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Im Wohnmobil durch den Südwesten der USA

26.05.2010, 13:50 Uhr | dpa-tmn

Im Wohnmobil durch den Südwesten der USA. USA: Arches Nationalpark in Utah (Foto: Tom Till/Utah Office of Tourism)

USA: Arches Nationalpark in Utah (Foto: Tom Till/Utah Office of Tourism)

Ihre erste USA-Reise führt viele deutsche Touristen in den Südwesten. Grand Canyon, Las Vegas, Monument Valley: Wer möglichst viel sehen und erleben möchte, entscheidet sich dort gerne für das Mieten eines Wohnmobils - und darf sich schnell als "King of the Road" fühlen. Erleben Sie die Reise durch den Südwesten der USA auch in unserer Foto-Serie.

"King of the Road"

Was für ein erster Tag! Am linken Schienbein prangt ein blauer Fleck von der automatisch ausfahrbaren Seitenstufe. Und der rechte Spiegel hat nur haarscharf eine Beinahe-Begegnung mit einem Stoppschild überlebt. So ein Wohnmobil ist ein heimlicher Kleinlaster: In den Kurven hat es die Aerodynamik einer Schrankwand und holt großspurig aus - wer zu spät am Lenkrad dreht, verpasst die Einfahrt zum Campingplatz meterweit. Was bleibt also anderes übrig, als zurückzusetzen und dem breit grinsenden Fahrer im Gegenverkehr die Richtung mit hektischen Handzeichen anzuzeigen. "Good luck" winkt der seinerseits aus dem heruntergekurbeltem Autofenster heraus.

Sympathiebonus für Urlauber

"RV" ist in den USA die Abkürzung für "Recreation Vehicle". Das heißt so viel wie "Erholungsfahrzeug" und meint das, was Deutsche als Wohnmobil bezeichnen. RV-Greenhorns sind allein schon wegen des dick aufgemalten Werbeschriftzugs ihrer Leihwagenfirma nicht zu übersehen. Das ist eine gute Sache, denn meist kriegt man einen Sympathiebonus. Auf dem Caravanpark in Steamboat Springs, vier Autostunden von Denver in Colorado entfernt, bekommt man sogar Vortritt bei den begehrten "Pull-thru-sites" - den "Durchfahrtsplätzen", wo einem weiteres Rangieren erspart bleibt und man sich "vom Fahrzeug erholen" kann. "Lass' es langsam angehen", rät Kevin Broom, der Sprecher des Wohnmobilhersteller-Verbandes RVIA. "So ein Camper ist dazu gebaut, nicht von Kraftfahrern, sondern von Leuten wie Du und ich gefahren zu werden." Es sei aber gewöhnungsbedürftig, dass die rollende Ferienwohnung größer ist als normale Autos. Während der Einführung ins Fahrzeug sollte man darum auch bei Kleinigkeiten wie Höhenangaben und dem Abschaltknopf für das automatische Trittbrett gut aufpassen.

Nationalpark-Route namens "Grand Circle"

Im Südwesten bietet sich für eine Tour der "Grand Circle" an. Mit diesem Ausdruck wird eine Region in Arizona, New Mexico, Colorado, Utah und Nevada bezeichnet, in der viele Nationalparks zu finden sind, darunter Arches, Grand Canyon und Mesa Verde. Auch das Monument Valley im Land der Navajo-Indianer liegt hier, im wilden Herzen der USA, wo der Himmel weit, die Erde rot und fast jeder Canyon tief ist. Sicher, es gibt hier auch immer wieder Motels am Straßenrand. Doch im Wohnmobil macht der Erlebnisurlaub selbst nachts keine Pause. In der Zivilisationskapsel ist man komfortabel mittendrin, wenn die Kojoten heulen, Salbeibüsche duften oder es Sternschnuppen vom Himmel regnet.

2000 Felsbögen in Utah

Das Städtchen Moab ist das Eingangstor zu einer geologischen Wunderwelt: dem Arches Nationalpark. "Delicate Arch", der "grazile Bogen", drängt sich in den Vordergrund. Der 16 Meter hohe, durch Erosion geformte Steinbogen prangt in Utah auf Briefmarken und Nummernschildern. Tatsächlich gibt es im Park mehr als 2000 katalogisierte natürliche Bögen, Felsentürme, Klippen, balancierende Steinbrocken und andere Gebilde. Wasser und Wind haben sie in Millionen von Jahren aus dem Sandstein gemeißelt. Viele sind an der 30 Kilometer langen Straße zum Devils-Garden-Campingplatz zu finden.

