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New York: Das Erotik-Museum "Mosex"

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MoSex  

Prüde USA locken mit Erotikmuseum

06.12.2007, 10:03 Uhr | srt

Das Sexmuseum in New York (Foto: dpa)Das Sexmuseum in New York (Foto: dpa) Ein wenig versteckt liegt es schon, das erste offizielle Sexmuseum Amerikas. Im kleinteiligen Straßengewirr Manhattans zwischen Empire State Building und Madison Square Park hat es sich äußerlich unauffällig in einem grauen Häuserblock auf zwei Etagen eingerichtet. Dort, wo die feine Fifth Avenue deutlich unfeiner wird, liegt es direkt vor dem berühmten Flatiron Building, das mit seiner charakteristischen Bügeleisenform dem ganzen Viertel seinen Namen gibt. Heute scheint seine spitz zulaufenden Fassade geradezu pikiert auf das kleine Museum zu deuten, das schon bei seiner Gründung vor fünf Jahren die wütenden Proteste vor allem christlicher Organisationen auf sich zog.

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Eine sexuelle Institution

"Amerika tut sich schwer mit dem Sex", seufzte Museums-Gründer Daniel Gluck, als sich der Enddreißiger, der seine Dollars im Computergeschäft verdient hat, nach langer Planung endlich den Traum von einem eigenen Museum erfüllte. Ganz authentisch brachte er die Ausstellungsräume damals in einem Gebäude unter, das früher ein Bordell war - mitten zwischen Geschäften, die edle Parfums und den Schmuck feinster Marken verkaufen. In diesem Haus, das er in Anspielung auf das große Museum of Modern Art (MoMA) heute MoSex nennt, legt Gluck Wert auf Seriosität. Eine Institution soll es sein, die dem Publikum nicht nur reißerisches Material, sondern vor allem auch wissenschaftliche Hintergründe zum Thema Sex präsentiert. Was freilich den offenkundigen Spaß nicht trübt, den zwei junge Frauen und ein ältliches Paar an einem Porno-Film haben, der in einem cineastischen Darkroom im ersten Stock in Endlos-Schleife läuft. Die Damen kichern, während die anderen etwas verschämt zur Kenntnis nehmen, dass es sich um einen Lehrfilm für jene Art von Job handelt, mit dem einst eine namenlose Praktikantin im Weißen Haus eher zweifelhaften Ruhm erwarb.

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Sex zum Anfassen

Lustvolle haptische Sensationen erwarten den Besucher auch im Aufgang zum ersten Stock, wo vaginaförmige Kissen aus Plüsch, Fell, Leder und Gummi ausdrücklich zum Berühren einladen und auf eine Sonderschau hinweisen, die erotische Träume thematisiert. Regelrecht wissenschaftlich gibt sich dagegen die ständige Ausstellung des Sexmuseums, dessen Sammlungen zu Themen wie "Geschichte der Prostitution" oder "Spielarten des Sex" (Latex, Tierverkleidungen, Doktorspiele, etc.) rund 10.000 Exponate umfassen - sogar ein Dildo aus dem Griechenland der Antike ist dort ausgestellt. Das Museum of Sex gibt eine ebenso aufschlussreiche wie stellenweise bizarre Kulturgeschichte der menschlichen Sexualität - mit dem Extrablick aufs puritanisch-prüde Amerika. Stellenweise kann man sich als Besucher fühlen, als wäre man mitten in einem dreidimensional bebilderten Kinsey-Report, jenem skandalumwitterten Untersuchungsbericht über den Sex der Amerikaner, der in den braven Fünfzigern wie eine Revolution wirkte.

Der erste Vibrator der Welt

Aber ganz so brav waren die Amerikaner dann doch nicht. Im Ausstellungsteil Geschichte zum Beispiel zeigt das Museum ein im Wortsinne atemberaubendes Lederkorsett von 1890, eine Anti-Onanier-Ausrüstung desselben Jahres und den allerersten Vibrator der Welt - gefertigt, man glaubt es kaum, von Manhattan Electrical Supply Co. Inc. im Jahre 1900. Gleich daneben liegt das erste Buch über Sexualkunde im olivgrünen Jugendstil-Einband, das ein gewisser William Lee Howard anno 1910 edierte. Etwa zur selben Zeit betrieb das "Ladie's Home Journal" Aufklärung auf einer Doppelseite. Sex sells - das galt auch schon bei den Altvorderen. Was natürlich über alle Zeiten auch die Künstler begriffen: Keith Haring ist im Museum mit den verzwirbelten Grafiken ebenso vertreten wie Robert Mapplethorpe mit seinen aggressiven Fotografien.

Ausprobieren erwünscht

Während manch ein Besucher eher schweigend und betrachtend durch die Ausstellungsräume streift, haben die beiden jungen Ladies aus dem Darkroom eine Sado-Maso-Stellage in Form eines Kreuzes zum praktischen Ausprobieren entdeckt. Und finden dies hörbar klasse. Ein durchweg anregendes Museum eben, das MoSex in Manhattan. Das Besucherbuch jedenfalls vermerkt überwiegend erfreute Einträge. Ed und Verna aus Michigan beispielsweise dankten dem Betreiber mit dem Spruch: "Wow, what a lot of surprising news about sex. Many thanks!". Wem bloßer Anschauungsunterricht nicht reicht, der kann sich im Museums-Shop mit einschlägigen Souvenirs für zu Hause eindecken. Einer der Verkaufsschlager: eine lebensgroße Puppe zum Liebhaben, für die sich die Käufer nicht nur Haar- und Augenfarbe, Lippenform und Frisur, sondern sogar die BH-Größe selbst aussuchen können.

Weitere Informationen: Museum of Sex, 233 Fifth Avenue, New York; Das Sexmuseum liegt an der Ecke Fifth Avenue/27th Street und ist sonntags bis freitags von elf bis 18.30 Uhr geöffnet, samstags bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet 14,50 US-Dollar (etwa neun Euro), Studenten und Senioren zahlen 13,50 US-Dollar. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt untersagt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.museumofsex.com.

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