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Höchstes Restaurant der Welt in Dubai

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Dubai  

Das höchste Restaurant der Welt

19.07.2011, 11:37 Uhr | Spiegel Online

Höchstes Restaurant der Welt in Dubai. Das höchst gelegene Restaurant der Welt. (Foto: www.atmosphereburjkhalifa.com)

Das höchst gelegene Restaurant der Welt. (Foto: www.atmosphereburjkhalifa.com)

Auf halbem Weg zu den Sternen: Im 122. Stock des Burj Chalifa in Dubai können Gäste so weit oben schlemmen wie sonst nirgendwo. Wer im Restaurant "At.Mosphere" nobel speisen will, muss mindestens sechs Wochen im Voraus reservieren und gut bei Kasse sein. Bewundern Sie das Restaurant auch in unserer Foto-Show.

500 Meter senkrecht nach oben auf die Arbeit

Dwayne Cheer ist ein Mann mit Weitsicht. Zumindest im Job. 58 Sekunden benötigt der Neuseeländer jeden Vormittag für den knappen halben Kilometer zur Arbeit - von der Lobby des Gebäudes aus in senkrechter Fahrt nach oben. Dort öffnen sich die Türen des Express-Lifts für ihn wieder und kann er über eine breit geschwungene Treppe an seinen hochglanzpolierten Arbeitsplatz zwischen Herdplatten, Barbecue-Grill und Kühlschränken spazieren. Dwayne Cheer arbeitet in einer fast rundum verglasten Panorama-Küche im 122. Stock des höchsten Gebäudes der Welt. Der Mann ist Executive Chef im "At.Mosphere" des Mega-Wolkenkratzers Burj Chalifa in Dubai - und ist verantwortlich für das richtige Aroma der Esskastanien-Suppe mit Trüffel-Mascarpone, für den perfekten Geschmack der pochierten Langustinos und dafür, dass die Filets vom Kobe-Rind auf den Punkt genau richtig gegrillt auf die Teller kommen.

Innehalten - Aussicht genießen

Für die Aussicht hatte er nur an den ersten paar Tagen nach der Eröffnung ab und zu einen flüchtigen Blick übrig: für die blechernen Farbtupfer, die unhörbar ganz unten auf dem Asphalt umhersurren, zwischen den weniger als halb so hohen Wolkenkratzern auf achtspurigen Autobahnen entlangdüsen, für die verspiegelten Betonspargel und Glasgewächse in der Nachbarschaft, für die Wüste am Horizont.

Wüstenaussicht am Kochherd

Immer wieder hat er "wow" gedacht und sich am Ende doch lieber auf Pfannen, Töpfe und Herdplatten konzentriert. Weil es nicht anders ging. Weil der Andrang groß war. Und weil der selbst gesetzte Anspruch an seine kulinarischen Kreationen hoch, die Begeisterung groß ist. Wie ein Kind an Weihnachten erzählt er zum Beispiel von den frischen Trüffeln, die gestern geordert wurden und eben per Luftfracht ankamen. Er zeigt das Schälchen herum, lässt daran schnuppern. Nicht minder begeistert ist er von der Maserung des Waygu-Beef, das gerade angeliefert wurde. Dwayne Cheer ist ein Koch-Maniac - einer, der in seiner Aufgabe aufgeht.

Aussicht aufs Meer ist den Gästen vorbehalten

Damit ihn der Blick nicht allzu sehr ablenken kann, ist die Küche mit ihren raumhohen Fenstern ins Landesinnere gewandt, wo sich der Horizont bald im Sand verliert. Die Aussicht aufs Meer ist den Gästen vorbehalten, die ihre Tische auf der Schokoladenseite der Etage haben und vom Platz aus auf das winzig wirkende Burj al-Arab herabschauen, auf The Palm und die baulich noch unvollendeten Aufschütt-Inseln von The World. Anders aber als seine Küchenhilfen und Sous-Chefs kann Dwayne Cheer wenigstens ab und zu auf die Seeseite entfleuchen und ganz nebenbei einen Blick riskieren: wenn er in strahlend weißem Ornat, mit Kochmütze und eingesticktem Namenszug auf der Brusttasche an einen der in Weiß eingedeckten Tische mit ihren dunklen Ledersesseln eilt, um persönlich Trüffelspäne über ein Pasta-Gericht zu hobeln und mit eindeutig englischem Akzent "Bon Appetit" zu wünschen.

92 Meter höher als der Konkurrent

"At.Mosphere", zweigeteilt in "The Grill" und "The Lounge", ist das mit großem Abstand höchste Restaurant der Welt - stattliche 92 Meter höher gelegen als der bisherige Rekordhalter, das drehende Restaurant im CN Tower von Toronto. Seit der Eröffnung vor inzwischen gut einem halben Jahr ist es fast immer ausgebucht. Allenfalls mittags ist ab und zu ein freier Tisch im "Grill" zu bekommen, während für die Abende inzwischen eine Reservierung mit im Schnitt etwa sechs Wochen Vorlauf erforderlich ist. Wer kurzfristiger auf die Idee kommt, dort essen gehen zu wollen, kann sich allenfalls auf die Warteliste setzen lassen - oder auf die größere Lounge ausweichen.