Aussichtsplattform "Insel im Himmel"

Der Canyonlands Nationalpark wenige Meilen weiter südlich ist der größte in Utah und gleichzeitig der am schwersten zugängliche. Hier fließen der mächtige Colorado und der Green River zusammen. Wie ein riesiges blaues Ypsilon sieht das auf dem Faltplan aus. Die Flüsse zerschneiden das Colorado-Hochplateau in drei überdimensionale Tortenstücke. Brücken gibt es nicht. Die meisten Besucher bleiben auf der "Island in the Sky" ("Insel im Himmel"), dem Nordteil des Parks. Der flache, hohe Tafelberg ist so etwas wie eine Aussichtsplattform. Trinkwasser und eine gute Chance auf einen freien Platz gibt es bei der "Squaw Flat Campsite" im "Needles"-Gebiet, einem natürlichen Skulpturenpark voller Stelen, Zinnen, Monolithen und Felsnadeln.

Auf zum Lake Powell

Das Natural Bridges National Monument ist ein Picknick-Halt auf der Etappe zum Lake Powell. Überschwemmungen unterspülten im Laufe von Jahrmillionen die dünneren Trennwände von Flussmäandern. Sie verschonten nur härteres Oberflächenmaterial und schufen so drei natürliche Steinbrücken mit Spannweiten bis 81 Metern. Hite Marina liegt am einsamen nördlichen Ende des bei maximaler Stauhöhe 300 Kilometer langen Lake Powell. Das Städtchen Page an der Südspitze des 1963 gebauten Riesen-Reservoirs sowie Bullfrog Bay sind bekannt und gut besucht wegen ihrer Hausboothäfen. Hite Marina dagegen ist ein Geheimtipp für Angler, die voneinander oft erst abends Notiz nehmen, wenn am weitläufigen Ufer Treibholz-Lagerfeuer aufleuchten. Trotz aller Abgeschiedenheit unterhält der Nationalpark-Service hier sogar einen Campingladen mit Konserven und Ködern sowie eine Abwasser-Entsorgungsstation. Nach ein paar nervösen Versuchen - Gummihandschuhe nicht vergessen! - klappt das inzwischen wie das Anschließen eines Gartenschlauchs zu Hause.

Wie ein Riff aus Stein

Eine mehr als 160 Kilometer lange gekrümmte Falte in der Erdkruste erinnerte erste Siedler an ein gewaltiges Riff - sie ist das Herz des Capitol Reef Nationalparks, wo der nächste Stopp ansteht. Die Felswölbung ist entlang einer Schotterstraße zu sehen, die für Wohnmobil-Besatzungen eher einer Marterstrecke gleicht: Schranktüren rappeln auf. Kochtöpfe werden zu Projektilen. Bleibt man auf dem Highway 24 durch den Park, bekommt man zwar einen flüchtigen, aber immer noch beachtlichen Eindruck: Die asphaltierte Hauptstraße folgt dem Fremont River durch die "Waterpocket Fold". Die Fahrbahn ist eingezwängt zwischen Bergrücken. Wo das Tal am breitesten ist, legten Mormonen um das Jahr 1880 Obstgärten an und gründeten das Dörfchen Fruita. Einige Farmgebäude sind noch erhalten, und von den Obstbäumen darf gepflückt werden.

Traumkulisse Bryce Canyon

"Hoodoos" genannte spitze Säulen aus Stein, durch Erosion geformt und zu Ketten zusammengepresst, verhexen den Betrachter im Bryce Canyon Nationalpark. Zu Sonnenauf- und -untergang versammeln sich Schaulustige an den Aussichtspunkten, wenn das Meer von Totempfählen erglüht. Wer das Auto länger stehen lässt, kann den Scharen auf einem Wanderweg entkommen und den "Hoodoos"-Zauber aus der Nähe erleben, bevor es weiter geht zum nächsten Naturwunder: Der Zion Nationalpark mit seinen Sandsteinklippen liegt nur eine Autostunde westlich. Eine halbe Tagesreise weiter südlich schließt sich der Grand Canyon an, wohl der berühmteste Nationalpark des "Grand Circle". Wer nicht knapp zwei Kilometer tief in die Schlucht hinabsteigen möchte, kann an vielen Aussichtspunkten und auf kurzen Wanderwegen einen Blick auf zwei Milliarden Jahre geologische Erdgeschichte erhaschen, die der Colorado River freigelegt hat, indem er Schicht um Schicht durchschnitt, während sich das Colorado Plateau anhob.

