SRT )

Im Hinterland von Trabzon erwarten den Besucher nicht nur das Sumela Kloster in atemberaubender Lage, sondern auch eine saftig grüne Berglandschaft mit glücklichen Kühen und dem besten Milchreis der Türkei. Sehen Sie Eindrücke der Region auch in unserer Foto-Show.

Das Tal wird immer enger. Die Straße schlängelt sich an einem plätschernden Gebirgsbach entlang, umgeben von dichten Mischwäldern. Wir sind auf dem Weg zum berühmten Sumela Kloster rund 50 Kilometer südlich von Trabzon, der größten Stadt an der östlichen türkischen Schwarzmeerküste. Die Straße schraubt sich in engen Kurven den Berg hinauf. An einer Ausweichstelle eröffnet sich der Blick ins Tal und auf das Kloster. Wie eine uneinnehmbare Trutzburg klebt der fünfstöckige Bau an den senkrechten Felswänden auf 1200 Metern Höhe.

Kloster ist meistbesuchte Attraktion der Schwarzmeerküste

Mauern und Decken der Felsenkirche sind über und über mit kunstvollen Fresken bemalt. Man erkennt die Genesis, die Heiligen Drei Könige. Doch die Fresken sind in einem erbarmungswürdigen Zustand. Gesichter wurden ausgekratzt, manchmal fehlen ganze Brocken und überall haben Besucher ihre Namen eingeritzt.

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Die Geschichte des Klosters soll den Legenden nach bis ins vierte Jahrhundert zurückgehen, als Mönche aus Athen eine Stätte für ein von dem heiligen Lucas gemaltes Marienbild errichteten. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs das Kloster und war Aufbewahrungsstätte für wertvolle Manuskripte und Kunstschätze. Immer wieder wurde es von Räuberbanden angegriffen oder von Bränden zerstört und immer wieder wurde es neu aufgebaut.

Bis 1923 lebten die griechischen Mönche hier unter dem Schutz der Osmanen. Dann mussten sie das Land verlassen. Das Kloster stand leer und verfiel. Erst 1972 stellte es die türkische Regierung unter Schutz. Heute ist es ein Museum und die meist besuchte Touristenattraktion an der Schwarzmeerküste.

Ein Dorf berühmt für Milchreis

Vom Städtchen Maçka fahren wir weiter in die Berge. Die Bergroute wird gerade zur vierspurigen Schnellstraße ausgebaut und gleicht einem Hindernislauf. Wir biegen ab nach Hamsiköy. Der Ort ist berühmt für seinen Milchreis, der so gut sein soll, dass er sogar bis ins mehr als tausend Kilometer entfernte Istanbul geliefert wird. Die Straße durchquert ein tiefes Tal und führt auf der anderen Seite durch kleine Dörfer, vorbei an saftig grünen Wiesen, auf denen Kühe grasen. Es sieht aus wie in den Alpen. Nur die spitzen Minarette der Moscheen passen nicht so recht.

Schon am Ortseingang von Hamsiköy weist ein Schild auf den berühmten Milchreis hin. Hamisköy entpuppt sich als ein recht tristes Straßendorf. Es gibt ein typisches Teehaus, vor dem alte Männer sitzen, ein paar Läden und drei Milchreis-Restaurants. Im Restaurant Niyazit sind wir die einzigen Gäste. Der Kellner serviert uns Tonschälchen mit dem kurz im Ofen gebräunten Milchreis und streut noch eine Ladung gehobelter Nüsse darüber. Er schmeckt ungewöhnlich cremig und intensiv nach Milch.

"Früher war hier die Hauptroute nach Persien und Afghanistan und jeder hat hier angehalten und den Milchreis gegessen", erzählt Fremdenführer Fasli Seker. "Heute ist die Schnellstraße auf der anderen Seite des Tals und wir sind abgeschnitten von der Welt."

Eine Moschee, die gleichzeitig Museum ist

Der Endpunkt der einstigen Karawanenstraße war in Trabzon. In der bereits im 7. Jahrhundert vor Christus gegründeten Hafenstadt wurden die Waren aus Persien über das Schwarze Meer in die Mittelmeerregion verschifft. Ihre zahlreichen Kirchen verdankt die Stadt den pontinischen Griechen. Heute ist Trabzon eine moderne Stadt. Man trifft sich zum Tee auf dem weitläufigen Atatürk-Platz im Zentrum, bummelt durch die Fußgängerzone oder bestaunt die großen Laibe Türkischen Honig in der Konditorei mit dem schönen Namen "Beton Helva".

Trabzons bekannteste Attraktion liegt am westlichen Stadtrand. Die im 13. Jahrhundert erbaute griechisch-orthodoxe Kirche Aya Sofia war erst Kirche, dann Moschee - so ging es noch ein paar Mal hin und her. Heute ist sie Moschee und Museum zugleich, was zu einer ziemlich bizarren Lösung geführt hat. Weil das Hauptschiff als Moschee fungiert, verdecken Stoffbahnen die Bibelszenen in der großen Kuppel, um die gläubigen Moslems vor den sündigen biblischen Darstellungen zu schützen. Um die Mosche zu betreten, müssen sie allerdings durch die über die gesamte Breite reichende Vorhalle mit ihren farbenkräftigen und erstaunlich lebensecht wirkenden Fresken. Noch stärker sind die Frauen den bildlichen Versuchungen ausgesetzt. Um in den für sie bestimmten Gebetsraum zu gelangen, müssen sie auch noch das - ebenfalls zum Museum gehörende - Seitenschiff mit seinen Fresken durchqueren.

Weitere Informationen

Anreise: Flug über Istanbul nach Trabzon mit Turkish Airlines oder Pegasus.

Rumkommen: Am besten mit dem Mietwagen. Bei Auto Europe (www.autoeurope.de) gibt es im September einen Kleinwagen ab/bis Trabzon für 196 Euro. In Trabzon bietet die Agentur Flandra Tours am Atatürk-Platz (Tel. 0462 3231332, www.flandratours.com) täglich verschiedene Ausflüge mit Minibussen an. Eine vierstündige Tour zum Sumela Kloster kostet rund zehn Euro.

Übernachtung: Zentral hinter dem Atatük-Platz liegt das Dreisternehaus Otel Horon (www.otelhoron.com), DZ ab 64 Euro mit Frühstück.

Pauschal: Ikarus Reisen (www.ikarus.com) bietet eine elftägige Reise an der Schwarzmeerküste von Trabzon nach Istanbul ab 1310 Euro pro Person im Doppelzimmer an.

Reiseführer: Michael Bussmann; Gabriele Tröger: Türkei. Michael Müller Verlag, 2012, 26,90 Euro.

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