20 Euro nur für die Aussichtsplattform

Für die Küche beider Teilbereiche ist Chef Dwayne verantwortlich, wobei der Grill das Edelrestaurant ist, wo die meisten der bis zu 80 Gäste mehrgängig genießen und über Stunden sitzen. Die Speisekarte in der benachbarten Lounge mit Platz für bis zu 170 Gäste ist weit weniger umfangreich, setzt eher auf Snacks und umso mehr auf Champagner, Weine, Cocktails und Longdrinks. Nachmittags dominieren dort Tee, Kaffee und Gebäck das Angebot. Um der Nachfrage Herr zu werden, auch um - ganz nebenbei - gut daran zu verdienen, und vor allem aber, um die überschaubare Zahl Tische nicht durch reine Schaulustige zu blockieren, die über Stunden an ein und derselben Cola nippen und dazu allenfalls ein Eis für 75 Dirham, umgerechnet 15 Euro, bestellen, gilt für jede Reservierung ein Minimum-Verzehr an Speisen und Getränken pro Kopf. In der Lounge sind das 200, im Grill mittags 300 und abends 450 Dirham. Das entspricht 40, 60 beziehungsweise 75 Euro. Zum Vergleich: Der reine Besuch der Aussichtsplattform des Burj Chalifa im 124. Stock schlägt mit 100 Dirham (20 Euro) zu Buche.

Werkeln in den Büroetagen

Wer hinauf will, muss denselben Tower-Eingang wie diejenigen nehmen, die in den Büro-Stockwerken des Burj Chalifa arbeiten, etwaige Handtaschen durchleuchten lassen, selber an der Security vorbei durch Metallsonden wie an Flughäfen gehen und sich im Zweifel elektronisch abtasten lassen. Zu den Fahrstühlen vorgelassen wird nur, wer eine bestätigte Reservierung vorweisen kann. Viel los ist derweil in diesem Teil des Mega-Hochhauses noch nicht, denn etliche Büro-Etagen sind noch nicht an künftige Eigentümer oder Mieter übergeben. Für Beobachter unsichtbar sind dort noch immer Heerscharen von Handwerkern mit der Innenausstattung beschäftigt, obwohl der Turm an sich bereits Anfang 2010 eingeweiht wurde. Die Fahrstühle jagen von hier aus in den 123. Stock, von wo aus man eine breit geschwungene Treppe durch ein verglastes Atrium in die Restaurant-Etage 122 herunterschreiten muss.

Locker, leicht und etwas lauter

In der Lounge ist die Atmosphäre locker und leicht, die Geräuschkulisse eher etwas lauter. Im Grill dagegen geht es vornehm zu, aber nicht steif. Die Tische sind unerwartet großzügig gestellt, nicht eng aneinander gequetscht. Der Service ist aufmerksam, freundlich und zugleich unaufdringlich, während der wie ein großes Tortenstück geformte Raum mit seinen mit Mahagoni furnierten und Richtung Decke gewölbten Wänden wie der Salon auf einer edlen Yacht wirkt.

Griff nach den Sternen

Preislich beginnen die Vorspeisen bei umgerechnet 24 Euro und reichen bis 100 Euro für Tartar vom Angus- und vom Waygu-Rind mit Oscietra-Kaviar. Hauptgerichte beginnen bei 36 Euro für geschmortes provenzalisches Gemüse und reichen über das 350 Gramm schwere kanadische Rib-Eye-Steak für 68 bis zum Lobster für 118 Euro. Beilagen schlagen extra mit acht, Soßen mit sechs Euro zusätzlich zu Buche. "Wir verwenden hier ausschließlich die frischesten Zutaten und reden von einer modernen europäischen Küche mit Schwerpunkt auf Gegrilltem", erläutert Marc Dardenne, Vorstandschef von Emaar Hospitality, zu dessen Gruppe auch die Hotelkette The Address und die Armani Hotels gehören. Gabriele Babini, Director of Operations von "At.Mosphere" hat zuvor im Armani Hotel gearbeitet, Küchenchef Dwayne Cheer kommt von The Address. Und CEO Marc Dardenne hat zuvor Karriere bei Ritz-Carlton gemacht.

Den Sternen so nah

Kein Kollege rund um den Globus ist derweil bei der täglichen Arbeit den Sternen näher als der jungenhafte Dwayne Cheer - auch wenn andere sie bereits mit Urkunde neben der Tür kleben hat. Daran wiederum arbeitet noch. Und er ist auf einem sehr guten Weg. In London hat er Jahre lang in einem mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant gearbeitet - und nicht geahnt, eines Tages in 442 Meter Höhe aufzukochen und trotzdem Bodenhaftung zu behalten.


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