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Mississippi-Kreuzfahrt  

Auf Tom Sawyers Spuren

23.04.2008, 09:26 Uhr | srt, t-online.de

Die "American Queen" ist einer der letzten traditionellen Raddampfer, die auf dem Mississippi unterwegs sind. (Foto: Neumeier/srt)Die "American Queen" ist einer der letzten traditionellen Raddampfer, die auf dem Mississippi unterwegs sind. (Foto: Neumeier/srt)

Morgens um sechs ist der Mississippi am schönsten. Wenn die meisten anderen Passagiere noch schlafen, dann ist es ganz ruhig auf dem großen amerikanischen Strom, dem Old Man River. Lichte Nebelbänke schweben über dem Wasser, sanfte Wellen funkeln in der Morgensonne. Ein blau-grauer Fischreiher zieht mit gemächlichen Flügelschlägen über den Fluss, irgendwo am Ufer schlägt ein Hund an, das gleichmäßige Rauschen des Schaufelrades schiebt den Rest der Welt unendlich weit weg. Eine Tasse Kaffee, ein frisches Croissant, das leichte Wippen des Schaukelstuhls. Und plötzlich wird der Lauf der Zeit zu einer fernen, unwirklichen Nebensächlichkeit. Wer den derzeit so günstigen Dollarkurs nutzt, um sich den Luxus einer Raddampfer-Flusskreuzfahrt zu leisten, der lässt den Rest der Welt für einige Tage hinter sich und bekommt ein Gespür für den wahren Charme und die Schönheit dieses Landes.

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Weißkopf-Seeadler und Western-Städte

Da sitzen schon einmal gleich mehrere Weißkopfseeadler in den Bäumen am Ufer und begleiten das Boot für eine kurze Wegstrecke. Nur wenig Glück braucht es, um Pelikane und Reiher bei der Fischjagd zu beobachten. Malerische Kleinstädte ziehen am Ufer vorbei, die entfernt an alte Western-Filme erinnern. Aber auch moderne Schubschiffe faszinieren mit unvorstellbaren Ladungen an Kohle, die sie in gewaltigen Schubverbänden flussabwärts in große Überseehäfen wie Baton Rouge und New Orleans transportieren.

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Die zwei verbliebenen Wahrzeichen des Südens

Mississippi-Raddampfer sind das Wahrzeichen des amerikanischen Südens. Und doch sind sie schon längst eher ein Geheimtipp - die beiden noch verbliebenen dampfgetriebenen Kreuzfahrtschiffe "Delta Queen" und "American Queen". Mehr ist nicht geblieben von Tom Sawyers und Huckleberry Finns Amerika. Und wenn nicht noch ein Wunder geschieht, dann zwingen schmutzige Spielchen um Politik und Gewerkschaften die legendäre "Delta Queen" zum Jahresende in den Ruhestand.

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Die "Delta Queen": Auf einer Stufe mit der Freiheitsstatue

Das 174 Passagiere fassende Boot hat als National Historic Landmark denselben Status wie die New Yorker Freiheitsstatue, und doch soll ihr jetzt nach über 80 Jahren unfallfreier Fahrt die seit über 40 Jahren geltende Betriebsgenehmigung des amerikanischen Kongresses entzogen werden. Schwere Zeiten hat die "Delta Queen" genug erlebt, seit 2007 ist sie nun in den guten Händen einer auf kleine Schiffe spezialisierten Kreuzfahrtgesellschaft, der Majestic America Line. Vielleicht entkommt das Boot, wie so oft zuvor, auch diesmal wieder seinem Schicksal.

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Riesige Nachfrage

Vorerst ist die Nachfrage im möglicherweise letzten Jahr jedenfalls riesengroß. Für die Saison 2008 gibt es kaum noch Plätze auf der "Delta Queen". Bessere Chancen, noch eine der begehrten Kabinen zu ergattern, bietet da schon ihre große Schwester, die wahrhaft majestätische "American Queen". Sie offeriert immerhin 436 Passagieren behaglich Platz und vereint auf unvergleichlich leichte Art Mark-Twain'sche Nostalgie mit modernem Komfort. Historische Dampfmaschine und Schaufelrad, die das Boot tatsächlich auch allein antreiben können, werden unterstützt durch modernste, bewegliche Antriebsschrauben.

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Englischkenntnisse erwünscht

Die Kabinen bieten modernen Hotel-Luxus und vermitteln mit antiken Möbeln im viktorianischen Stil zugleich das Gefühl, hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt worden zu sein. Besonders das Bordrestaurant ist ein Highlight für unvergessliche Erinnerungen - im Stil dem berühmten Raddampfer J. M. White nachempfunden, ist "Dinieren" noch ein zu schwacher Ausdruck für das Erlebnis eines Captains Dinners auf der American Queen. Ein wenig Englischkenntnisse sollten deutsche Passagiere aber schon mitbringen. Ein nicht unwesentlicher Teil des Erlebnisses sind die immer wieder spannenden Gespräche mit den Mitreisenden: beim Abendessen, zufällig an der Reling oder beim Sekt-Empfang des Kapitäns. Letztere ist übrigens eine der wenigen formellen Anlässe an Bord, ansonsten geht es trotz 5-Sterne-Status auf der American Queen amerikanisch-leger zu. Amerikaner, die sich eine Raddampfer-Kreuzfahrt leisten, haben es im Leben meist zu etwas gebracht. Ihre faszinierenden Geschichten machen den amerikanischen Traum greifbar, lebendig, persönlich. Und wo passt das besser als an Bord eines Schaufelraddampfers auf dem legendären Mississippi River?

Weitere Informationen:

Die Majestic America Line wird in Deutschland vertreten durch: UC Unlimited Cruises GmbH & Co KG, E. Lorenz, Verdener Str. 2, 27243 Harpstedt, Tel. 04244/966259, Fax 04244/965709, Internet: www.unlimited-cruises.de

Günstiger als in Deutschland ist eine Reisebuchung wegen attraktiver Rabatte in der Regel direkt in den USA, am besten über eine dortige Reiseagentur. Eine gute, auf diese Schiffe spezialisierte ist: Phyllis Dale Travel, 1201 S. Orlando Avenue, Suite 362, Winter Park, FL 32789, Tel. 001/407/359-9166, E-Mail: phyllisdaletravel@cfl.rr.com, Internet: www.phyllisdale.com.

Bei Anreise aus Deutschland empfiehlt es sich, mindestens einen Tag vor Abfahrt anzureisen und am Ende der Kreuzfahrt noch mindestens einen Tag Aufenthalt in den USA einzuplanen. Das Risiko, Flüge beziehungsweise das Schiff zu verpassen oder ohne Gepäck an Bord gehen zu müssen, ist sonst recht hoch.

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