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New Mexiko  

Öko-Ferien im Erdschiff

06.05.2009, 10:41 Uhr | Simone F. Lucas/srt, srt

"Earthship" genanntes Erdhaus in der Wüste von Taos, New Mexiko (Foto: Laurel Kallenbach/srt)"Earthship" genanntes Erdhaus in der Wüste von Taos, New Mexiko (Foto: Laurel Kallenbach/srt)

Alle reden über den Klimawandel, manche tun auch was dagegen. In der Wüste von Taos im US-Bundesstaat New Mexico steht seit fast 20 Jahren eine ganze Siedlung von Häusern, die sich selbst versorgen. "Earthships" nennt der Architekt Mike Reynolds seine Häuser und hat sie beschrieben als "unabhängige Schiffe, die über die Meere der Zukunft schippern". Mehr als 1000 dieser autarken Erdhäuser sind inzwischen in der ganzen Welt entstanden. Auch Prominente haben sich für die Idee erwärmt wie die Schauspielerinnen Cameron Diaz und Daryl Hannah. In Cerros de Taos, nahe der Brücke über die Rio Grande Schlucht können Besucher das Konzept kennen lernen und sogar in den Häusern übernachten. Sehen sie sich die ulkigen Gebäude in unserer Foto-Serie an.


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Maulwurfsbau gegen Wolkenkratzer

Irgendwie erinnert das Haus mit seinen organischen Formen und verspielten Türmchen an Barcelona und die Architektur des genialen Gaudi. Und irgendwie sieht es auch ein bisschen wie ein gestrandetes Schiff aus. Erst wenn man genauer hinschaut, erkennt man, dass dieser eine Maulwurfsbau nicht allein ist. Mitten im Nirgendwo am Rand von Taos sind mehr als 200 Erdschiffe gestrandet, für weitere 100 ist noch genügend Platz. Sie sind das Gegenteil von Wolkenkratzern, die himmelsstürmend die Landschaft verändern. Diese Wohngebilde passen sich der Landschaft vollkommen an, leben in und mit ihr.

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Nachhaltiges Wohnen im Erdschiff

Drinnen ist es angenehm kühl, obwohl draußen die Sonne vom Himmel brennt und die Steppe aufheizt. Großzügige Räume laden zum Verweilen ein, wie in einem Springbrunnen rieselt Wasser, riesige Fenster holen die Landschaft ins Haus. Es gibt Fernseher und Waschmaschine, Musikanlage, Computer und Badewanne. Earthship heißt schließlich nicht zurück in die Steinzeit. Das Konzept soll Zukunft sichern. Die "Greater World Sustainable Community" will Vorbild sein für nachhaltiges Wohnen und Leben. Querdenker, Aussteiger und grüne Visionäre haben hier ihren Traum von einem naturverbundenen Dasein verwirklicht.


Wohnen im Zivilisationsmüll

Erfinder Mike Reynolds war seiner Zeit weit voraus, als er vor gut 20 Jahren auf die Idee kam, die zu Ende gehenden Ressourcen unserer Erde auch im Privathaushalt zu schonen. Zugleich wollte er Möglichkeiten schaffen, den Zivilisationsmüll wieder zu verwenden. Die Bausteine seiner Häuser sind denn auch eher ungewöhnlich: alte Autoreifen, Aluminiumdosen, Glasflaschen, Press-Erde. Zement hält das alles zusammen.


Aus Plastikflaschen, Reifen und Erde entstehen Häuser

Jedes Earthship ist Selbstversorger, was Strom und Wasser angeht - und ein eigener Gemüseladen dazu. Solarsysteme und Photovoltaik machen es möglich. Sonne, Regen und Schnee versorgen das Haus mit allem, was notwendig ist. Selbst das Brauchwasser aus der Toilette wird wieder genutzt und das dank fortgeschrittener Technologie ohne Geruchsbelästigung. Inzwischen hat Reynolds der Welt gezeigt, dass Earthships auch zum Überleben taugen. Nach dem Tsunami in Ostasien reiste er mit seinem Team ins Katastrophengebiet und nach dem Wirbelsturm Katrina kam er nach New Orleans. Aus Trümmern, Plastikflaschen, Reifen, Pappe und Erde entstanden neue Häuser, die nicht einmal eine Wasserversorgung brauchten. "Wenn einem alles um die Ohren fliegt, sind die Leute, die in einem Earthship leben, o.k", hat Reynolds der FAZ gesagt, und: "Ich baue überall, wo man mich lässt."


Probenacht im Selbstversorger-Haus

Seine Erdschiffe findet man denn auch mittlerweile weltweit: im holländischen Zwolle und im schottischen Kinghorn Loch, im spanischen Zaragoza und im afrikanischen Swaziland. In Brighton sollen bis 2010 16 Selbstversorger-Häuser gebaut werden. Im eher biederen Küstenort macht die Baustelle für das Dorf der Zukunft viele neugierig. Daren Howarth, Entwicklungsdirektor von Earthship Biotecture, die das Konzept in Europa weiterentwickeln will, ist denn auch zuversichtlich: "Jedermann spricht doch heute davon, den CO²- Ausstoß zu verringern, auch im eigenen Haushalt. Und genau das und noch weit mehr machen wir mit unseren Earthships." Wer testen will, wie es sich in solchen Erdschiffen wohnen lässt, kann in Taos in unterschiedlichen Häusern übernachten und muss dabei weder auf TV noch auf Internetzugang verzichten. Eine Nacht kostet für zwei Leute ab 135 Dollar, die Wochenrate beträgt 800 Dollar.

Weitere Informationen Buchungen unter www.earthship.net, Auskunft über die Anlage gibt Michael E. Reynolds, P.O. Box 1041, Taos, New Mexico, 87571, Telefon: 001/575/7510462, E-Mail: biotecture@earthship.org.

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