Im Land der Navajo-Indianer

Auch das Monument Valley an der Grenze von Utah und Arizona hat wohl jeder schon einmal gesehen - zumindest im Fernsehen. In den 1930er Jahren entdeckte der Regisseur John Ford die Felsformationen als Kulisse für Cowboyfilme. Wind und Regen haben eine Gruppe von bis zu 300 Meter hohen, markant verwitterten Tafelbergen aus den umgebenden weicheren Gesteinsschichten herausgeschält. Dunkle Wolken ballen sich über dem Land der Navajo-Indianer zusammen, und die Grenze von Himmel und Erde verschwimmt. Ein weiterer Sandsturm übt sich gerade als Bildhauer.

Geheimnisvolle Felswohnungen

An der Abbruchkante zum Tal liegt ein einfacher Campingplatz - eine staubige Fläche mit zwei Chemietoiletten, Mülltonnen und ein paar Picknicktischen. Doch das ist kein Problem, wenn man die eigene Infrastruktur dabei hat: Zelte flattern in den Sturmböen, streunende Hunde suchen Deckung unter dem Wohnmobil. Drinnen summt gerade der Teekessel. Ein Erdnussbutter-Sandwich dazu? Die großen Seitenfenster werden zum bequemen Logenplatz für ein dramatisches Naturschauspiel. Die letzte Station auf dem Rückweg nach Denver liegt schon wieder in Colorado. Im Mesa Verde Nationalpark ist kein Naturwunder, sondern menschliches Kulturerbe geschützt. Auf dem mit knorrigen Kiefern dicht bewaldeten Tafelberg sind mehr als 4000 archäologischen Stätten verstreut: Es sind Ruinen von Häusern und Dörfern, die von den "Ancestral Pueblo"-Indianern errichtet wurden. Verschachtelte Alkovenbauten wie der um das Jahr 1200 konstruierte "Cliff Palace" mit seinen 220 Zimmern gehören wohl zu den bekanntesten. Um sich hier als "King of the Road" zu fühlen, genügt aber schon ein einziges Zimmer - eines auf Rädern.

Weitere Informationen

Reiseziel: Als "Grand Circle" wird eine Reiseroute im Südwesten der USA bezeichnet, die zu zahlreichen Nationalparks in den Staaten Arizona, New Mexico, Colorado, Utah und Nevada führt. Je nach Zahl der besuchten Orte kann die Tour bis zu 3000 Kilometer lang sein. Im Internet: www.grandcircle.org

Anreise und Formalitäten: Denver in Colorado und Las Vegas in Nevada eignen sich als Startpunkte. Große Wohnmobil-Vermieter haben hier ihre Leihstationen. Die Lufthansa fliegt von Frankfurt/Main nach Denver, die Condor steuert Las Vegas an. Deutsche Touristen brauchen kein Visum im Reisepass. Sie müssen sich aber vor ihrer Abreise online anmelden (https://esta.cbp.dhs.gov). Die Einreiseerlaubnis gilt meist für beliebig viele Einreisen innerhalb von zwei Jahren.

Klima und Reisezeit: Die besten Reisezeiten für die Region sind der späte Frühling und der Herbstanfang, wenn die Tagestemperaturen in den trockenen Wüstenregionen nicht zu heiß sind. Die Sommerferien in den USA dauern von Juni bis August. Dann sind die Campingplätze in den beliebten Nationalparks oft ausgebucht. In diesen drei Monaten sind Reservierungen für die Campingplätze absolut empfehlenswert. Nationalparks im Internet: www.nps.gov

Geld: Für einen Euro gibt es etwa 1,23 US-Dollar (Stand: Mitte Mai 2010). Wer mehrere Nationalparks besuchen will, kann einen Jahrespass für 80 US-Dollar kaufen. Er gilt für drei Erwachsene, die im selben Fahrzeug reisen. Kinder bis 16 Jahre zahlen nichts.

Fremdenverkehrsämter: Tourismusvertretung von Colorado, New Mexico und Utah, c/o Get it Across, Neumarkt 33, 50667 Köln (Tel.: 0221/233 64 07); Arizona Office of Tourism, c/o Kaus Media Services, Luisenstraße 4, 30159 Hannover (Tel.: 0511/89 98 90 45); Tourismusbüro Nevada, c/o Aviareps, Sonnenstraße 9, 80331 München (Tel.: 089/23 66 21 36).

Im Internet: www.discoveramerica.com/de

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